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Unbreakable – Unzerbrechlich (Originaltitel Unbreakable) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2000. Regie führte M. Night Shyamalan, der auch das Drehbuch verfasste. Der Film lässt sich den Genres des Comicfilms, des Melodrams und des Thrillers zuordnen. Er erzählt die Geschichte von David Dunn, dem einzigen Überlebenden eines Zugunglücks. Dieser lernt den Comic-Sammler Elijah Price kennen. Die Begegnung führt dazu, dass sich David allmählich seiner übernatürlichen Kräfte bewusst wird.

Die Weltpremiere fand am 14. November 2000 in den Vereinigten Staaten statt. In Deutschland startete er am 28. Dezember 2000 in den Kinos. Die Kritiken fielen durchschnittlich bis positiv aus und der Film wurde bei einem weltweiten Einspielergebnis von rund 250 Millionen US-Dollar zu einem finanziellen Erfolg. Heute hat der Film Kultstatus erreicht.[2][3][4]

2016 erschien Shyamalans Film Split, der im selben Universum wie Unbreakable – Unzerbrechlich spielt und in dem Bruce Willis einen Cameoauftritt als David Dunn hat. Am 17. Januar 2019 wurde die Fortsetzung Glass in Deutschland sowie einen Tag später in den USA veröffentlicht, in der die beiden Filme fortgeführt werden.[5] Die damit entstandene Trilogie fällt somit in ein zusammenhängendes Filmuniversum, das von M. Night Shyamalan als „Eastrail 177 Universe“ betitelt wurde (nach dem in diesem Film auftretenden Zugunglück am Anfang des Films). Eine weitere Fortsetzung wurde von M. Night Shyamalan ausgeschlossen.

Inhalt

Handlung

Elijah Price kommt mit Osteogenesis imperfecta, der Glasknochen-Krankheit, zur Welt. Gefördert von seiner Mutter gelingt es ihm, mit seiner Behinderung trotz wiederholten Krankenhausaufenthalten ein normales Leben zu führen. In einer Rückblende fürchtet sich Elijah, die Wohnung zu verlassen und auf den nahe gelegenen Spielplatz zu gehen. Seine Mutter ködert ihn mit einem Geschenk, das sie für ihn auf einer Bank auf dem Spielplatz deponiert hat. Er dürfe das Geschenk behalten, wenn er es sich selbst vom Spielplatz hole. Elijah bekommt so seinen ersten Comic geschenkt. Der Junge entwickelt von da an Interesse an dieser Gattung und wird nicht nur zum leidenschaftlichen Sammler von Comics, sondern spezialisiert sich später auch als Kunsthändler mit einer eigenen Galerie auf Originalzeichnungen von Comics.

David Dunn arbeitet beim Sicherheitsdienst eines Footballstadions und befindet sich im Zug auf dem Rückweg von einem Bewerbungsgespräch. Kurz vor der Ankunft entgleist der Zug – die Fahrt endet in einer Katastrophe. Alle anderen 131 Zuginsassen kommen ums Leben; David überlebt unverletzt. Wenig später findet er unter seinem Scheibenwischer die Karte der Kunstgalerie von Elijah Price. Auf ihr steht die Frage, wie oft er in seinem Leben krank war. Nachdem er zur Erkenntnis kam, dass er nie krank gewesen war, besucht er zusammen mit seinem Sohn Joseph die Galerie. Elijah eröffnet ihm, dass die Natur Menschen geschaffen habe, die körperlich unterdurchschnittlich entwickelt seien. Deshalb glaubt Elijah, dass es auch Menschen mit überdurchschnittlichen körperlichen Fähigkeiten geben muss – ähnlich den Superhelden in seinen Comics. Weil David so unerwartet eine Katastrophe unbeschadet überlebt hat, ist Elijah überzeugt, dass David ein realer Superheld ist. Elijah bedrängt David mit Fragen, wie z. B. ob er jemals krank gewesen sei. David reagiert brüsk, da er sich eine Antwort erhoffte auf seine allmorgendliche Traurigkeit, und die Dunns verlassen die Galerie.

