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Max Payne ist ein Computerspiel des finnischen Spieleentwicklers Remedy Entertainment um den gleichnamigen tragischen Helden, entstanden in Zusammenarbeit mit 3D Realms. Seither folgten zwei weitere Fortsetzungen. Veröffentlicht wurde die Serie von Take 2 Interactive, wobei Teil eins unter dem Label Gathering of Developers, ab Teil zwei dagegen unter dem Label Rockstar Games erschien. Derzeit ist Take 2 Interactive im Besitz sämtlicher Markenrechte und damit alleinverantwortlich für die Weiterentwicklung der Serie.

Der erste Teil wurde von seinen Schöpfern als Film Noir Story bezeichnet und allgemein als Third-Person-Shooter eingestuft. Die englischsprachige Originalversion ist am 25. Juli 2001 erschienen und wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert. Es wurde auch eine entschärfte Version für den deutschen Markt entwickelt, doch da auch für diese bereits vor dem geplanten Veröffentlichungstermin eine Indizierung vorausgesagt wurde, erschien sie nie. 2012 strich die BPjM den Titel von der Liste jugendgefährdender Medien. Am 12. April 2012 erschien Max Payne für Apple iOS und am 14. Juni für Android-Geräte.[2]

Inhalt

Handlung

Die gesamte Handlung von Max Payne spielt im New York City der Gegenwart und ist größtenteils eine Rückblende, die in der Anfangssequenz eingeläutet wird. Wichtige Passagen der Handlung werden als Zwischensequenzen im Comicstil mit Sprachausgabe vermittelt.

Ein Schlüsselobjekt ist der fiktive Wirkstoff Valkyr, welcher als militärisches Experiment der Vereinigten Staaten zur höheren Leistungsfähigkeit von Soldaten gescheitert ist, von der Projektleiterin Nicole Horne jedoch insgeheim weiterentwickelt und als Designerdroge vertrieben wird. Die Frau von Polizei-Kommissar Max Payne, dem Protagonisten des Spiels, erfährt zufällig von diesem Projekt, woraufhin sie und ihre Tochter in Paynes Wohnung von Auftragskillern ermordet werden, bevor sie ihre Erkenntnisse weitergeben kann. Jene Verbrecher standen dabei unter Einfluss der Valkyr-Droge, was für Payne Anlass ist, fortan als verdeckter Ermittler für das Drogendezernat zu arbeiten.

Nach drei Jahren gerät er bei Ermittlungen zur Valkyr-Droge in eine Falle, im Rahmen derer sein Freund und Kollege Alex Balder, dem allein Max’ Identität bekannt ist, getötet wird und Max selbst als vermeintlicher Täter dafür auf die Fahndungslisten der Behörden gelangt. Max muss sich verstecken, kann seine Ermittlungen jedoch auf eigene Faust fortführen und die Mafia-Familie Punchinello als Drahtzieher hinter dem Komplott um die Droge ausmachen. Darauf wird er von Mona Sax in Hornes Auftrag getäuscht, welche ihn betäubt und einer Gruppe Schlägern überlässt. Max entkommt und verbündet sich mit dem russischen Mafioso Vladimir Lem, um gemeinsam das Anwesen von Don Punchinello zu stürmen. Nachdem er diesen gestellt hat, erwähnt der panische Don die Verwicklungen der Regierung in die Valkyr-Angelegenheit. Daraufhin stürmen Beamte in Hornes Diensten die Villa und töten den Don. Payne trifft dabei Horne, die ihm eine Überdosis Valkyr verpasst; nach einer erneuten Ohnmacht findet er sich in einer Fabrik wieder. Dort kann Payne den Verlauf von Hornes Projekt rekonstruieren und die Verbindung seiner Frau zum Projekt aufdecken, bevor er das Gebäude wegen eines ausgelösten Selbstzerstörungsmechanismus verlassen muss.

Später trifft Payne Alfred Woden, der ihm bis dahin bereits telefonisch anonyme Hinweise gegeben hatte. Woden gibt sich als Mitglied einer geheimen Gruppe zu erkennen, welche Horne anlässlich ihrer Drogenversuche ausgeschlossen hatte, von ihr jedoch mit einem Sexvideo untätig gehalten wird; er verspricht Payne vollständige Rehabilitation im Falle von Hornes Tod. Payne kann im Anschluss das Video sicherstellen und tritt Horne in ihrem Firmengebäude gegenüber. Payne tötet Horne, bevor sie mit einem Helikopter fliehen kann.

An dieser Stelle endet die Rückblende und Payne wird gezeigt, wie er von Polizeieinheiten gestellt und unter den Augen des lächelnden Woden abgeführt wird.

Max Payne wird als von Schuldgefühlen geplagter Mensch dargestellt, der in Traumsequenzen bei sich die Schuld für den Tod seiner Familie sucht.

Kritik

Das Spiel verkaufte sich bis 2002 mehr als 2,75 Millionen Mal.

Kunstaspekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Payne wird von vielen als eines der führenden Beispiele für die umstrittene These gesehen, dass Computerspiele eine Kunstform darstellen. So sind einem Report des Autors Daniel Kreis in der deutschen Computerspielezeitschrift PC PowerPlay vom August 2005 zufolge das Erlebnis, auf Knopfdruck die Zeit verlangsamen zu können, sowie die filmähnliche Atmosphäre kunstähnliche Aspekte. Diese These wird von Henry Jenkins, Professor für Literatur am Massachusetts Institute of Technology, unterstützt.[7] Als ein Merkmal moderner Kunst könnte auch gelten, dass das Spiel an manchen Stellen seinen Status als kulturelles Produkt in seine Erzählung mit einbezieht. So meint Max in einer der Comicsequenzen, nachdem ihm die Droge V injiziert wurde, er fühle sich wie die Figur in einem klischeehaften Comic, und anschließend sogar, er fühle sich wie die Spielfigur in einem Computerspiel, „mit Waffenstatistiken über seinem Kopf hängend“ und „sich verlangsamender Zeit, um meine Bewegungen aufzuzeigen“.

Indizierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Teil der Spielreihe wurde aus zwei Gründen indiziert: Zum einen wegen der durch die neuartige Bullet Time entstandene „Ästhetisierung von Gewalt“, wie die Behörde es bezeichnete, insbesondere aber wegen der Selbstjustiz-Handlung (Motiv der Rache), aufgrund derer u. a. auch die storytechnisch ähnliche Comic-Verfilmung The Punisher indiziert wurde. Was ebenfalls zur Indizierungsentscheidung beitrug, war die für damalige Verhältnisse realistisch wirkende Grafik und die authentischen Todesschreie der Gegner.[8] Die Indizierung wurde 2012 aufgehoben: Die BPjM strich den Titel laut einem Rundschreiben vom 28. Februar 2012 rund 11 Jahre nach Erscheinen in Deutschland von der Liste jugendgefährdender Medien.[9] Am 12. April 2012 erschien Max Payne für Apple iOS und am 14. Juni für Android-Geräte.[2]

Klage des Wrestlers Maxx Payne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 verklagte der frühere amerikanische Wrestler Maxx Payne die Produzenten des Spiels auf zehn Millionen US-Dollar Schadensersatz. Er behauptete, die Entwickler hätten ohne Genehmigung seinen Namen und Aussehen für den Spiel-Protagonisten verwendet. Das Verfahren wurde 2005 nach einem außergerichtlichen Vergleich in unbekannter Höhe ausgesetzt.[10]