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Casablanca ist ein US-amerikanischer Liebesfilm von Michael Curtiz aus dem Jahr 1942. Er verbindet zusätzlich Stilelemente eines Melodrams mit denen eines Abenteuer- und Kriminalfilms. Casablanca entstand unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs und enthält eine starke politische Komponente durch den Einsatz Hollywoods gegen das nationalsozialistische Deutschland.

Casablanca ist ein Klassiker des Kinofilms und genießt bis heute große Popularität. Einige Zitate aus Casablanca gehören zu den bekanntesten der Filmgeschichte. Die Hauptdarsteller Humphrey Bogart und Ingrid Bergman verbindet man heute vor allem mit ihren Rollen in Casablanca, obwohl beide zu den erfolgreichsten Schauspielern ihrer Generation gehörten und davor und danach in zahlreichen großen Produktionen mitwirkten. Das American Film Institute wählte Casablanca 2002 zum besten US-Liebesfilm aller Zeiten[1] und 2007 zum drittbesten US-Film aller Zeiten.

Inhalt

Handlung

Casablanca, Anfang Dezember 1941,[2] wenige Tage vor dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor und dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg: Frankreich ist von der deutschen Wehrmacht erobert und teilweise besetzt, nicht dagegen das französische Protektorat Marokko, das zu Französisch-Nordafrika gehört und damit durch das Vichy-Regime verwaltet wird. Viele fliehen nach Casablanca, um dort einen Flug ins neutrale Lissabon zu ergattern, von wo aus sie hoffen, weiter nach Amerika gelangen zu können. Die meisten gelangen allerdings nicht über Casablanca hinaus, da der korrupte französische Polizeichef Capitaine Louis Renault, zuständig für die Ausstellung der nötigen Visa, mit den Deutschen zusammenarbeitet.

Der Film beginnt mit der Nachrichtenmeldung, dass zwei deutsche Offiziere in Nordafrika ermordet und ihre Transit-Visa gestohlen wurden, woraufhin die Polizei alle verdächtigen Personen (insbesondere Flüchtlinge und nach Casablanca Emigrierte) verhaftet und ihre Papiere untersucht (der Mann, der in der Anfangssequenz auf seiner Flucht angeschossen wird, ist allerdings nicht der Täter).

Kurz darauf trifft der deutsche Major Strasser in Casablanca ein, der von Louis Renault empfangen wird. Grund seines Aufenthalts ist der berühmte und einflussreiche tschechoslowakische Widerstandskämpfer Victor László, der den Nazis schon mehrmals entkommen und nun auf dem Weg nach Casablanca ist. Strasser will László daran hindern, sich mit seiner Frau Ilsa Lund nach Amerika abzusetzen. Renault teilt Strasser nach dessen Ankunft mit, dass sie als Mörder der deutschen Offiziere bereits den Italiener Ugarte ermittelt haben und ihn am selben Abend im Nachtclub Rick’s Café Américain verhaften werden, vor den Augen Strassers, um die Tüchtigkeit der Polizei zu demonstrieren.

Der vom Amerikaner Richard „Rick“ Blaine betriebene Nachtclub Rick’s Café Américain ist Treffpunkt vieler Emigranten in Casablanca. Rick hat in den 1930er-Jahren Waffenschmuggel für das von Italien angegriffene Äthiopien betrieben und auf der Seite der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft. Inzwischen ist er jedoch ein desillusionierter Zyniker geworden, der, wie er sagt, kein Interesse mehr daran hat, für andere den Kopf hinzuhalten. Da Renault Transit-Visa nur gegen Bezahlung mit hohen Geldbeträgen oder Sex erteilt, gibt es auch zwielichtige Gestalten wie die Italiener Ugarte und Ferrari, die Visa auf dem Schwarzmarkt anbieten. Kurz vor seiner Verhaftung übergibt Ugarte die zwei Transit-Visa an Rick mit der Bitte, sie für ihn aufzubewahren. Rick versteckt die Dokumente im Klavier seines Pianisten Sam. Ugarte wird jedoch nach seiner Verhaftung durch die Polizei getötet. Renault ahnt zwar, dass Rick die zwei Visa hat, kann es jedoch nicht beweisen, auch in einer Durchsuchung des Café Américain werden sie nicht gefunden.

