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Notting Hill ist eine US-amerikanisch-britische romantische Filmkomödie aus dem Jahr 1999. Die Hauptrollen spielen Julia Roberts und Hugh Grant, Regisseur ist Roger Michell. Der Film wurde dreimal für den Filmpreis Golden Globe Award nominiert und entstand nach einem Drehbuch von Richard Curtis.

Inhalt

Handlung

Anna Scott, eine der berühmtesten Schauspielerinnen der Welt, lernt zufällig William Thacker kennen, den Besitzer eines kleinen Buchladens im Londoner Stadtteil Notting Hill. Sie besucht den Laden in dem Moment, als Thacker den Kunden Rufus beim Stehlen eines Buchs erwischt. Rufus, der Anna Scott erkennt, bittet diese um ein Autogramm. Zusätzlich zu ihrer Unterschrift schreibt sie diesem auf, dass er ins Gefängnis gehöre.

Als William etwas später in einem Kiosk ein Getränk für seinen Mitarbeiter holt, stößt er auf dem Rückweg auf der Straße mit Anna Scott zusammen und überschüttet sie dabei versehentlich mit Orangensaft. Er bittet sie in sein Haus, das in der Nähe liegt, damit sie sich dort waschen und umziehen kann. So gut es geht, versucht er Small Talk zu betreiben und ihr etwas zu trinken oder zu essen anzubieten. Die Begegnung bezeichnet er als „surreal, aber schön“. Sie küsst ihn daraufhin spontan und verlässt die Wohnung.

Einige Tage später erfährt William von seinem Mitbewohner, dass eine Anna eine Nachricht hinterlassen und ihn in ihr Hotel eingeladen hat. Dort wird er für einen Journalisten gehalten und sieht sie bei einem slapstickhaft ablaufenden Pressegespräch wieder. Schließlich gelingt es William, Anna zum Geburtstag seiner Schwester Honey einzuladen.

Die Überraschung der Geburtstagsgäste über die Begleitung des sonst eher schüchternen William ist groß. Einer der Gäste, Bernie, erfährt erst von seinen Freunden, dass die Begleitung Williams, die er nach ihrem Beruf fragte, die ihm eigentlich bekannte Schauspielerin Anna Scott ist. Der Star erweist sich als sehr umgänglich, sodass es für alle ein vergnüglicher Abend wird, in dessen Verlauf sich William und Anna näherkommen.

Nach der Geburtstagsparty steigen Anna und William in eine abgeschlossene Parkanlage ein, wo Anna William ein weiteres Mal küsst. Nach einem weiteren Abend mit einem gemeinsamen Kinobesuch und Abendessen in einem Restaurant nimmt Anna William mit auf ihr Hotelzimmer. Dort erwartet sie jedoch überraschend Annas Freund Jeff King. Um Anna nicht bloßzustellen, gibt sich William geistesgegenwärtig als Hotelangestellter aus, sodass er die verfängliche Situation kaschieren und sich verabschieden kann. Der Vorfall hat ihn nicht nur enttäuscht, sondern tief verletzt. Sein Liebeskummer zwingt ihn, in der Folgezeit ständig an Anna zu denken. Seine Freunde bemühen sich, Treffen mit anderen Frauen für ihn zu arrangieren, doch mit keiner geht es über ein erstes Treffen hinaus.

Monate später veröffentlichen einige Zeitungen ältere Nacktfotos von Anna. Auf ihrer Flucht vor der Presse versteckt sie sich bei William. Beide verbringen romantische Stunden miteinander, knüpfen an den ungewollt unterbrochenen Abend im Hotelzimmer an, kommen sich wieder sehr nahe und schlafen schließlich auch miteinander. Am nächsten Morgen folgt die böse Überraschung, denn Williams Wohnung wird von Reportern belagert. Es stellt sich heraus, dass sein Mitbewohner Spike am Abend zuvor im Pub mit der Anwesenheit Anna Scotts geprahlt hat, weshalb nun die Paparazzi, in der Hoffnung auf einen neuen Skandal, in Scharen vor der Haustür warten. Anna ist wütend, da sie weiß, dass ihre Beziehung zu William zu neuen kompromittierenden Fotos und weiterem Wirbel um ihre Person führen wird, ohne dass sie sich dagegen wehren kann. Sie bricht daher das Zusammensein mit William abrupt ab und flüchtet aus der Wohnung.

Monate später, als William seinen Liebeskummer überwunden zu haben glaubt und dies seinen Freunden verkündet, erfährt er von seinem besten Freund Max, dass Anna sich zu Dreharbeiten erneut in London aufhält. William besucht sie am Filmset, wird jedoch zufällig Zeuge, wie sie vor einem neugierigen Kollegen verlauten lässt, dass William nur ein flüchtiger Bekannter und beinahe lästig gewesen sei. Erneut verletzt verlässt er den Set.

