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James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag (orig. Die Another Day) ist ein britisch-US-amerikanischer Spy-Fi[3]-Actionfilm nach Motiven von Ian Fleming und der 20. Teil von Eons James-Bond-Reihe. In Pierce Brosnans viertem und letztem Auftritt in der Titelrolle bekommt es der englische Superspion mit einem jungen Industriellen zu tun, der seine nordkoreanischen Verbindungen hinter medienwirksamen Inszenierungen verbirgt. An Brosnans Seite war die Oscarpreisträgerin Halle Berry zu sehen. Der Film startete am 28. November 2002 in den deutschen Kinos und war ein großer finanzieller Erfolg, obwohl er, vor allem aufgrund seiner überzogenen Inszenierung, vielfach zu den schlechtesten Filmen der Reihe gezählt wird.

Inhalt

Handlung

Der MI6-Agent James Bond wird nach Nordkorea geschickt, weil Colonel Tan-Sun Moon, der Sohn des einflussreichen Generals Moon, der im Westen studiert hat, schmutziger Geschäfte verdächtigt wird. Tan-Sun und der Terrorist Zao tauschen auf einem Militärstützpunkt illegal Waffen gegen Blutdiamanten, die sie in der entmilitarisierten, verminten Zone zwischen Nord- und Südkorea verstecken. Bond gibt sich auf dem Stützpunkt als Diamantenhändler Van Bierk aus, doch Zao und Moon werden durch einen Verräter im Westen über Bonds wahre Identität und seine Mission aufgeklärt.[4] Als sich General Moon, der seinen Sohn ständig kontrolliert, auf dem Stützpunkt ankündigt, ordnet Tan-Sun an, die Waffen verschwinden zu lassen und Bond zu töten. Bond zündet jedoch eine Bombe, die er in dem Koffer mit Diamanten versteckt hatte. Zaos Gesicht wird bei der Explosion durch die umherfliegenden Splitter völlig entstellt. Tao-Sun Moon verlässt den Stützpunkt in einem Luftkissenfahrzeug, Bond verfolgt ihn ebenfalls mit einem solchen Fahrzeug und durchfährt dabei das Minenfeld. Bond gelingt es, das Fahrzeug seines Widersachers zu übernehmen, und er lässt es mitsamt Tan-Sun einen Wasserfall hinabstürzen, wobei es an den Klippen zerschellt. Für General Moon gibt es keinen Zweifel am Tod seines Sohnes. Er nimmt Bond fest und hält ihn vierzehn Monate lang in einem Foltergefängnis gefangen.

Durch Bonds Auftauchen werden die Hardliner in Nordkorea gestärkt und der gemäßigte General Moon geschwächt. Dieser macht den Westen für den moralischen Verfall seines Sohnes verantwortlich und hält Bond für einen Spion, der einen Verbündeten im Westen haben muss. Schließlich wird Bond gegen Zao ausgetauscht, der im Ausland verhaftet worden war, als er versuchte, ein Gipfeltreffen zwischen China und Südkorea zu sabotieren, und chinesische Agenten tötete. Bei dem kurzen Zusammentreffen auf der Brücke ohne Wiederkehr schwören sich Zao und Bond gegenseitig Rache. In Südkorea angekommen, wird Bond betäubt und für Untersuchungen durch den MI6 auf ein britisches Kriegsschiff im Hafen von Hongkong gebracht. M entzieht ihm den Doppelnullstatus und will ihn auf die Falklandinseln abschieben. Sie nimmt ihm übel, dass für seine Befreiung der gefährliche Zao freigelassen werden musste. Außerdem vermutet sie, dass Bond unter der Folter Geheimnisse preisgegeben hat, denn ein amerikanischer Agent in Nordkorea wurde enttarnt und getötet. Um zu verhindern, dass er weiteres verrät, wurde er notgedrungen ausgetauscht. Bond hingegen glaubt, dass dies derselbe Verräter war, der auch ihn enttarnt hatte. Um seinen Ruf wiederherzustellen, flieht Bond und sucht den Verräter.