Auf der Suche nach nützlichen Kontakten sucht László mit Ilsa Ricks Lokal auf, ohne zu wissen, dass Ilsa und Rick ein Jahr zuvor in Paris eine leidenschaftliche Affäre miteinander hatten, während László in einem deutschen Konzentrationslager inhaftiert war. Ilsa erkennt Sam wieder und bittet ihn, den Song As Time Goes By zu spielen, wie er es auch in Paris immer für sie getan hat. Als Rick das Lied hört, das zu spielen er Sam verboten hatte, stürmt er herein und ist von Ilsas Anblick erschüttert. Er hatte Paris mit ihr verlassen wollen, als die Deutschen in Frankreich einmarschierten, Ilsa war aber nicht am vereinbarten Treffpunkt erschienen und hatte ihn lediglich in einem Brief wissen lassen, dass sie nicht mit ihm gehen könne.

Als Ilsa nach der Sperrstunde Rick in seinem Nachtclub aufsucht, ist er betrunken und ihr gegenüber zynisch und vorwurfsvoll, sodass sie bald wieder geht. Auch am nächsten Tag will Ilsa Rick ihr Verhalten damals nicht erklären, weil er sich so verändert hat, dass sie kein Verständnis von ihm erwartet.

László versucht überall in Casablanca, Visa aufzutreiben. Als ihm geraten wird, es bei Rick zu versuchen, weigert sich dieser, wegen Ilsa gekränkt, dem Rivalen zu helfen. Er gibt nicht einmal nach, als Ilsa ihn spätabends mit einer Pistole bedroht, schwenkt aber um, als sie ihm offenbart, dass sie ihn immer noch liebt, während sich andererseits herausstellt, dass sie schon während der Affäre in Paris mit László verheiratet gewesen war, ihn jedoch für tot gehalten hatte – am Tag der Abreise hatte sie erfahren, dass László noch lebte, und war zu ihm zurückgekehrt.

Rick bereitet seine Abreise aus Casablanca vor. Er verkauft sein Café an seinen Konkurrenten Ferrari und bietet Renault an, ihm László mit einem handfesten Tatvorwurf ans Messer zu liefern, wenn im Gegenzug er und Ilsa unbehelligt abreisen dürfen. Renault lässt sich darauf ein, zumal er mit Rick eine hohe Wette darauf abgeschlossen hat, ob László die Flucht gelingt. Bei einem fingierten Treffen übergibt Rick László die zwei Transit-Visa, doch als Renault László damit festnehmen will, hält Rick ihn mit vorgehaltener Waffe davon ab und fährt mit Renault, Ilsa und László zum Flughafen.

Am Flughafen drängt Rick Ilsa dazu, mit László zu gehen, der sie mehr brauche als er selbst. Ilsa zögert, aber Rick versichert László, dass die Pariser Affäre der Vergangenheit angehört. László und Ilsa steigen in das Flugzeug. Als es gerade anrollt, trifft der von Renault informierte Strasser allein am Flughafen ein und versucht sofort telefonisch, vom Tower ein Startverbot für das Flugzeug zu erwirken. Rick fordert Strasser mit vorgehaltener Waffe auf, das zu unterlassen, und erschießt ihn schließlich, als Strasser weiter den Tower zu erreichen versucht und seine Pistole zieht. Renault entdeckt seinen Patriotismus und weist die herbeieilenden Gendarmen an, wegen des Mordes an Strasser „die üblichen Verdächtigen“ zu verhaften, obwohl er den Tathergang genau gesehen hat.

Nach dieser Affäre muss auch Rick für eine Weile untertauchen. Renault bietet Rick an, ihm ein Visum auszustellen. Der Film endet mit den Worten von Rick: „Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“

Kritik

In den Vereinigten Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warner bewarb Casablanca als „den größten und zeitgemäßesten Film, der je zu sehen war“. Man könne schon an der Besetzung erkennen, wie wichtig er sei.[12] Am 22. September 1942 fanden in Huntington Park und Pasadena, Kalifornien, zwei Testvorführungen statt.[3] Die Publikumsreaktionen waren durchweg positiv. Der Film feierte seine Premiere am 26. November 1942 im New Yorker Hollywood Theatre. Nur wenige Tage zuvor war die Stadt Casablanca durch alliierte Streitkräfte befreit worden.

Am 14. Januar 1943 kamen der britische Premierminister Winston Churchill und der US-Präsident Franklin D. Roosevelt in Casablanca zu einer Konferenz zusammen, in der sie die weitere Kriegsführung festlegten. Diesen werbewirksamen Umstand nutzte Warner Bros. zu Vermarktungszwecken. Am 23. Januar 1943 kam Casablanca landesweit in die Kinos.

