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Silent Hill (Alternativtitel: Silent Hill – Willkommen in der Hölle) ist ein kanadisch-französischer Horrorfilm des französischen Regisseurs Christophe Gans aus dem Jahre 2006 nach dem gleichnamigen Videospiel von Konami.

In den deutschen Kinos lief der Film am 11. Mai 2006 an. Die Fortsetzung Silent Hill: Revelation erschien am 29. November 2012.

Inhalt

Handlung

Rose und Christopher Da Silva sorgen sich um ihre kleine Adoptivtochter Sharon. Diese ist notorische Schlafwandlerin. Überdies neigt sie dazu, während des Schlafwandelns immer wieder den Namen einer Stadt namens „Silent Hill“ auszusprechen. Weder Medikamente noch Therapien haben bislang geholfen. Auch malt Sharon wiederholt Bilder, die sie kurz darauf mit schwarzer Farbe merkwürdig überkritzelt.

Als Rose herausfindet, dass es die Geisterstadt Silent Hill in West Virginia tatsächlich gibt, reist sie gegen den Willen Christophers mit Sharon zu dieser Stadt. Christopher versucht vergebens, durch Kreditkartensperrung Rose zur Umkehr zu zwingen. Kurz vor Silent Hill hält die Polizistin Cybil Bennett sie an, da diese irrtümlich glaubt, Rose habe Sharon entführt. Da sie jedoch einen Wegweiser nach Silent Hill direkt vor sich sieht, ignoriert sie die Polizistin und fährt davon. Rose durchbricht eine Straßensperre, muss jedoch mit ihrem Fahrzeug jäh ausweichen, da mitten auf der Straße eine Gestalt erscheint, die ihrer Tochter Sharon gleicht. Das Fahrzeug gerät ins Schleudern und prallt gegen eine Leitplanke. Rose verliert das Bewusstsein.

Als sie wieder aufwacht, findet sie sich in Silent Hill wieder und Sharon ist verschwunden. In der menschenleeren Stadt regnet es Asche und es herrscht dichter Nebel. Immer wieder sieht Rose eine kindliche Gestalt, in der sie ihre Tochter zu erkennen glaubt, die vor ihr wegläuft, und folgt ihr. Abends ertönen Alarmsirenen, die Stadt wandelt sich und wird von Monstern heimgesucht, die sich am Morgen wieder in Asche auflösen. Als Rose versucht die Stadt zu verlassen, findet sie sich an einer Schlucht wieder, wo sie auf die verwahrloste Frau namens Dahlia Gillespie trifft. Als Rose ihr ein Foto von Sharon zeigt, erkennt Dahlia im Foto ihre eigene Tochter Alessa wieder und greift Rose an, die zurück zu ihrem Auto flieht. Dort findet sie eine Zeichnung wie jene von Sharon, die das Schulgebäude von Silent Hill zeigt. Sie ruft Christopher an, um ihn um Hilfe zu bitten, erreicht aber nur seine Mailbox. Als sie versucht loszufahren, wird sie von der Polizistin Cybil verhaftet, die angibt, kurz zuvor ebenfalls einen Unfall gehabt zu haben.

In der Zwischenzeit fährt Christopher ebenfalls zur Stadt Silent Hill. An der durchbrochenen Straßensperre trifft er auf die örtliche Polizei. Officer Thomas Gucci teilt ihm mit, die Polizei hätte das verlassene Fahrzeug von Rose gefunden.

Die Polizistin Cybil will mit der verhafteten Rose zu Fuß zur Polizeiinspektion gehen, doch auch dieser Weg endet in einer Schlucht. Als sie von einer Kreatur angegriffen werden, gelingt es Rose zu fliehen und zum Schulgebäude zu gelangen. Sie trifft dort wieder auf das geheimnisvolle Mädchen. Eine Rückblende zeigt, wie Alessa – die wie Sharon aussieht – von ihren Mitschülern als Hexe gehänselt wurde. Rose folgt ihr zu einer Toilette, wo sie aber nur einen mit Stacheldraht entstellten männlichen Leichnam findet, in dessen Mund sich ein Hotelschlüssel befindet. Gleichzeitig versuchen Menschen in Schutzkleidung ihrer habhaft zu werden. Diese fliehen jedoch unmittelbar und die Alarmsirenen setzen wieder ein. Das Schulgebäude verwandelt sich in eine unwirkliche Industrieanlage und erneut wird Rose mit Monstern konfrontiert. Als sich übermächtige Küchenschaben mit menschlichen Gesichtern ihrer bemächtigen wollen, rettet sie Cybil. Als sie von einem Mann mit Pyramidenkopf und Schwert in die Enge getrieben werden, wird es hell und die Situation normalisiert sich. Die beiden Frauen einigen sich, Sharon zu suchen.