Kurz darauf erscheint Anna in Williams Buchladen und klärt ihn über die Situation am Filmset auf: Sie versichert William, dass sie ihn wirklich liebe, dies jedoch vor dem ihr unsympathischen Filmkollegen nicht habe verraten wollen. Sie schenkt ihm das Original des wertvollen Gemäldes La Mariée von Marc Chagall, dessen Kopie sie in Williams Wohnung hängen sah. Sie bittet ihn, nicht mehr die berühmte Schauspielerin in ihr zu sehen, sondern ein einfaches Mädchen, das nur um seine Liebe bitte. William erwidert jedoch, dass er eine weitere Enttäuschung nicht verkraften könne. Verzweifelt und mit den Tränen kämpfend, verlässt Anna daraufhin seinen Laden.

William bespricht sich erneut mit seinen Freunden und erhält von ihnen Unterstützung, indem sie nach Argumenten gegen eine Beziehung mit Anna suchen. Erst Spike öffnet ihm schließlich die Augen, dass seine Ablehnung ein Fehler war. Mit Hilfe seiner Freunde gelangt William in letzter Sekunde auf die Pressekonferenz, die Anna kurz vor ihrer Abreise gibt. Einer der Journalisten fragt sie, wie lange sie denn noch in London bleibe. Sie bestätigt, dass sie sofort nach der Pressekonferenz abreisen wolle.

William, sich erneut als Reporter ausgebend, fragt Anna inmitten der Schar von Journalisten, ob sie bleiben würde, wenn er gestehen würde, ein Dummkopf gewesen zu sein. Sie lässt sich erneut die Frage stellen, wie lange sie in London zu bleiben gedenke, und antwortet: „Für immer“, woraufhin die Reporter und Fotografen begreifen, dass es sich bei dem vermeintlichen Reporter um William selbst handelt und diesen sofort mit ihren Kameras und Fragen belagern.

Der Film endet mit Szenen ihrer Hochzeitsfeier. Auf der Hochzeitstorte erkennt man, künstlerisch verfremdet, die Ziege, die auch auf dem geschenkten Chagall-Gemälde abgebildet ist. Im Abspann sitzen Anna und William entspannt auf einer Parkbank in der Parkanlage, in der sie sich zuerst geküsst hatten, Anna hochschwanger: ein ganz normales, glückliches Ehepaar.

Kritik

Der Großteil der Filmkritiker bescheinigte dem Film hohen Unterhaltungswert, laut Rotten Tomatoes fallen 86 der 103 untersuchten Filmkritiken positiv aus. Laut Kritikerkonsens bietet der Film viel Romantik aufgrund der guten und charmanten Darsteller.[2]

Dennis Lim kommt zu einem negativen Urteil, wenn er den Film in der Wochenzeitung The Village Voice vom 26. Mai 1999 mit der Komödie Vier Hochzeiten und ein Todesfall vergleicht, für die bereits sechs Jahre zuvor ebenfalls Richard Curtis das Drehbuch schrieb und Hugh Grant eine der Hauptrollen besetzte. Er deutet an, dass Julia Roberts in der Rolle der selbstsüchtigen und unsympathischen Anna Scott auch sich selbst spiele. Die „übertriebene Unbeholfenheit“ Williams in der Darstellung von Hugh Grant werde von Minute zu Minute unangenehmer.[3]

Tobias Diekmann von Filmstarts nennt den Film „eine durch und durch amüsante und liebenswerte Komödie“.[4] Er lobt nicht nur die Hauptdarsteller, sie „harmonieren in ihren Rollen perfekt zueinander“, sondern hebt auch gewisse Nebenrollen heraus, die mit „liebenswerten Sidekicks […] ein ums andere Mal den Hauptakteuren die Show stehlen. Allen voran überzeugt Rhys Ifans als durchgeknallter WG-Kumpan, der mit originellen T-Shirts und einem unnachahmlichen Gespür für die größten Fettnäpfchen die Lacher auf seiner Seite verbuchen kann. Ifans schafft es, seine Figur stets ein bisschen über der Schmerzgrenze des Peinlichen zu halten, ohne dabei zu einer bloßen Karikatur zu verkommen, die nach der dritten Szene langweilen würde.“[4] Diekmann betonte den „Dialogwitz […] der überraschend bissig daherkommt“.[4] Insgesamt zähle der Film „eindeutig zu den guten der romantischen Komödien und kann dank exzellenter Darsteller und flottem Drehbuch gerade in diesem sich ständig wiederholenden Genre einige neue […] Akzente setzen. Dass diese gerade bei den Nebenfiguren auszumachen sind, ist nicht oft der Fall, und somit umso ausdrücklicher erwähnenswert. Für die Romantik sind schließlich allein Grant und Roberts zuständig, sodass sich beide Elemente in einem guten Verhältnis zueinander befinden, und diesen Film […] charmant aus der breiten Masse hervorheben.“[4]

Frank Ehrlacher teilt Diekmanns Meinung hinsichtlich der Qualität des Drehbuchs, der Dialoge und der Besetzung des Films.[5] „Hier ist wirklich jede Rolle exzellent besetzt, Schwächen sind nicht auszumachen.“[5]