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Die Mumie ist ein Horror-Abenteuerfilm des US-amerikanischen Regisseurs Stephen Sommers aus dem Jahr 1999. Der Film ist eine Neuverfilmung des Horrorfilm-Klassikers Die Mumie aus dem Jahr 1932. Der Film startete am 3. Juni 1999 in den deutschen Kinos.

Inhalt

Handlung

Im altägyptischen Theben des Jahres 1290 v. Chr. führen der Hohepriester Imhotep und Anck-Su-Namun, die Mätresse des Pharaos, eine heimliche Liebesbeziehung. Eines Abends entdeckt Pharao Sethos I. verräterische Beweise und wird von den beiden ermordet. Als die Leibwache erscheint, begeht Anck-Su-Namun Selbstmord, damit Imhotep fliehen und sie später ins Leben zurückrufen kann. Imhotep wiederum stiehlt mit seinen Priestern ihren Leichnam und bringt ihn nach Hamunaptra, der Stadt der Toten. Mit dem dort aufbewahrten „Schwarzen Buch der Toten“ beginnt er ein verbotenes Wiedererweckungsritual. Doch die Medjai, die Leibwächter des Pharaos, hindern ihn daran, das Ritual erfolgreich zu beenden. Imhoteps Priester werden zur Strafe bei lebendigem Leibe mumifiziert. Er selbst wird mit dem schlimmsten aller Flüche belegt, dem Hom-Dai: In Mumienbinden gewickelt, wird er zusammen mit fleischfressenden Skarabäen in einem Sarkophag eingeschlossen und unter der Statue von Anubis vergraben, wo die Medjai ihn von nun an streng bewachen, um seine unheilvolle Rückkehr zu verhindern.

Im Jahr 1923 kämpft der Amerikaner Rick O’Connell für die französische Fremdenlegion in den Ruinen von Hamunaptra gegen ein aufrührerisches Beduinenvolk. Als seine Truppe überrannt wird, überlebt er nur knapp, als er in den hinteren Teil der Ruinen flüchtet, in den sich die Beduinen aufgrund einer Erscheinung nicht hinein wagen. Drei Jahre später wird Rick in Kairo von dem erfolglosen Archäologen Jonathan Carnahan bestohlen, die Beute ist eine altägyptische, achteckige Schatulle. Jonathans Schwester Evelyn, eine Ägyptologin und Bibliothekarin im Ägyptischen Museum Kairo, entdeckt darin eine Karte zur verschollenen Stadt Hamunaptra. Als die Karte von Dr. Terence Bey, dem Museumsdirektor, absichtlich unbrauchbar gemacht wird, machen sich Jonathan und Evelyn auf, um Rick als Führer nach Hamunaptra anzuwerben. Nachdem sie ihn in einem Gefängnis vor dem Galgen gerettet haben, erklärt Rick sich bereit, sie in die sagenumwobene Stadt zu bringen.

Auf ihrer Fahrt auf dem Nil machen sie Bekanntschaft mit den US-amerikanischen Schatzjägern Burns, Daniels und Henderson sowie dem Ägyptologen Dr. Allen Chamberlain, die ebenfalls auf dem Weg nach Hamunaptra sind. Sie werden von Ricks ehemaligem Waffenbruder Beni Gabor geführt, der Rick damals im Stich gelassen hatte. Nachts wird ihr Raddampfer von den Medjai geentert. Als das Schiff in Flammen gerät, springen alle von Bord und machen sich anschließend auf dem Landweg auf zur Totenstadt, Rick mit den Carnahans und Beni mit den Amerikanern.

In Hamunaptra machen beide Gruppen interessante Entdeckungen. Die Carnahan-Gruppe findet die Mumie von Imhotep, und die Amerikaner finden eine Truhe, die sie trotz Chamberlains Warnung vor Imhoteps Fluch öffnen. Sie enthält das „Schwarze Buch der Toten“ und fünf Kanopen mit den Organen von Anck-Su-Namun. In der Nacht stiehlt Evelyn das Buch der Toten und liest laut daraus vor. Dadurch erweckt sie unwissentlich Imhotep zum Leben, der das vor über 3000 Jahren unterbrochene Wiedererweckungsritual vollenden will. Als er mit einem Heuschreckenschwarm eine der zehn biblischen Plagen auslöst und Burns Augen und Zunge entreißt, reisen beide Expeditionen fluchtartig zurück nach Kairo.