Währenddessen durchsuchen Officer Gucci und Christopher die Stadt, die aufgrund eines unterirdischen Kohlebrands seit drei Jahrzehnten unbewohnbar ist. Anders als aus der Sicht von Rose und Cybil erscheint Silent Hill ohne Ascheregen und Nebel; lediglich der Rauch vom Brand des Kohleflöz steigt leicht auf. Officer Gucci verlor einst bei der Evakuierung seinen Vater. Er deutet jedoch an, dass es noch eine andere Hintergrundgeschichte gibt. Sie treffen bei ihrer Suche niemanden an. Christopher meint jedoch, die Gegenwart seiner Frau im Schulgebäude spüren zu können.

Rose und Cybil finden in einem Hotel Dahlia, die von einer weiteren Bewohnerin namens Anna bedroht wird. Eine Zeichnung wie jene von Sharon verweist sie auf Zimmer 111. Sie finden dieses Zimmer hinter einer Wandverkleidung einer Hexenverbrennung. Anna belehrt sie, dass die Vorfahren der Bewohner den Ort rein halten wollten. Über das Zimmer gelangen sie in die einstige Kultstätte der Sekte der Stadtbewohner. Rose findet das Mädchen, von dem sie dachte, es sei ihre Tochter, doch dieses geht in Flammen auf. Als sich die nächtlichen Monster ankündigen, fliehen sie mit Anna in die Kirche der Sekte, die den Bewohnern der Stadt als Unterschlupf dient. Dahlia warnt sie davor, einzutreten. Beim Versuch Dahlia zu töten, wird Anna von dem Mann mit dem Pyramidenkopf getötet. Rose und Cybil werden von den Sektenmitgliedern beschuldigt, Hexen zu sein, doch ihre Anführerin Christabella schreitet zum Gebet, während es wieder hell wird.

Währenddessen stiehlt Christopher in der Nacht Polizeiakten und findet ein Foto von Alessa Gillespie, die wie Sharon aussieht. Er bedrängt die Ordensschwester des Waisenhauses, aus dem die Da Silvas Sharon adoptiert hatten, um Antworten auf seine Fragen zur Herkunft seiner Tochter zu erhalten. Er denkt, Alessa sei die leibliche Mutter seiner Adoptivtochter Sharon. Officer Gucci verhaftet Christopher wegen Einbruch und Körperverletzung. Er gibt an, Alessa gekannt zu haben. Die Einwohner der Stadt hätten ihr übel mitgespielt und sie habe die Nacht des großen Brandes wohl nicht überlebt. Auch er hat Narben davongetragen. Er bringt Christopher dazu, nach Hause zurückzukehren.

Christabella will Rose ermöglichen, den Dämon zu konfrontieren, der wisse, wo ihre Tochter sei. Rose und Cybil werden von der Sektenanführerin in das Krankenhaus geführt, in dem der Dämon hausen soll. Als sie aber Roses Amulett mit dem Foto von Sharon und die Ähnlichkeit zu Alessa sieht, beschuldigt sie Rose und Cybil erneut, Hexen zu sein. Cybil ermöglicht Rose die Flucht, wird selbst aber von Christabellas Schergen niedergeschlagen. Rose gelangt schließlich in die Kammer des Bösen. Dort befindet sich die schwerverbrannte Alessa, die von einer Krankenschwester umsorgt wird. Rose wird von dem geheimnisvollen Mädchen über die Vergangenheit von Silent Hill aufgeklärt. Alessa wuchs bei ihrer alleinerziehenden Mutter Dahlia auf und galt als Ausgestoßene. Der Hausmeister der Schule, dessen Leiche Rose in der Toilette gesehen hatte, vergewaltigte Alessa. Die Stadt beherrschte eine fanatische Sekte, die Frauen und Mädchen verbrannte, welche die Sektenführerin Christabella als unrein identifiziert hatte. Ihre Mutter hatte zugelassen, dass die Sekte ihre Tochter diesem Ritual unterzog, was jedoch schieflief und den Kohlebrand auslöste. Als Dahlia ihren Fehler erkannte, rief sie um Hilfe und der damalige Polizist Gucci konnte Alessa zwar retten, doch sie war schrecklich entstellt. Im Krankenhaus manifestierten sich Alessas Schmerz und Rachegedanken in Form eines dämonischen Doppelgängers, eben jenes Mädchens, das Rose in das Krankenhaus führte. Diese erschuf eine „Parallelwelt“, in der die Mitglieder der Sekte gefangen sind und gerichtet werden sollen. Das verbliebene Gute in Alessa wiederum manifestierte sich in einem Säugling, der vor dem Waisenhaus abgelegt und später von den Da Silvas als Sharon aufgenommen wurde. Der Dämon will sich an Christabella rächen, kann aber die Kirche nicht allein betreten. Er überredet Rose, ihn zu Christabella zu bringen, und nistet sich in Roses Körper ein.