Der Hinweis eines chinesischen Geheimagenten führt Bond nach Kuba, wo er die amerikanische NSA-Agentin Jinx kennenlernt und eine kriminelle Gen-Klinik aufspürt, die die DNA gutzahlender Kunden gegen die von Menschen austauscht, „die niemand vermisst“. Jinx tötet deren Chef und deponiert eine Bombe, die die Klinik zerstört. Bond entdeckt dort den äußerlich stark veränderten Zao, bekommt ihn aber im Chaos nicht zu fassen. Er stellt aber Diamanten sicher, die ihn zu dem Millionär und Lebemann Gustav Graves führen. Graves hat ein Vermögen mit einem angeblichen Diamantenfund auf Island gemacht und arbeitet 24 Stunden täglich. Eine chemische Analyse ergibt, dass es sich um afrikanische Blutdiamanten handelt. Bond trifft Graves in einem Londoner Fechtclub, konfrontiert ihn mit dem Analyseergebnis seiner Diamanten und beginnt einen Wettkampf, der sich zu einem Duell auf Leben und Tod steigert, bis Graves' Sekretärin Miranda Frost nach einer schweren Verwundung Graves’ den Kampf abbricht. Von Graves’ Fechtlehrerin Verity erfährt Bond, dass die ehemalige Fechtolympiasiegerin Miranda der Protegé von Graves ist.

Graves lädt Bond in seinen isländischen Eispalast zur Präsentation seines Raumfahrtprojekts Ikarus ein. Bond trifft sich zunächst mit M, die ihn reaktiviert, allerdings inoffiziell, da Graves politisch großen Einfluss hat. Er absolviert ein virtuelles Überlebens-Training und lässt sich von Q ausstatten, unter anderem mit einem Sportwagen, der mit optischen Tricks größtenteils unsichtbar gemacht werden kann. Nach Island begleitet wird er von Miranda, die als Agentin für den MI6 arbeitet und im Umfeld von Graves platziert wurde, aber noch nichts herausbekommen hat. Um ihre Tarnung zu schützen, soll Bond nicht über ihre Identität informiert werden.

Bei der Präsentation im Eispalast zeigt Graves, wie sein Ikarus-Satellit Sonnenenergie mit einem riesigen Hohlspiegel auf beliebige Punkte der Erde fokussieren kann. Der Palast wird in der Folge Schauplatz eines spektakulären Showdowns. Bond erkennt, dass es sich bei Graves um den totgeglaubten Colonel Tan-Sun Moon handelt, der sich in der kubanischen Klinik einer Gentransplantation unterzogen und seine Identität gewechselt hat. Er hat „Ikarus“ konstruiert, um vom Orbit aus eine Schneise in das Nord- und Südkorea trennende Minenfeld zu brennen und Nordkorea die Invasion des Südens und damit die Wiedervereinigung zu ermöglichen. Dann entpuppt sich Miranda Frost als von Graves bezahlte Doppelagentin, nachdem dieser sie einst zur Olympiasiegerin machte. Sie war es auch, die Bond in Nordkorea verriet. Bond und Jinx kämpfen zuerst in dem Eispalast auf Island gegen Zao und Miranda, später in einem Antonow An-124-Transportflugzeug im Luftraum über Korea gegen Moon und dessen Schergen, die sie schließlich besiegen, während das US-Militär gegen „Ikarus“ wehrlos ist. Jinx und Bond verlassen das unter dem Ikarus-Strahl explodierende Flugzeug in einem Hubschrauber aus dessen Laderaum. In der letzten Szene liegen sie in einem einsamen Haus im Bett neben Moons Diamanten.

Kritik

Zeitgenössische Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Spannendes, in aufregenden Bildern inszeniertes Actionspektakel mit humorvollen, mitunter auch anzüglichen Dialogen und guten Darstellern, das den Charme der frühen Bond-Filme wieder aufleben lässt.“

– Filmdienst Nr. 24 vom 19. November 2002[17]

„Die Stunts sind so rasant und spektakulär wie nie, doch auch hier wollen die Macher manchmal zu viel. Vieles ist einfach zu sehr over the top. Natürlich spielt Logik in einem Bond-Film keine Rolle, aber auf die Szene des auf einem Autodach surfenden 007 hätte man besser verzichtet. Das ist nicht nur tricktechnisch unzureichend gelöst, sondern wirkt in hohem Maße lächerlich. Ähnliches gilt für die Flugzeug-Sequenz, die sich über alle physikalischen Gesetze hinwegsetzt oder den hanebüchenen Super-Mega-Laser-Satelliten […]. Technisch perfekt gestaltet sich allerdings der Rest der Action – ob Verfolgungsjagden per Luftkissenboot, Auto oder Hubschrauber. […] Die Story, die natürlich nur ein Aufhänger für die rastlose Action ist, bietet wenig Spektakuläres. Außer einer kleinen Überraschung läuft alles nach altbekanntem Muster ab. […] Lee Tamahori hat versucht, den kleinsten gemeinsamen Nenner des Publikumsgeschmacks zu finden und eine Actionszene an die nächste gereiht. Das Problem dabei ist nur, dass ‚Stirb an einem anderen Tag‘ dadurch etwas seelenlos wirkt, nur Schauwerte bietet, keine wirkliche Substanz aufweist. Aber das alles halt auf hohem Niveau.“

– Filmstarts.de[18]