Imhotep verpflichtet Beni als Diener und folgt den Schatzjägern nach Kairo. Dort vollzieht er seinen Fluch an den Amerikanern, indem er weitere Körperteile und ihre Lebensenergie stiehlt und so seinen menschlichen Körper wiedererlangt. Als er Evelyn begegnet, hält er sie für die Reinkarnation seiner Geliebten Anck-Su-Namun und will sie entführen, doch Rick kann ihn mit einer Katze vertreiben. Im ägyptischen Museum treffen sie erneut auf Ardeth Bay, den Anführer der Medjai, denn auch der Museumsdirektor Terrence Bey gehört zu den Medjai. Evelyn vermutet, dass das „Goldene Buch des Amun-Ra“ die lebendig gewordene Mumie wieder töten kann. Bay wiederum glaubt, dass Imhotep Evelyn als Menschenopfer braucht, um seine Geliebte wiedererwecken zu können. Da taucht Imhotep mit einer neuen, willenlosen Anhängerschaft auf und entführt Evelyn nach Hamunaptra.

Rick, Jonathan und Bay folgen ihm im Flugzeug von Kapitän Havelock, doch Imhotep bringt das Flugzeug durch einen Sandsturm zum Absturz. Im Tempel von Hamunaptra beginnt er erneut mit dem Ritual zur Wiedererweckung seiner Geliebten, wird aber im letzten Moment von Rick an der Vollendung gehindert. Während Rick gegen Imhoteps untote Priester kämpft und Bay sich scheinbar opfert, finden Evelyn und Jonathan das „Goldene Buch des Amun-Ra“ und lassen Imhotep durch einen Spruch daraus sterblich werden, so dass Rick ihn schließlich töten kann.

Beni hat die Zeit genutzt, um Reichtümer aus den Ruinen zu schaffen, und löst unabsichtlich einen Selbstzerstörungsmechanismus aus. Während die Tempelanlage in sich zusammenstürzt, gelingt Rick, Evelyn und Jonathan die Flucht. Beni hingegen wird in der Schatzkammer eingeschlossen, wo die Skarabäen über ihn herfallen. Als Hamunaptra im Wüstensand versinkt, taucht Ardeth Bay auf, der ebenfalls überlebt hat. Rick und Evelyn werden ein Paar, wollen ein ruhiges Leben beginnen und reiten auf Benis goldbeladenen Kamelen davon.

Kritik

„Der Film Die Mumie ist wie der dicke, dumme Hund, den du als Kind hattest; du kannst nicht anders und magst ihn einfach.“

– John J. Puccio: DVDTown.com

„Die Mumie ist der typische Sommerhit: laut, spektakulär und entbehrlich.“

– Maitland McDonagh: TV Guide’s Movie Guide

„Dieses schräg gewickelte Gemisch aus Schock und Slapstick, Freak-Show und B-Movie will nicht mehr sein als ein unbeschwertes Kino-Vergnügen - und wird so zu einer respektlosen Indiana-Jones-Parodie, die selbst der strenge Indy-Produzent George Lucas mit einem Schmunzeln goutieren würde.“

– Cinema[4]

„Neuverfilmung des gleichnamigen alten Karl-Freund-Stoffes aus dem Jahr 1932. Die an klassischen Vorbildern des Abenteuer- und Monumentalfilms orientierte Inszenierung bemüht sich bei aller äußerlichen Effekthascherei um einen ironischen Unterton, der den Film zumindest streckenweise amüsant macht. Dabei geht mit der Vergröberung des Stoffes zum Event Movie die intime Atmosphäre der Vorlage verloren.“

– Lexikon des internationalen Films[5]