Der Film war ein kommerzieller Erfolg und spielte alleine in den Vereinigten Staaten 3,7 Millionen Dollar ein. Damit war er jedoch nur die siebterfolgreichste Produktion des Jahres 1943. Von der Kritik wurde Casablanca überwiegend positiv aufgenommen. Das Fachblatt Variety bezeichnete ihn als großartige Propaganda gegen die Achsenmächte, wohingegen der New Yorker den Film nur „ganz passabel“ fand. In einer Umfrage unter 439 Filmkritikern, die das Magazin Film Daily Ende 1943 durchführte, belegte Casablanca den fünften Rang der besten Filme des Jahres.

Der Song As Time Goes By, der bereits 1931 komponiert worden war, erlangte durch Casablanca nachträgliche Berühmtheit und hielt sich 21 Wochen in der Hitparade. Bei der Oscar-Verleihung 1943 wurde der Film mit drei Academy Awards ausgezeichnet.

Bis heute ist die Popularität Casablancas ungebrochen. In den Vereinigten Staaten wird der Film so häufig im Fernsehen ausgestrahlt wie kein anderer. Während der 1950er Jahre begann das Brattle Theater in Cambridge (USA), in der Abschlusswoche der Examen an der Harvard-Universität eine Casablanca-Vorführung zu veranstalten. Diese Tradition wird bis zum heutigen Tage fortgesetzt und wurde auch von anderen Universitäten aufgenommen. Casablanca gilt zudem als einer der Filme, über die am meisten publiziert worden ist[21][22] und mit dem sich auch nach über 60 Jahren weiterhin eine Vielzahl von neuen Publikationen beschäftigen.

Howard Koch versuchte den Erfolg damit zu erklären, dass das Publikum den Film gebraucht habe. Da ging es um Werte, für die es sich lohnt, Opfer zu bringen. Und diese Botschaft wurde auf sehr unterhaltsame Weise vermittelt. Murray Burnett, der Autor der Theatervorlage, bezeichnete Casablanca als true yesterday, true today, true tomorrow.

In der Bundesrepublik, deutsche Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Casablanca am 29. August 1952 in die deutschen Kinos kam, enthielt der Film kaum noch Hinweise auf den Zweiten Weltkrieg. Alle Szenen mit Major Strasser und anderen Nazis waren herausgeschnitten worden. Auch die Szene, als die Deutschen Die Wacht am Rhein anstimmen und von französischen Patrioten mit der Marseillaise niedergesungen werden, fehlte. Victor László wurde zu Victor Larsen, einem norwegischen Atomphysiker, der die rätselhaften Delta-Strahlen entdeckt hat. Capitaine Renault wurde in Monsieur Laporte umbenannt und war nun ein Mitglied der Interpol.

Casablanca war in dieser um 25 Minuten gekürzten Version eher eine harmlose Romanze als ein Propagandafilm gegen die Nationalsozialisten und das Vichy-Regime. Erst am 5. Oktober 1975 strahlte die ARD die ungekürzte und neu synchronisierte Fassung aus, die bis heute bekannt ist. Wolfgang Schick schrieb das deutsche Dialogbuch und führte Synchronregie.[23][24][25]

In der DDR wurde der Film erstmals am 6. September 1983 im Fernsehen gezeigt.[26]

Rolle Darsteller Synchronisation (1952) Synchronisation (1975) Richard „Rick“ Blaine Humphrey Bogart Paul Klinger Joachim Kemmer Ilsa Lund Ingrid Bergman Marianne Kehlau Rose-Marie Kirstein Victor László Paul Henreid Ernst von Klipstein Christian Rode Captain Louis Renault Claude Rains Ernst Fritz Fürbringer Claus Biederstaedt Major Heinrich Strasser Conrad Veidt Nicht vorhanden Wolfgang Preiss Signor Ferrari Sydney Greenstreet Wolf Martini Gerhard Geisler Sam, Pianist Dooley Wilson Gerhard Geisler Wolfgang Hess Carl, Oberkellner S. Z. Sakall Bum Krüger Franz Stoß Guillermo Ugarte Peter Lorre Walter Bluhm Horst Gentzen Sascha, Barkeeper Leonid Kinskey Anton Reimer Peter Thom Taschendieb Curt Bois ebenfalls Anton Reimer Gerd Vespermann Abgewiesener deutscher Bankier Gregory Gaye ebenfalls Anton Reimer Eberhard Mondry Arabischer Händler Frank Puglia ebenfalls Anton Reimer Donald Arthur Bestohlener Engländer Gerald Oliver Smith ebenfalls Bum Krüger Paul Bürks Yvonne, Ricks Geliebte Madeleine Lebeau Heidi Treutler Berger, Untergrundkämpfer John Qualen Horst Raspe Hauptmann Heinze, Strassers Begleiter Richard Révy Günter Strack Abdul, Türsteher Dan Seymour ebenfalls Donald Arthur Herr Leuchtag, Flüchtling Ludwig Stössel Leo Bardischewski Deutscher Offizier mit Yvonne Hans Heinrich von Twardowski Holger Hagen Erzähler Lou Marcelle ebenfalls Holger Hagen Filmhistorische Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Chaplins Der große Diktator und Ernst Lubitschs Sein oder Nichtsein ist Casablanca einer der im deutschen Sprachraum bekannten Hollywood-Filme, die den Nationalsozialismus zum Thema hatten und Anfang der 1940er in die Kinos kamen. Während Charlie Chaplin und Ernst Lubitsch den komödiantischen Ansatz wählten, zeigt Casablanca die Situation der Flüchtlinge als Thriller.

