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Shining (original The Shining[2]) ist ein britisch-US-amerikanischer Horrorfilm des Regisseurs Stanley Kubrick aus dem Jahr 1980 nach Stephen Kings gleichnamigem Roman.

Inhalt

Handlung

Das Overlook-Hotel in den Bergen von Colorado wird wie jedes Jahr den Winter über geschlossen. Für diese Zeit sucht die Hoteldirektion einen Hausverwalter. Der ehemalige Lehrer Jack Torrance bewirbt sich um diesen Job, um seine Frau Wendy und den kleinen Sohn Danny über den Winter versorgen zu können. Während eines Gesprächs mit seiner Mutter offenbart Danny eine seltsame Eigenart: „Tony“, der „kleine Mann, der in Dannys Mund wohnt“, spricht durch seinen Mund und bewegt dessen rechten Zeigefinger; er sagt Danny kurz bevorstehende Ereignisse voraus. So prophezeit er zum Beispiel ganz richtig, dass Jack die Stelle als Hausverwalter bekommen wird. Wendy hält Tony für einen imaginären Fantasiefreund von Danny und denkt sich nicht viel dabei. Der Hotelmanager des Overlook, Stuart Ullman, erzählt Jack, dass im Winter 1970 ein Hausverwalter namens Charles Grady seine Frau, seine zwei kleinen Töchter und sich selbst getötet hatte, vermutlich in einem Anfall von Trapperfieber. Unterdessen hat Danny verstörende Visionen aus dem Overlook, die er aber nicht zuordnen kann.

Bei der Ankunft im Hotel werden den Torrances die Räumlichkeiten gezeigt und die letzten Einzelheiten erklärt. Währenddessen sieht Danny in einem Aufenthaltsraum zwei wie Zwillinge aussehende Mädchen (die allerdings unterschiedlichen Alters sind). Es handelt sich dabei um die Töchter von Grady. Der Hotelkoch Dick Hallorann zeigt Wendy und Danny die Küche sowie die Vorräte des Hotels. Er erkennt Dannys Fähigkeiten, Übersinnliches wahrzunehmen, da er ebenfalls über diese Fähigkeit verfügt. Als er mit Danny allein ist, spricht er mit ihm darüber und nennt diese seltene Fähigkeit das „Shining“. Danny erzählt ihm daraufhin von Tony und erwähnt von sich aus das Zimmer Nummer 237. Er fragt nach Geschehnissen, die in diesem Zimmer stattgefunden hätten. Hallorann verbietet Danny eindringlich, jenen Raum zu betreten. Zum Abschluss des Tages erforschen Wendy und Danny gemeinsam den riesigen Irrgarten vor dem Gebäude.

Einen Monat später häufen sich die Merkwürdigkeiten. Es beginnt damit, dass Jack Wendy aus der großen Hotelhalle vergrault, die er als eine Art Arbeitszimmer verwendet, weil er beim Schreiben seines Werkes nicht gestört werden möchte. Beim Spielen entdeckt Danny das verbotene Zimmer 237 und hat weitere Visionen: Die Grady-Mädchen stehen vor ihm und fordern ihn auf, mit ihnen zu spielen, für „immer und immer und immer“. Zwischendurch sieht er sie tot und blutüberströmt neben einer Axt liegen.

Wendy hört Jack stöhnen und schreien und eilt ins Foyer, sie findet ihren Mann schlafend vor und weckt ihn. Jack berichtet Wendy aufgewühlt davon, dass er geträumt habe, wie er sie und Danny ermordet und zerstückelt. Danny betritt mit Würgemalen am Hals das Foyer, was Wendy vermuten lässt, Jack sei dafür verantwortlich. Dieser zieht sich in den „Gold Room“ an die verlassene Hotelbar zurück. Zunächst sind weder Getränke noch Gesellschaft vorhanden, doch plötzlich erscheint ein Barkeeper namens Lloyd und schenkt Jack einen Drink ein. Die Männer scheinen sich zu kennen und sprechen miteinander, wobei Jack erwähnt, er habe Danny vor Jahren versehentlich verletzt. Der Mann hinter dem Tresen und alle Getränke sind plötzlich verschwunden – es scheint, als habe Jack wieder geträumt. Wendy betritt die Bar und bittet ihn, im Zimmer 237 nachzuschauen, dort habe eine Frau laut Dannys Aussage dem Jungen die Würgemale zugefügt. Im Zimmer angekommen, sieht Jack in der Badewanne eine junge, nackte Frau sitzen. Sie geht auf ihn zu und beide umarmen und küssen sich innig. Als Jack jedoch in den Badezimmerspiegel schaut, hält er die verwesende Leiche einer alten Frau in den Armen. Diese kommt lachend auf ihn zu, und Jack flüchtet panisch aus dem Zimmer. Gegenüber Wendy verschweigt er das Erlebnis und behauptet, Danny müsse sich die Würgemale am Hals selbst zugefügt haben. Als Wendy meint, Danny müsse weg vom Hotel, wirft er ihr lautstark vor, dass sie ihm bloß die einmalige Chance dieser Arbeitsstelle vermasseln wolle.

