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Ritter aus Leidenschaft (Originaltitel: A Knight’s Tale) ist eine Filmkomödie des US-amerikanischen Regisseurs Brian Helgeland, die im Jahr 2001 in Prag gedreht wurde. Der englische Titel ist den Canterbury Tales von Geoffrey Chaucer entnommen, hat aber nichts mit der Erzählung gemein. Heath Ledgers im Film angenommener Name Sir Ulrich von Liechtenstein aus Gelderland ist der des Steiermärkischen Minnesängers Ulrich von Liechtenstein (um 1200–1275), der in seinem Buch Frauendienst das Leben des wandernden Ritters verherrlichte.

Inhalt

Handlung

Handlungsbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1360 in England: Der junge William Thatcher träumt davon, eines Tages ein Ritter zu werden. Sein Vater, ein armer Dachdecker aus London, gibt ihn daher in die Obhut von Sir Hector, einem Turnierkämpfer, um dort Knappe zu werden, und gibt ihm den Rat, immer daran zu glauben, dass ein Mann sein Schicksal verändern könne.

Sir Hector lebt von den Gewinnen aus Wettkämpfen im Tjost. Nur der Adel darf an diesen Ritterspielen teilnehmen. Zwölf Jahre nachdem William bei Hector anheuerte, verstirbt dieser während eines Turniers in Frankreich. William entschließt sich, trotz seiner niederen Herkunft die Rolle des Ritters zu übernehmen und mit Hectors Pferd und Rüstung das Turnier in dessen Namen zu beenden. William gewinnt das Turnier, und mittels dieses Erfolgs kann er Hectors andere Gehilfen – Wat und Roland – überzeugen, auch zukünftig an Wettkämpfen teilzunehmen.

Sich bei weiteren Turnieren als Teilnehmer anzumelden gelingt William aber erst mit Hilfe des mittellosen, noch unbekannten Schriftstellers und Dichters Geoffrey Chaucer, den William, Wat und Roland auf dem Weg zum Turnier in Rouen kennenlernen und der die notwendigen Adelsbriefe fälschen kann. William nimmt die Identität von „Sir Ulrich von Liechtenstein“ aus Gelderland an. Geoffrey übernimmt die Rolle eines Herolds, der seinen Herrn Ulrich vor den Wettkämpfen dem Publikum ankündigt. Wat und Roland treten als Knappen Sir Ulrichs auf.

In Rouen begegnet er der Hofdame Lady Jocelyn und verliebt sich in sie, und auch sie scheint Gefallen an ihm zu finden. Graf Adhemar von Anjou, ebenfalls Turnierteilnehmer und größter Konkurrent Williams, macht Lady Jocelyn jedoch auch den Hof und spottet über Williams Kampfstil und alte Rüstung.

William tritt gegen Sir Colville an, ohne zu wissen, dass es sich dabei um Prinz Edward handelt, der unter dieser Identität jeweils inkognito an Ritterspielen teilnimmt. Colville wird verletzt. William ermöglicht ihm einen ehrenvollen Rückzug vom Turnier und erwirbt sich so Colvilles Anerkennung.

Sir Hectors alte Rüstung wird bei einem Wettkampf stark beschädigt. William lässt sich von der Schmiedin Kate überzeugen, einen von ihr entworfenen, leichteren aber gleichzeitig stabileren Harnisch aus gehärtetem Stahl zu tragen.

Zum Schluss des Turniers in Rouen verliert William gegen Adhemar, der noch nie eine Niederlage erlitten hat.

Schmiedin Kate wird in die Gruppe um William aufgenommen, nachdem sie William für das Turnierbankett das Tanzen beibringt. Auf diesem Bankett versucht Adhemar William bloßzustellen (er scheint zu ahnen, dass William kein Ritter ist), Jocelyn zeigt aber, dass sie auf Williams Seite steht.

In Lagny-sur-Marne treffen William, Jocelyn und Adhemar wieder zusammen. Adhemar muss im Tjost gegen Sir Colville antreten und zieht zurück, als er erkennt, dass Colville Königssohn Edward ist. William dagegen tritt trotz des Wissens um dessen wahre Identität gegen Edward an, und dieser rechnet es William hoch an, nicht einfach zurückgezogen zu haben. William gewinnt das Tjost-Turnier, ist aber frustriert, dass er Adhemar nicht gegenüberstehen konnte und streitet sich aus Frust mit Jocelyn.

Die Gruppe zieht weiter nach Bordeaux. Jocelyn ist nicht mehr unter den Zuschauern. Auch Adhemar fehlt, da er von Prinz Edward an die Front des Hundertjährigen Kriegs gerufen wurde. William gewinnt das Turnier in Bordeaux und die Turniere des folgenden Monats und wird zum erfolgreichsten Turnierkämpfer der Saison.

Schließlich lädt er Jocelyn brieflich zum Turnier in Paris ein. Jocelyn verlangt von William, er solle das Turnier verlieren, um ihr seine Liebe zu beweisen. William verliert daraufhin die ersten Tjost-Partien. Jocelyn erkennt seine Gefühle an und gibt William den Auftrag, das Turnier für sie zu gewinnen. William siegt, Jocelyn und er sind nun ein Paar. Auch Jocelyn ahnt, dass William kein Ritter ist, was für sie jedoch nicht von Belang ist.

An der Weltmeisterschaft in London ist auch Adhemar wieder dabei. Noch vor dem Turnierstart beobachtet er, wie William im Armenviertel seinen (inzwischen erblindeten) Vater besucht, und verrät Williams Herkunft an die Turnierleitung. Jocelyn und Williams Freunde wollen mit William fliehen, doch dieser weigert sich – Ritter würden nicht weglaufen. So wird er verhaftet und an den Pranger gestellt, da er als Nichtadliger an den dem Adel vorbehaltenen Turnieren teilgenommen hat.

Prinz Edward taucht auf, befreit William aus dem Schandpranger. Beeindruckt davon, dass William nicht vor der drohenden Verhaftung geflohen ist, und in Anerkennung des ritterlichen Verhaltens Williams während der Turniere, schlägt Edward William zum Ritter. Daraufhin nimmt William am Turnier teil und trifft auf Adhemar. Dieser verwendet unerlaubterweise angespitzte Lanzen beim Tjost und verletzt William. Doch beflügelt davon, zum ersten Mal als Ritter unter seinem eigenen Namen zu reiten, und mit der Unterstützung Jocelyns, seiner Freunde und seines Vaters kann William Adhemar trotz seiner Verletzung vom Pferd stoßen und wird Weltmeister. William hat es somit schließlich geschafft, sein Schicksal zu verändern und sich den ersehnten gesellschaftlichen Aufstieg und ein ungestörtes Leben mit Jocelyn zu sichern.

Struktur der Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielt in Frankreich und England. Folgende namentlich genannten Turnierorte werden der Reihe nach besucht, die Namen der Orte werden im Film eingeblendet:

Alle genannten bzw. identifizierbaren Orte gibt es tatsächlich.