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Das Glücksprinzip (Originaltitel Pay It Forward) ist ein Filmdrama von Mimi Leder aus dem Jahr 2000. Der Film basiert auf einem Roman von Catherine Ryan Hyde. Die Autorin gründete eine Stiftung, um die Idee aus ihrer Geschichte in der Realität umzusetzen.

Inhalt

Handlung

Der neue – durch Verbrennungen entstellte – Sozialkunde-Lehrer Eugene Simonet konfrontiert seine Schüler in der ersten Stunde gleich mit einer ebenso schwierigen wie interessanten Aufgabe. Sie sollen sich etwas ausdenken, womit sie die Welt verbessern können.

Der junge Trevor hat eine besondere Idee. Nach seinem Prinzip „Weitergeben“ soll man drei anderen Menschen etwas Gutes tun. Diese geben den Gefallen nicht zurück, sondern helfen ihrerseits jeweils drei anderen Menschen. So breiten sich die guten Taten nach dem Schneeballsystem immer weiter aus.

Trevor sucht sich drei Personen aus, denen er helfen möchte. Seinem Lehrer hilft er, indem er ihn mit seiner Mutter Arlene verkuppelt, einem Drogensüchtigen verhilft er zu einem neuen Lebensbeginn, indem er ihm eine Nacht Unterschlupf gewährt und neue Kleider für ihn kauft, und seinem Mitschüler Adam will er bei einer Prügelei beistehen, wozu er aber nicht den nötigen Mut aufzubringen vermag. Auch die ersten beiden Unterfangen scheinen keine Früchte getragen zu haben: Der Drogensüchtige kam nicht von seiner Sucht los und sein Lehrer und seine Mutter tun sich schwer bei ihrer Beziehung. Seine Mutter beendet ihre Beziehung zu Eugene, als Trevors Vater – nun angeblich trocken – zu ihr zurückkommt. Sie wirft Trevors Vater zwar wieder hinaus, als ihr klar wird, dass er in Wirklichkeit nicht trocken ist, jedoch ist Eugene gekränkt und kann sich nicht überwinden, ihr zu verzeihen und die Beziehung wieder aufzunehmen. So kommt es, dass Trevor seine Idee zur Verbesserung der Welt als gescheitert ansieht.

In Wirklichkeit hat sich die Idee allerdings zu verbreiten begonnen, denn die Empfänger von Trevors Wohltaten haben unterdessen ihrerseits das Versprechen eingehalten, selbst etwas Aufopferungsvolles für drei ihrer Mitmenschen zu tun, bis schließlich ein Reporter auf dieses Schneeballsystem des Glücks aufmerksam wird. Dieser besucht Trevor an dessen Geburtstag, um ihm vom Erfolg seiner Idee zu berichten und ihn zu interviewen. Trevors Worte während des Interviews bringen Eugene schließlich dazu, Trevors Mutter zu verzeihen. Nach dem Interview sieht Trevor, wie sein Mitschüler wieder von denselben Rowdys verprügelt wird, und fasst den nötigen Mut, um auch der dritten Person zu helfen, bei welcher er es sich einst vorgenommen hatte. Einer der Rowdys zieht ein Messer, und Trevor wird verletzt. Eugene und Arlene kommen Trevor zu Hilfe; er wird ins Krankenhaus gebracht und stirbt dort.

Später sehen Eugene und Arlene im Fernsehen einen Bericht über Trevors Idee und seinen Tod und erfahren, dass sich die Bewegung inzwischen in der gesamten Nation verbreitet hat. Draußen sehen sie tausende Leute, die zusammenkommen, um Trevor ihren Respekt zu zeigen, indem sie Lichter vor dem Haus entzünden.

Kritik

„Eine einfühlsam gespielte Goodwill-Geschichte in der Tradition eines Frank Capra, deren spürbare gute Absicht zwischen gekünstelten Figuren und unscharfen Milieus aufgezehrt wird. Ohne die nötige Balance aus Realismus und Illusion zu erreichen, mündet die Handlung in ein relativierendes Ende voll spekulativer Sentimentalität.“

– Lexikon des Internationalen Films[1]

„Weil die Dramaturgie (über Rückschläge führt der Weg direkt hin zum Guten) in Das Glücksprinzip ebensowenig überrascht wie die tranige Musik von Thomas Newman oder das Styling von Helen Hunt, das um jeden Preis an Erin Brockovich andocken will, gibt es genügend Zeit, über das Weltrettungsprogramm nachzudenken. Einerseits wird an die persönliche Verantwortung appelliert. Kevin Spacey, dessen Narben-Maske dem aufdringlichen Betroffenheitsgestus des Films buchstäblich ein Gesicht gibt, spricht es aus: „Es gibt die Möglichkeit – in jedem von euch!“ Die andere Seite dieser persönlichen Verpflichtung ist natürlich eine umfassende Entlastung aller staatlichen Einrichtungen und systembedingter Missstände. Von der Obdachlosigkeit, über schlechte Jobs, Kriminalität, bis zu zerrütteten Familien ist alles nur eine Frage des persönlichen Einsatzes: You can do it if you really want.“

– Jan Distelmeyer: epd Film[2]

„Im Wege steht dem Film schon ein ebenso umständliches wie verkleisterndes Drehbuch, das sich fortwährend in gekünstelte Dialoge und noch künstlichere Figuren verirrt. Vor allem aber fehlt der Regisseurin jedes Gespür für die so unerlässliche Balance aus Realität und Illusion, die alleine eine Geschichte wie diese zum Leben erwecken könnte. Wann immer Mimi Leder das engste Umfeld ihrer Hauptfiguren verlässt, wartet sie mit den abgenutztesten und papierensten Klischees auf, die man sich nur vorstellen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um das Milieu der Obdachlosen oder um häusliche Gewaltsituationen handelt; alles kommt gleichermaßen falsch und unglaubwürdig von der Leinwand.“

– Franz Everschor: Filmdienst[3]

Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat wertvoll.