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Charade ist eine US-amerikanischer Spielfilm von Regisseur Stanley Donen aus dem Jahr 1963. Audrey Hepburn und Cary Grant spielen die Hauptrollen in einer mit vielen unerwarteten Wendungen gespickten Geschichte um eine junge Witwe in Paris, die von einem Gangstertrio verfolgt wird und Hilfe findet bei einem charmanten US-Amerikaner, der aber mehrmals seine Identität wechselt.

Der Film mischt eine Vielzahl von Genres, wie Kriminalfilm, Thriller, Agentenfilm, Romanze und (Screwball-)Komödie. Er wurde oft als „bester Hitchcockfilm, der nicht von Hitchcock ist“ bezeichnet.[2] Beachtung fand Charade auch durch die Filmmusik und den Titelsong (Henry Mancini), den Vorspann (Maurice Binder), das Drehbuch mit den pointierten Dialogen zwischen Hepburn und Grant sowie durch die Tatsache, dass der Film am Originalschauplatz Paris gedreht wurde.

Inhalt

Handlung

Die US-amerikanische Simultandolmetscherin Regina Lampert beschließt in ihrem Skiurlaub, sich von ihrem Mann Charles zu trennen. Als sie nach Paris zurückkehrt, ist ihre große Wohnung völlig leergeräumt. Die französische Polizei teilt ihr mit, dass ihr Mann, offenbar auf der Flucht, getötet wurde, und übergibt ihr eine Tasche, die bei dem Toten sichergestellt wurde, mit einigen wenigen Habseligkeiten, darunter ein Notizbuch, mehrere Pässe auf seinen Namen und ein frankierter, unverschlossener Brief an seine Frau. Die 250.000 Dollar, die ihm die Versteigerung der gesamten Wohnungseinrichtung eingebracht habe, hätte man allerdings nicht finden können.

In der Folge wird Regina in eine undurchsichtige Kriminalgeschichte verwickelt, die sich um eine Episode aus dem Zweiten Weltkrieg dreht. Drei ehemalige Kriegskameraden ihres Mannes bedrohen sie. Sie fordern von ihr 250.000 Dollar, die aus einem gemeinsamen Golddiebstahl stammen sollen. Lampert habe seine OSS-Kameraden betrogen und das Gold vor ihnen versteckt, das aber nun spurlos verschwunden sei. Ein Mister Bartholomew von der CIA fordert Regina auf, für ihn zu spionieren. Im Skiurlaub hatte sie zudem den US-Amerikaner Peter Joshua kennengelernt, der in der Folge ihre Gefühlswelt durcheinanderwirbelt. Joshua gibt sich anfangs als charmanter Helfer aus. Als seine Verbindung zu den Gangstern auffliegt, behauptet er, der Bruder von Carson Dyle zu sein. Carson Dyle war ebenfalls an dem Golddiebstahl beteiligt, ist aber im Krieg angeblich getötet worden. Als Regina herausfindet, dass Carson Dyle keinen Bruder hatte, behauptet Joshua, er sei ein Meisterdieb.

Immer wieder wird von den Beteiligten der Inhalt der Tasche, die Lampert zuletzt bei sich hatte, erfolglos durchsucht. Jeder misstraut jedem, und einer nach dem anderen werden die Kriegskameraden auf mysteriöse Weise ermordet. Endlich jedoch haben die Verbliebenen fast gleichzeitig die entscheidende Idee: Das verschwundene Vermögen steckt in den Briefmarken auf dem Umschlag, der sich in Lamperts Tasche befand. Sie finden zwar den Umschlag, jedoch nicht die Marken: Regina hatte die vermeintlich belanglosen Marken zuvor herausgerissen und an den kleinen Sohn ihrer Freundin verschenkt, der sie auf einem Flohmarkt bereits eingetauscht hat. Der ehrliche Händler gibt Regina jedoch die Marken zurück und klärt sie über deren Wert auf.

An den Kolonnaden des Palais Royal beginnt der Showdown zwischen Joshua und Bartholomew. Regina weiß nicht, wem sie vertrauen soll, bis Bartholomew zugibt, kein CIA-Agent zu sein, sondern der vermeintlich im Krieg verstorbene Carson Dyle. Sie flieht in die leere Comédie-Française und versteckt sich im Souffleur-Kasten, wo Bartholomew sie entdeckt. Er ist im Begriff, sie zu erschießen, als Joshua, der dessen Schritte von der Unterbühne aus verfolgt, im letzten Moment den Mechanismus auslöst für die Platte, auf der Bartholomew gerade steht, sodass dieser in die Versenkung fällt und stirbt. Regina will am Folgetag die Briefmarken in der amerikanischen Botschaft zurückgeben, und Joshua erweckt den Eindruck, sie davon abhalten zu wollen – was die Überraschung für sie umso größer macht: Er selbst ist der „Empfänger“, arbeitet beim Schatzamt der Botschaft und hatte den Auftrag, den Erlös aus dem Goldraub zurückzuholen. In Wahrheit heißt er Brian Cruikshank. Das Happy End wird vervollständigt, als er ihr einen Heiratsantrag macht.

Kritik

„Ein exzellenter Kriminalfilm, der seine Pointe geschickt hinauszuzögern weiß; teils makaber, teils ansteckend heiter.“

– Lexikon des Internationalen Films[4]

„Einfallsreicher Film (…); ein amüsantes Verwechslungsdrama allererster Güte. (Wertung: 2½ von 4 möglichen Sternen: überdurchschnittlich).“

– Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“[6]

„Der temporeiche Mix aus Gaunerkomödie und Spionage-Thriller vereint auf gekonnte Weise trockenen schwarzen Humor und Thrillerspannung. Natürlich ist das Vorbild Alfred Hitchcock stets spürbar (auch wenn der Meister selbst die weibliche Hauptrolle vermutlich mit einer kühlen Blonden wie Tippi Hedren besetzt hätte). Kaum jemand ist Hitchcocks Meisterschaft in Sachen Tempo, Spannung und makabrem Witz so nahe gekommen wie Stanley Donen mit diesem Film. (Wertung: 4 von 5 möglichen Sternen: Super-Film).“

– Prisma-Filmdatenbank[7]