Quellen wie Norbert F. Pötzl legen nahe, dass Casablanca ein Propagandafilm sei.[27] So mache die Antwort Ferraris auf Ricks Weigerung zum Verkauf der Bar mit der Erwähnung von „Isolationismus“ inhaltlich keinen Sinn. Sinn mache sie hingegen in Betrachtung der Haltung der USA gegenüber dem Krieg in Europa. Um die Abneigung der Hälfte der Amerikaner gegen Juden zu umgehen, würde die Herkunft der meisten Flüchtlinge nie erwähnt: Das Wort Juden komme im Film nicht vor.

Eine bekannte Szene ist der Gesangskrieg: In der Szene stimmt Major Strasser am Klavier in Ricks Bar Die Wacht am Rhein an. Die Deutschen werden jedoch von allen anderen Gästen in der Bar übertönt, die nach Initiative von László aufstehen und die von Corinna Mura angestimmte und vom Orchester auf Ricks Wink hin unterstützte republikanische Marseillaise singen. Die Deutschen treten ab. Ursprünglich wollte Warner das Horst-Wessel-Lied als deutsches Nazi-Lied singen lassen. Doch die Urheberrechte lagen bei einer deutschen Gesellschaft, und die Produzenten befürchteten darin eine mögliche Handhabe im internationalen Filmverleih.

Auch die Herkunft des Widerstandskämpfers ist Programm – Victor László – ein Tschechoslowake mit ungarischem Namen, der für das unter dem Faschismus und Nationalsozialismus leidende (Mittel-)Europa steht. Zu Beginn erschießt die Polizei einen Flüchtling ohne Papiere vor einem Plakat von Marschall Pétain, am Ende des Films gibt es eine Szene, in der Polizeihauptmann Renault eine Flasche Vichy-Wasser in den Mülleimer wirft. Vichy war der Sitz des mit den Nazis kollaborierenden Vichy-Regimes des Feldmarschalls Pétain, dessen Einfluss auf Nordafrika zu diesem Zeitpunkt vollkommen unklar war.

Mediale Referenzwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner großen Popularität wurden ganze Szenen, einzelne Einstellungen oder Dialogsätze aus Casablanca im Laufe der Zeit in zahlreichen anderen Filmen, Fernsehserien oder Liedern kopiert, zitiert und parodiert. Eine der berühmtesten Parodien ist Eine Nacht in Casablanca[28] von den Marx Brothers (1946). Peter Falk brillierte 1978 in Der Schmalspurschnüffler, einer Bogart-Parodie, die jede wichtige Szene aus Casablanca persifliert.[29] Ebenfalls um Bogart und den Film Casablanca geht es in dem Theaterstück und gleichnamigen Film von Woody Allen Mach’s noch einmal, Sam.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das spannende, zuweilen witzige Melodram mit zeitgeschichtlichem Hintergrund besticht weniger durch seine Kolportagehandlung als durch optisches Raffinement, darstellerische Präzision, dramaturgisches Timing und dichte Atmosphäre. Ein Evergreen perfekter Kinounterhaltung.“

