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Sommer vorm Balkon ist ein 2004 gedrehter deutscher Film des Regisseurs Andreas Dresen. Er wurde seit September 2005 auf Filmfestivals gezeigt und kam am 5. Januar 2006 in die Kinos. In Deutschland erreichte der Film knapp eine Million Kinobesucher.[2]

Inhalt

Handlung

Die Freundinnen Katrin und Nike, beide jenseits der Dreißig, wohnen im selben alten Mietshaus in Prenzlauer Berg in Berlin und verbringen oft zusammen die Abende auf Nikes Balkon, wo sie bis spät in die Nacht Wein trinken und plaudern. Katrin, aus Freiburg zugezogen, ist arbeitslos und alleinerziehende Mutter eines Sohnes. Nike ist gelernte Schneiderin, jobbt aber als mobile Altenpflegerin. Nachdem Katrin beinahe von einem LKW überfahren wurde, lernt Nike den Fahrer Ronald in ihrer Stammkneipe näher kennen und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Nach einer Liebesnacht zieht Ronald bei ihr ein. Katrin fühlt sich dadurch von ihrer Freundin allein gelassen. Ihre Arbeitslosigkeit und Einsamkeit versucht sie durch Alkohol zu betäuben. Nach einem Discoabend und einer versuchten Vergewaltigung eskaliert die Lebenssituation von Katrin. Sie wird wegen Alkoholmissbrauchs in die Psychiatrie gebracht und erhält Unterstützung. In der Zwischenzeit kümmert sich Nike um Katrins Sohn Max, der seinerseits ersten Liebeskummer hat. Auch Nikes neue Beziehung zu Ronald verläuft nicht problemlos. Sie erfährt, dass er verheiratet ist und Vater dreier Kinder von unterschiedlichen Frauen. Als Katrin aus dem Krankenhaus zurückkommt, macht er sich auch noch an sie ran. Nach einer letzten Nacht setzt Nike den Macho Ronald kurzerhand vor die Tür. Danach finden die Freundinnen wieder enger zueinander und verbringen die Sommerabende erneut auf Nikes Balkon. Das Schlussbild zeigt das Wohnhaus im Herbst zur Renovierung eingerüstet und nun unbewohnt.

Kritik

„Unaufdringlich vermittelt die rundum stimmige melancholische Komödie über Liebe, Freundschaft, Solidarität, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit die angeschnittenen Themen und beweist trotz der nachdenklichen Grundstimmung ein subtiles Gespür für das Komische im Alltag. Überzeugende Darsteller, der fast dokumentarische Anstrich und die kluge Musikauswahl machen den Film zum Erlebnis.“

– Lexikon des internationalen Films[6]

„Mit präzisem Blick und großer Liebe zu den Figuren hat Regisseur Andreas Dresen die Geschichte von zwei Freundinnen verfilmt. Zwischen Himmel und Erde sitzen sie auf dem Balkon und blicken auf das bunte, schwierige Dasein, in dem die richtigen Männer oft die falschen sind.“

– Filmstarts.de[7]

„Sommer vorm Balkon ist eine Sozialkomödie, die begeistert, anrührt und die Zuschauer geradezu beglückt – was sich über einen Film selten sagen lässt. Das liegt am brillanten Drehbuch des Solo Sunny-Autors Wolfgang Kohlhaase, dem erfrischend natürlichen Spiel seiner Hauptdarstellerinnen Nadja Uhl und Inka Friedrich und ganz besonders an der speziellen Fähigkeit von Andreas Dresen, das kleine Alltagsleben um die Ecke ungefiltert und lebensecht abzubilden. Mit der größten Leichtigkeit bezieht Dresen Laiendarsteller in die Handlung ein, die zum unverzichtbaren Bestandteil des Films werden und ihn stimmig in den jeweiligen Milieus verwurzeln. Dieser Sommer ist ein Geschenk. Lassen Sie es sich nicht entgehen. – Ungeschönte, herzerwärmende Sozialromanze über die Illusion von der heilen Welt und die Suche nach dem kleinen Glück und dem richtigen Partner“

– Cinema[8]

„Andreas Dresen ist das Glückskind unter den deutschen Regisseuren: Die Kritiker mögen ihn, die Zuschauer aber auch.“

– Evangelischer Pressedienst[9]