Sharon wurde von Alessas Mutter Dahlia versteckt gehalten, wird aber von der Sekte gefunden. Christabella verbrennt die Polizistin Cybil und will selbiges mit Sharon tun, als Rose die Kirche betritt. Sie stellt Christabella zur Rede und wird von ihr niedergestochen. Ihr Blut öffnet ein Portal, aus dem Alessa und ihr dämonischer Doppelgänger erscheinen, die mittels Stacheldraht alle Menschen in der Kirche niedermetzelt, besonders grausam rächt sie sich an Christabella. Roses Wunde heilt und sie kann Sharon befreien. Die dämonische Alessa und Sharon scheinen zu verschmelzen. Rose, Sharon und Dahlia werden verschont.

Rose und Sharon können Silent Hill verlassen. Als sie zu Hause ankommen, ist dieses, wie auch der gesamte Heimweg, von Nebel umhüllt, wie er auch in Silent Hill existierte. Überblenden zeigen, dass Christopher sich ebenfalls in dem Haus befindet, jedoch die beiden nicht sehen kann und umgekehrt. Lediglich deren Präsenz scheint er kurz wahrzunehmen (wie auch in Silent Hill zuvor).

An dieser Stelle zeigt sich, dass Rose und Sharon die Parallelwelt, in der sie die Sekte antrafen, niemals verlassen haben, und auch das Fahrzeug der beiden ist in der realen Welt nicht sichtbar. Und während beide sich in dem Haus umsehen, schließt Christopher die – aus seiner Sicht – von Geisterhand geöffnete Haustür.

Kritik

Von Kritikern wurde der Film tendenziell eher negativ aufgenommen. Auf Rotten Tomatoes fielen von insgesamt 103 Rezensionen nur 32 % positiv aus.[7] Metacritic ermittelte die Punktzahl 31 von 100 basierend auf 21 Kritiken.[8] Auf IMDb hat der Film jedoch eine überdurchschnittliche Bewertung von 6.6/10 Sternen (Stand Oktober 2016).[9]

Im Hollywood Reporter war von einem „überkochten Albtraum“ zu lesen.[10] Gelobt wurde der Film von verschiedener Seite für seine Optik und Atmosphäre. So schrieb beispielsweise Cinema, der Film sei eine „ungebremst surreale Bilderflut“ und eine „blutrünstige und trotzdem seltsam poetische Odyssee durch die Hölle“.[11]

In den Oberösterreichischen Nachrichten war am 13. Mai 2006 zu lesen: „Genießen Sie die stimmige Ausstattung, die surrealistische Bildkunst, das Horrorszenario, die starke Musik. Aber versuchen Sie nicht, zu verstehen.“[12] Das Lexikon des internationalen Films urteilte: „Die außergewöhnlich ambitionierte, in ihrer Radikalität schockierende Adaption eines Computerspiels. Dabei evoziert der brillant gestaltete Film durch philosophische Aspekte, grotesk anmutende Bilderwelten und den Verzicht auf herkömmliche Erzählstrukturen weniger Grusel als vielmehr ein Gefühl lähmender Hilflosigkeit.“[13] Für Filmstarts schrieb Carsten Baumgardt, der Horror-Mysterythriller sei „ein hochinteressantes Ideenkonzentrat, was zeitweise in stilvoller Langeweile erstirbt […] die einzelnen Elemente sind teils wunderbar, ausgewählte Szenen kraftvoll und phantasiereich inszeniert […] Gans ist zweifelsohne ein innovativer, fähiger Regisseur, aber der große Wurf gelang dem Franzosen mit Silent Hill dennoch nicht.“[14]