Obwohl David die Möglichkeit, ein Superheld zu sein, Elijah gegenüber verneint hat, beginnt er in Betracht zu ziehen, dass an der Theorie von Elijah doch etwas Wahres sein könnte. Er erinnert sich an einen schweren Autounfall, den er ebenfalls unversehrt überstanden hat. Sein Sohn Joseph ist aber schnell überzeugt, dass sein Vater ein Superheld ist. Beim Hanteltraining geht dieser David zur Hand und legt ihm die Gewichte auf. David bemerkt nach einigen Wiederholungen, dass es zu viel Gewicht sei und bittet Joseph Gewichte herunter zu nehmen. Dieser legt jedoch weitere auf. Als David es bemerkt, staunt er selbst über seine ungeahnte Körperkraft und bittet Joseph sogar noch mehr Gewichte zu suchen, die er ebenfalls stemmen kann. Trotz alledem ist David nicht überzeugt. Um seinen zweifelnden Vater umzustimmen, dass er ein Superheld mit übernatürlichen Kräften ist, stiehlt er diesem die Pistole und will auf ihn schießen. David kann ihn von diesem Versuch jedoch abbringen.

Erbost u. a. über die Auswirkungen, die Elijahs Wunschdenken auf seinen Sohn hat, sucht David Price auf und sagt ihm, dass er nicht die Person sei, die Elijah sucht, da dieser sich doch an eine Krankheit erinnere, die er nach einem Schwimmunfall hatte. Desillusioniert sitzt Elijah darauf in einer Comicbuchhandlung, wobei ihm dabei ein Comic in die Hände fällt, das seine Zweifel beseitigt. Sowohl David als auch er selbst haben mit Wasser eine Schwachstelle. Er ruft David an, um ihm die Neuentdeckung zu berichten. David dringt kurz darauf in die Halle ein, in der die Trümmerteile des Unfallzuges aufbewahrt werden und inspiziert auch den Platz an dem er saß. Er sucht Price wieder auf und dieser schickt ihn an einen öffentlichen Ort mit vielen Menschen seiner Wahl, worauf David einen U-Bahnhof aufsucht.

Neben außergewöhnlichen Kräften entdeckt David seine Fähigkeit, die schlechten Taten von Menschen zu sehen, wenn er diese berührt. Er geht nachts durch die Stadt, um seine „Superkräfte“ zu prüfen, und entdeckt tatsächlich ein Verbrechen, das er zum Teil verhindern kann.

Er folgt einer Reinigungskraft des U-Bahnhofs zum Haus, das diese bewohnt. Der Mann im orangen Overall hat hierfür einen Familienvater getötet und hält dessen Kinder und Ehefrau gefangen. David verschafft sich Zutritt zum Haus und findet die Leiche des Vaters in der Kellertreppe, wie er es in seiner Vision sah. Er befreit die Kinder, während er weiter den Mann sucht. Bevor er ihn selbst finden kann, überrascht ihn der Mann im Overall von hinten und stößt ihn über das Balkongeländer in den abgedeckten Swimmingpool. David droht durch die Plane zu ertrinken, wird aber von den befreiten Kindern gerettet. Danach betritt er erneut das Haus und schafft es den Mörder zu töten, kann die Mutter jedoch nicht mehr retten.

Elijah und David sind sich im Lauf von Davids Entwicklung näher gekommen, weshalb der Galerist David zu einer Vernissage einlädt. In der Galerie ziehen sich die beiden zu einem Gespräch in Elijahs Büro zurück. Als David Elijah die Hand gibt, „sieht“ er, dass es Elijah war, der das Zugunglück und zuvor noch weitere Katastrophen zu verantworten hat. David stellt Elijah zur Rede, und der Galerist gesteht, dass er mit diesen Unglücken Situationen herbeiführen wollte, die einen Superhelden erkennbar werden lassen würden. Alle diese Opfer seien nötig gewesen, und nun, da er David erkannt habe, habe er auch sich selbst erkannt. Er akzeptiert, dass er der „Böse“ ist, und erklärt, man könne den Bösewicht immer daran erkennen, dass er das exakte Gegenteil des Helden sei. David verlässt Elijah. Im Abspann erfährt man, dass Elijah verhaftet und in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wird.

Kritik

Quelle Bewertung Rotten Tomatoes Kritiker [34] Publikum [34] Metacritic Kritiker [35] Publikum [35] IMDb [36]

Als Unbreakable – Unzerbrechlich in den Vereinigten Staaten am 14. November 2000 Weltpremiere feierte und am 22. November schließlich in den amerikanischen Kinos anlief, wurden am Startwochenende mehr als 30 Millionen US-Dollar eingenommen.[37] Die Kritiken fielen durchschnittlich bis positiv aus (68 % der gesammelten Kritiken auf Rotten Tomatoes waren positiv), die Zuschauerwertungen der Internet Movie Database mit 7,2 von 10 Punkten ebenfalls.[36]

