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Broken Flowers ist ein tragikomisches Roadmovie über einen alt gewordenen Don Juan von Jim Jarmusch, der auch das Drehbuch geschrieben und den Film produziert hat. Kinostart in Deutschland war am 8. September 2005, mehr als eine halbe Million Zuschauer besuchten die Vorstellungen. In die Schweizer Kinos kam der Film am 10. November 2005.

Bei den Filmfestspielen von Cannes lief er 2005 im Wettbewerb um die Goldene Palme und wurde mit dem „Großen Preis der Jury“ ausgezeichnet.

Inhalt

Handlung

Gerade als der etwas in die Jahre gekommene IT-Fachmann und ewige Junggeselle Don Johnston von seiner jungen Freundin Sherry verlassen wird, erhält er einen anonymen Brief (rote Tinte auf rosafarbenem Briefpapier), der ihn davon in Kenntnis setzt, dass er einen 19-jährigen Sohn hat, der sich aufgemacht haben soll, ihn zu suchen.

Dons Nachbar Winston, ein begeisterter Hobby-Detektiv, drängt ihn, eine Liste seiner ehemaligen Freundinnen aufzustellen, die für den Brief in Frage kommen. Winston findet bei seinen Nachforschungen heraus, was aus den fraglichen fünf Frauen geworden ist. Eine von ihnen ist inzwischen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Zu den verbliebenen vier erstellt Winston für Don einen kompletten Reiseplan mit Flug-, Auto- und Hotelbuchungen. Und schließlich gelingt es ihm, den zögerlichen Don dazu zu bringen, sich auf diese Odyssee quer durchs Land zu den potentiellen Absenderinnen zu begeben.

Es ist nicht nur eine Reise zu Johnstons „Ehemaligen“, vielmehr handelt es sich um eine ironisch zugespitzte Führung durch die US-amerikanische Gesellschaft und ihre unterschiedlichen Lebensstile.

Dons Reise verläuft höchst ereignisreich, aber keine der Frauen kann oder will ihm Hinweise auf besagten Sohn geben. Bei seiner Heimkehr trifft er vor einem Restaurant auf einen jungen Mann, von dem er am Ende annimmt, es könnte sich um seinen Sohn handeln. Doch dieser nimmt Reißaus. Don verfolgt ihn zunächst zu Fuß, bleibt dann aber auf einer Kreuzung stehen und sieht dem rennenden Jugendlichen nach. Kurz darauf wird er auf einen vorbeifahrenden VW-Käfer aufmerksam, aus dem dieselbe Musik dringt, die auch er hört. Aus dem Fenster lehnt sich ein junger Mann, der ihn anstarrt. Er trägt eine ähnliche Jacke wie der Jugendliche, den Don eben noch für seinen Sohn gehalten hat.

Kritik

„[… Ein] Vergnügen dabei zuzuschauen, wie er [Murray] mit seinem makellosen Timing eine Figur formt, die komisch ist und auch ein wenig tragisch, der eine Vergangenheit zuwächst, aus der sich für die Gegenwart nichts ergeben hat […]“

– Verena Lueken: Frankfurter Allgemeine Zeitung[4]

„Ein spröder, gleichwohl unterhaltsamer Film, dessen höchst eindrucksvoller Hauptdarsteller in seiner Rolle aufgeht, und der mit der Botschaft aufwartet, dass nur das Leben im Hier und Jetzt sinnvoll ist.“

– Lexikon des internationalen Films[5]

„Das überaus Befriedigende an Jarmuschs Film ist, dass er konsequent die Klischees des Road-Movie Genres unterläuft und die Reise seines Helden nicht als eine Entwicklungsbewegung vom einsamen, depressiven Loner zum offenen, fürsorglichen Menschen zeigt, sondern die (ohnehin sehr halbherzigen) Bemühungen seines Protagonisten bewusst ins Leere laufen lässt.“

– Critic.de[6]