Mittlerweile macht sich Hallorann, der wegen eines schweren Schneesturmes in den Bergen von Colorado und seiner Vorahnungen zunehmend unruhig wird, nach einem fehlgeschlagenen Telefonat auf den Weg zum Hotel. Jack ist wütend und kehrt in den „Gold Room“ zurück, der nun auf einmal mit Menschen gefüllt ist, die im Stil der 1920er Jahre gekleidet sind. Hier trifft er einen Kellner, dessen Name sich als Delbert Grady herausstellt. Jack glaubt daher, in ihm den früheren Hausverwalter zu erkennen. Dieser bestreitet jedoch sowohl, jemals im Overlook Verwalter gewesen zu sein, als auch seine Familie und sich selbst umgebracht zu haben. Vielmehr behauptet Grady, Jack sei immer der Verwalter gewesen. Er weist Jack darauf hin, dass Danny versuche, einen Fremden zu der Angelegenheit hinzuzuziehen, und dass sein Sohn gefährliche, übernatürliche Fähigkeiten habe. Er stiftet Jack dazu an, seiner Familie ebenfalls eine „Lektion“ zu erteilen. Seine eigenen Töchter seien auch unartig gewesen, weshalb er sie „zur Ordnung gerufen“ und auch seiner Frau, die ihn von seiner „Pflicht“ abzuhalten versucht hätte, eine „Lektion“ erteilt habe. Jack versichert ihm, er wisse, was zu tun sei.

Inzwischen versucht die nächstgelegene Polizeistation, mit dem Hotel Funkkontakt aufzunehmen, woraufhin Jack die Anlage sabotiert. Wendy entdeckt Jacks Manuskript und stellt erschrocken fest, dass auf allen Seiten immer nur derselbe Satz steht: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ (Im englischen Original steht „All work and no play makes Jack a dull boy.“, auf Deutsch: „Nur Arbeit und kein Spielen macht Jack zu einem langweiligen Jungen.“) Jack überrascht Wendy, die mit einem Baseballschläger bewaffnet ist. Sie streiten wieder darüber, was mit Danny passieren soll, und Jack wirft ihr erneut vor, nicht an ihn und an seine Pflichten als Hausverwalter zu denken. Danny erlebt den Streit seiner Eltern in einer Vision und sieht dabei auch eine Zimmertür mit dem in Rot geschriebenen Wort „Redrum“. Jack droht Wendy schließlich, sie umzubringen. Als er versucht, ihr den Baseballschläger abzunehmen, trifft ihr Schlag ihn am Kopf; er fällt rückwärts die Treppe hinunter und bleibt bewusstlos liegen. Während er wieder zu sich kommt, wird er von Wendy in die Vorratskammer geschleift, wo es ihr gelingt, ihn einzusperren. Wendy will mit Danny zum Arzt fahren, muss jedoch feststellen, dass Jack nicht nur das Funkgerät, sondern auch das Schneemobil sabotiert hat. Grady spricht zu Jack durch die verschlossene Tür der Vorratskammer, Jack solle die Sache „mit mehr Herz und Schärfe angehen“, Wendys Einfallsreichtum sei größer als seiner. Jack gibt daraufhin sein Wort, und die von außen verriegelte Tür öffnet sich.

Wendy hat sich inzwischen schlafen gelegt und wird von Danny geweckt. Der Junge spricht nur noch mit der rauen Stimme Tonys und wiederholt ständig das Wort „Redrum“, das er mit einem roten Lippenstift an die Badezimmertür schreibt, genauso wie in seiner Vision. Erschrocken erkennt Wendy durch einen Blick in den Spiegel, dass dieses Wort rückwärts gelesen Murder (dt. „Mord“) ergibt. Auf der Flucht vor dem mit einer Axt bewaffneten Jack flüchten Wendy und Danny in das Badezimmer und schließen sich ein. Dessen festgefrorenes Fenster lässt sich nur halb hochschieben; Danny kann herauskrabbeln, nicht aber Wendy. Jack schlägt mit seiner Axt auf die Badezimmertür ein. Er drückt sein Gesicht durch die Bresche in der Tür und ruft: „Hier ist Jacky!“. Wendy verhindert sein Eindringen, indem sie seinen Handrücken mit einem Messer verletzt.

Hallorann trifft auf einer Pistenraupe ein und betritt das Foyer, auf der Suche nach der Familie. Der seit dem Sturz humpelnde Jack tötet ihn aus dem Hinterhalt mit einem Axtschlag in die Brust. Wendy irrt auf der Suche nach Danny durch die Flure des Hotels, sie sieht die Leiche des blutüberströmten Hallorann. Aus dem Fahrstuhl ergießen sich Ströme von Blut. Ein Gast im Smoking mit einer Kopfwunde wie von einer Axt prostet ihr mit seinem Drink zu: „Großartige Party, nicht?“. Jack verfolgt Danny, der in den verschneiten Irrgarten flieht, wo er seinen Vater in die Irre führt, indem er in seinen eigenen Fußspuren rückwärts geht. Danny entkommt aus dem Irrgarten, trifft seine Mutter, und beide fliehen mit Halloranns Pistenraupe von der Hotelanlage. Jack, immer weiter herumirrend und im Delirium brüllend, sinkt entkräftet nieder und erfriert im Irrgarten.

Das Schlussbild zeigt eine im „Gold Room“ ausgestellte Fotografie einer Feier zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli 1921, auf der Jack ganz vorn inmitten der Gäste steht und in die Kamera lacht.

Kritik

Der Film wurde überwiegend positiv aufgefasst. So erhielt er eine Quote von 82 % auf der Plattform Rotten Tomatoes.[20]

Ulrich Behrens empfindet den Film als ein Meisterwerk, in dem die Wahrnehmungen der einzelnen Figuren mit der Realität verschmelzen, und sieht in ihm eine Kritik an der amerikanischen Zivilisation und eine Fortsetzung Kubricks von 2001: A Space Odyssey.[21]

Christian Neeb vermutet in einem Artikel im Spiegel, dass Kubricks Perfektion und der enorme Druck, den er auf einzelne Schauspieler ausgeübt haben soll, zu diesem „Monument des psychologischen Horrors“ geführt haben. Zugleich verweist er auf die Vielschichtigkeit des Filmes, über dessen Bedeutung Fans immer noch nachdenken würden.[22]