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Ich muss sagen, ich bin erstaunt über die zahlreichen gnadenlosen Verisse. Mal im Ernst, was haben die Leute denn erwartet? Mit Smith spielen eine dauerplappernde Witzfigur und mit Kline ein ernstzunehmender Komiker die Hauptrolle in einem Film, dessen Handlung, die nebenbei eine Parodie auf James Bond sein soll, im Wilden Westen stattfindet und mit netten Spezialeffekten garniert ist. Was soll dabei schon herauskommen? Tiefgang? Anspruchsvolle Story? Innovatives Kino? Große Gefühle? Brilliante Schauspielakte? Sicher nicht! 'Wild Wild West' hat nichts davon, aber wer hätte das schon erwartet? Es ist seichtes Unterhaltungs-Hollywood-Popcorn-Kino, sonst nichts. Aber, das war doch zu erwarten, oder?
Sicher, der Film ist nicht so gut, wie er sein könnte: Kevin Kline ist zwar wie gewohnt gut, spielt aber hin und wieder etwas gelangweilt. Dabei ist er jedoch allemal besser als die Nervensäge Will Smith. Zum Ausgleich kann Kenneth Branagh aber durchaus wieder gefallen, seine Rolle als seiner Männlichkeit beraubter Dr. Loveless spielt er teuflisch gut.
Auch die Story hat hin und wieder kleinere Lücken, aber darüber trösten die vielen Gags und die guten Spezialeffekte hinweg.
Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, war der dauernde Bezug auf die amerikanische Geschichte, vorallem den Bürgerkrieg und die Sklaverei. Das sind zwar wichtige Themen, aber sie gehören einfach nicht in einen solchen Film.

Also, so schlimm, wie überall geschrieben steht, ist 'Wild Wild West' nun auch wieder nicht. Ein bisschen wie Popcorn: Ist Geschmackssache, und macht nicht satt, aber wenn man's mag, dann schmeckt's.

 

 

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