„Der […] Film […] bietet viel Ironie, ist spektakulär, rasant, atemberaubend ausgestattet und geizt nicht mit exorbitanten Bildern im Hochglanzformat. Und doch bleibt das 20. James Bond-Abenteuer in den Details zu einfallslos, Handlung und Action wirken mitunter maßlos und übertrieben, die allzu dominanten Spezialeffekte weisen stellenweise tricktechnische Mängel auf.“

– zelluloid.de[19]

„Auch der Neuseeländer Lee Tamahori […] konnte dem Agentenzauber nichts Neues abgewinnen. Die typische Story wurde mit einer Menge Action, Ballerei und Explosionen angereichert, die in derart schnelle Folgen auf den Betrachter zukommen, dass der gar nicht darüber nachdenken kann, wie idiotisch die ganze Geschichte eigentlich ist. Ein großes Plus: diesmal bekommt Bond mit der amerikanischen NSA-Agentin Jinx, […] einen bezaubernden Sidekick.“

– Prisma.de[20]

„‚Stirb an einem anderen Tag‘ gelingt es, die bewährten Zutaten Weltpolitik, Luxus, Exotik und Erotik so neu aufzubereiten, dass sie den Zuschauer fesseln […]. […] In puncto Action haben die Produzenten von 007 mit ‚Stirb an einem anderen Tag‘ die Lufthoheit gegenüber Konkurrenten wie ‚Triple X‘ zurückgewonnen […]. Andererseits: So übertrieben wie diesmal waren die Action-Sequenzen und Special-Effects noch nie. Wenn Bond mitsamt einer gewaltigen Klippe ins Eismeer stürzt und dort auf dem Dach seines Eisflitzers gemütlich weitersurft, ist die Grenze zum Comic-Strip erreicht. Wenn der Agent nicht vollends zum Superman, ja zur Witzfigur werden soll, dann muss an dieser Stelle Schluss sein.“

– FAZ[21]

„Empfehlenswert [–] Hightech, irre Stunts und feine Ironie“
„Spaß: 0/3; Action: 3/3; Erotik: 0/3; Spannung: 2/3; Anspruch: 0/3“

– TV Movie 24/05 (anlässlich der Free-TV-Premiere)

2003 war der Film in fünf Kategorien, unter anderem als Best Action/Adventure/Thriller Film, für den Saturn Award nominiert. Komponist David Arnold wurde mit dem BMI Film Music Award ausgezeichnet. Darstellerin Rosamund Pike erhielt den Empire Award als Beste Newcomerin. Madonna erhielt 2003 für ihren zweiminütigen Kurzauftritt im Film den Spottpreis Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „wertvoll“.[22]

Vergleich mit anderen Bondfilmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stirb an einem anderen Tag wird häufig als einer der schlechtesten Filme innerhalb der James-Bond-Reihe angesehen, was die Bewertungen und Platzierungen in zahlreichen Ranglisten der letzten Jahre belegen.

Die Zeitschrift Entertainment Weekly erstellte 2006 eine Rangfolge der James-Bond-Filme, in der Stirb an einem anderen Tag als 13. von 21 Filmen abschnitt und die Handlung als „total unverständlich“ bezeichnet wurde.[23] Im selben Jahr wählte die Redaktion des Multimedia-Portals IGN die „aufgeblähte Selbstparodie“ auf den 19. und vorletzten Platz innerhalb der Filmreihe.[24]

Zwischen 2011 und 2012 stimmten die Besucher der James-Bond-Fanseite MI6-HQ.com über die besten Bond-Filme ab. Stirb an einem anderen Tag erreichte Platz 20 von 22 Filmen.[25]

Im Jahr 2012 wurden die Bond-Filme auch durch die Leser des 007 Magazine bewertet, wobei Stirb an einem anderen Tag den vorletzten Platz belegte. Schlechter schnitt nur die Parodie Casino Royale aus dem Jahr 1967 ab.[26] In einer ebenfalls 2012 veröffentlichten Liste des Rolling Stone nimmt Stirb an einem anderen Tag jedoch einen guten zehnten Platz unter 24 James-Bond-Filmen ein und wird als „bester der Bond-Filme mit Pierce Brosnan“ bezeichnet.[27] Im selben Jahr wurde Stirb an einem anderen Tag von dem Magazin Time Out als schlechtester der 22 Bond-Filme genannt.[28] In dem im selben Jahr erschienenen Sonderheft 50 Jahre James Bond des Stern wird der Film mit drei von fünf Sternen („solide“) bewertet. Man bescheinigt ihm allerdings eine gewisse „Überdrehtheit“ und bezeichnet insbesondere das unsichtbare Auto und die Kitesurf-Sequenz als „peinlich.“[29]