– Lexikon des Internationalen Films 1987

„Beklemmend edelmütig ausgetragener Dreieckskonflikt, nicht ohne Spannung so kunstreich kompliziert, dass alle drei am Leben bleiben: Ingrid Bergman, liebend lächelnd, wie nur sie es kann, zuweilen eine Träne vertropfend; Humphrey Bogart als Barbesitzer, ein Amerikaner in Casablanca, zu vielem fähig geworden; Paul Henreid als Leuchte der Naturwissenschaft zur Zeit politischer Flüchtling, Peter Lorre spielt einen Mann, der gemordet hat. In den Hauptrollen der Weltkrieg II und Casablanca, Umsteigequartier für Schiffbrüchige aller Art. Bessere Hollywood-Konfektion.“

– Der Spiegel, September 1952 (basierend auf der entstellenden ersten deutschen Schnittfassung und Synchronisation)

„Humphrey Bogart ist so hart, dass er an einem bestimmten Punkt aussieht wie Buster Keaton, der Paul Gauguin spielt.“

– Time, November 1942[30]

„Casablanca ist Symbol für einen Ort, der unabhängig vom konkreten Filmgeschehen und den zeitlichen Umständen existiert, und das macht einen Film zeitlos, der für viele in den Zeiten des Kriegs vielleicht vor allem ein Liebesfilm und ein »antifaschistischer Propagandafilm« war. Er umfasst das Gefühl des Wartens in einer Welt, in der sich der Schrecken, der Horror, die Verzweiflung, der Tod in einer »sozialen Maschinerie« konzentriert hat, die scheinbar unaufhaltsam alles in Trümmer legen wird. Ricks »Café Américain« ist insofern vielleicht eben nicht nur Fluchtpunkt, sondern auch Zeichen einer anderen Welt. Die Figuren in diesem Film – abgesehen von Major Strasser, der nichts als ein Rädchen in der Maschinerie darstellt – sind nicht nur Betrüger, Einzelgänger, Diebe, […] Schwarzmarkthändler. Sie sind – abseits aller Fehler, charakterlicher Mängel usw. – miteinander verbunden – entgegen den skrupellosen Erwartungen ihrer Verfolger.“

– Ulrich Behrens: filmzentrale

„Ein Liebes-, Abenteuer-, Spionage-, Antinazi- und Nostalgiefilm, der den Mythos Bogart begründete: der Kult- und Kitschfilm vom langen Abschied.“

– Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Wertung: 3½ Sterne = außergewöhnlich)[31]

„Gut gespielter Reißer.“

– 6000 Filme. Handbuch der katholischen Filmkritik.[32]

„Es gibt Filme nach berühmteren literarischen Vorlagen, von denen weniger Sprachliches im Gedächtnis bleibt als von dem Film ‚Casablanca‘. Sind doch vier Sätze aus diesem Kinovergnügen zu unsterblicher Literatur geworden, nämlich: ‚Spiel es noch einmal, Sam‘ und ‚Schau mir in die Augen, Kleines‘ und ‚Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen‘ und ‚Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft‘. Sätze, die irgendwo und irgendwann gebraucht, immer als Zitate aus ‚Casablanca‘ erkannt werden.“

– Walter Laufenberg, Filmrezension „Casablanca“[33]

„Ein Meilenstein der Kinogeschichte, der 1943 drei Oscars (bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch) gewann. Unvergessen auch die Flughafen-Abschiedsszene mit Bogie und Ingrid Bergman.“

– prisma-online

„[…] Eine Legende ist ‚Casablanca‘ ganz gewiß geworden. Kein anderer amerikanischer Film hat seine Popularität so mühelos über die Jahrzehnte gerettet, […] Die Dialoge zwischen den beiden gehören längst zur amerikanischen Folklore, ebenso wie Dooley Wilsons unendlich melancholisches Lied ‚As Time Goes By‘ und der finale Satz des Films: ‚Louis, I think this is the beginning of a beautiful friendship […] Casablanca‘, nach wie vor das wohl eindrucksvollste Beispiel für die verschwundenen Tugenden des klassischen amerikanischen Atelierkinos, traumhaft perfekt inszeniert und gespielt […].“

– Die Zeit Juni 1974[22]

„Auch wenn man den Film Jahr für Jahr immer wieder sieht, so wird er doch niemals zu vertraut. Es ist wie bei dem Lieblingsmusikalbum, je besser man es kennenlernt, desto mehr schätzt man es.“

– Roger Ebert: September 1996[34]

„Casablanca ist ein Film mit einer Beziehung zum Publikum, die kein anderer Film so erreicht hat. Es ist eine 60-jährige Liebesaffäre, die immer noch so frisch wie beim ersten Aufeinandertreffen ist. Jedes Mal, wenn man sich hinsetzt, um ihn zu schauen, ist es wieder der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“

– Guardian November 2002[35]