Roger Ebert, renommierter Filmkritiker der Chicago Sun-Times, gab dem Film drei von vier möglichen Sternen und zeigte sich von Unbreakable streckenweise sehr begeistert, kritisierte aber das Filmende. Des Weiteren lobte er Willis’ Darstellung.[38] Dass der Film keine Originalität habe, war hingegen Kenneth Turans Meinung (Los Angeles Times). Er schrieb, The Sixth Sense sei einfach besser gewesen.[39] Todd McCarthy von der Variety war mit Shyamalans Drehbuch sowie der Leistung der Schauspieler unzufrieden. Er lobte aber den Filmeditor Dylan Tichenor und die Musik von James Newton Howard.[40] James Berardinelli schrieb, der Film habe viele visuelle und thematische Ähnlichkeiten mit The Sixth Sense. Unbreakable sei eine Hommage an die Comicsuperhelden und beeindrucke durch seinen klugen visuellen Stil.[41]

In Belgien und Frankreich folgte der Kinostart am 27. Dezember, in Deutschland am 28. Dezember 2000. In der Bundesrepublik wurden in der ersten Woche über eine Million Kinobesucher gezählt,[42] in den französischen Kinos rund 1,3 Millionen.[43] Die französische Filmzeitschrift Cahiers du Cinéma veröffentlichte gleich drei verschiedene Filmbesprechungen. Emmanuel Burdeau sah in dem Film die Umkehrung von The Sixth Sense: David Dunn, ein Lebendiger, wird zu überzeugen versucht, dass er nicht sterben kann, während Dr. Crowe, ein Toter, in Sixth Sense an seine Lebendigkeit glaubt[44], Charles Tesson bezeichnete Shyamalans Spiel mit Gut und Böse als „eine hellsichtige Reflexion der narrativen Bedingung des Hollywoodkinos“[45] und Olivier Joyard meinte, Shyamalan hätte das intellektuelle Kino Amerikas wieder belebt.[46] In Deutschland schrieb Heiko Rosner vom Filmmagazin Cinema: „Kunstvolle Kameraführung, lyrischer Szenenaufbau und subtile Andeutungen erzeugen einen schleichenden Suspense, unter dessen Oberfläche der Stachel des Übernatürlichen droht – als hätte Ingmar Bergman einen Thriller von Hitchcock inszeniert.“[47] Flemming Schock war im Filmspiegel der Meinung, Shyamalan habe diesen Film viel zu schnell gedreht. Er münde in „reinster Selbstanbiederung, erneuter übersinnlich durchsetzter Nichtssagerei und einem nach Schnellschussprinzip geschachteltem Pappkonstrukt“. Der einzige Lichtblick in diesem comicinspirierten Film sei die „unkonventionelle formale Virtuosität“.[48]

Thomas Klingenmaier (Stuttgarter Zeitung) war der Ansicht, der Regisseur erzähle die Geschichte besonders sorgfältig und realistisch. In der ersten Hälfte entwickle er Unbreakable so präzise und feinfühlig, als handle es sich um ein waschechtes Psycho- und Ehedrama. So klug in seiner Bildarbeit, so unerbittlich im Kleinhalten eines Lebens auf der großen Leinwand sei The Sixth Sense nicht gewesen. Außerdem meinte er, der Film höre auf, wo er zu erzählen anfangen müsse: bei der Frage, wie ein normaler Mensch mit den Gaben eines anormalen Körpers umgehen kann, bei der Psychopathologie der Superhelden.[49] Im Lexikon des internationalen Films wurde der Film ebenfalls positiv bewertet: „Spannende Mischung aus Horror- und Psycho-Thriller-Elementen, die auf die üblichen Inszenierungsmittel der Hollywood-Genres verzichtet und in langen Einstellungen und düsteren Bildern vom inneren Kampf der Hauptfigur erzählt, der sowohl psychologische als auch spirituelle Dimensionen beinhaltet.“[50]

Insgesamt erzielte Unbreakable – Unzerbrechlich ein weltweites Einspielergebnis von rund 250 Millionen US-Dollar und ist damit nach The Sixth Sense, Signs – Zeichen, The Village – Das Dorf, Die Legende von Aang und Split Shyamalans sechsterfolgreichster Film.[51] In Deutschland spielte der Film ca. 13,3 Millionen $ ein, in Österreich 4,8 Millionen $, in den USA 95 Millionen $ und in Großbritannien 16 Millionen $.[52] Trotz des kommerziellen Erfolges zeigte sich Shyamalan enttäuscht über die Rezeption seines Films.[53] Außerdem war er nicht mit Disneys Vermarktungsstrategie einverstanden, denn er wollte Unbreakable als Comicfilm präsentieren, nicht als einen Psycho-Thriller wie zuvor schon The Sixth Sense.[54]