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Anna und der König ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 1999. Der Regisseur war Andy Tennant, die Hauptrollen spielten Jodie Foster und Chow Yun-Fat. Das Drehbuch schrieb Steve Meerson anhand der Erinnerungen der Anna Leonowens.

Inhalt

Handlung

Der Film erzählt die Geschichte der englischen Lehrerin Anna Leonowens (1831–1915), die im Jahr 1862 zusammen mit ihrem Sohn Luis und zwei indischen Bediensteten nach Siam reist, um die insgesamt 58 Kinder des siamesischen Königs Mongkut (Rama IV.) in der englischen Sprache und westlicher Bildung zu unterrichten. Leonowens reist als Witwe an, ihr Ehemann Tom, ein britischer Offizier, ist knapp zwei Jahre zuvor zu Tode gekommen.

Mit Enttäuschung muss Leonowens feststellen, dass ihr auch nach einem dreiwöchigen Aufenthalt keine Audienz vor dem König gewährt wird, um sie in ihre zukünftige Aufgabe einzuweisen. Ihre erste Begegnung mit dem König verläuft alles andere als freundlich. Leonowens zeigt sich widerwillig, als sie während einer Audienz zurückgeschickt werden soll, ohne ein Wort mit dem König gewechselt zu haben. Sie bricht mit der siamesischen Etikette und spricht den König an, ohne vor ihm zu knien oder ihren Blick von seinem Angesicht zu wenden. Der König zeigt sich erbost, doch gleichermaßen beeindruckt von Leonowens mutigem Einsatz.

König Mongkut gewährt Leonowens’ Wunsch, eine Bleibe außerhalb des Palastes einzurichten. Sie beginnt, sowohl alle 58 Kinder als auch des Königs 23 Ehefrauen und 42 Konkubinen zu unterrichten. Immer wieder entfachen die Weltanschauungen der Lehrerin und des Königs neue Streitereien, und Leonowens wagt es hin und wieder, den König aktiv zu beeinflussen. Demgegenüber allerdings lernt die Lehrerin auch die kulturellen Hintergründe des Landes verstehen und lieben.

Von den militärischen Aktivitäten außerhalb der Palastmauern hingegen bekommt Leonowens nichts mit. Eine gegnerische Armee möchte den Thron des Königs beanspruchen und macht bereits durch zahlreiche Morde unter der Bevölkerung auf sich aufmerksam.

Während ihrer Tätigkeit als Lehrerin wird eine neue junge Konkubine in den Harem des Königs gebracht. Die junge Tuptim fühlt sich geehrt, aber gleichzeitig ist sie sehr verletzt, da sie ihr Herz bereits einem anderen Mann geschenkt hat. Die Beziehung bleibt nur spärlich durch Briefe und Botschaften erhalten. Doch als ihr geliebter Balat ihr die Nachricht übermittelt, er werde von nun an als Mönch im buddhistischen Kloster leben, weil er ihren Verlust nicht überwinden könne, beschließt Tuptim kurzerhand, ihm zu folgen. Die Flucht bleibt nicht lange unentdeckt. Einen kurzen Moment, nachdem Tuptim Anna Leonowens aufgesucht hat, um den König um Entschuldigung zu bitten, wird sie gefasst und zusammen mit ihrem Geliebten vor Gericht gebracht. Blutig geprügelt und misshandelt werden beide vorgeführt. Leonowens stellt sich gegen die vom Gericht ausgesprochene Todesstrafe und droht damit, beim König zu intervenieren. Weil Leonowens die Autorität des Königs in der Öffentlichkeit untergraben hat, sieht sich der König gezwungen, die Hinrichtung des Paares geschehen zu lassen.

Vom König enttäuscht beschließt Leonowens abzureisen. Nur kurz vor der Abfahrt schafft es der Premierminister des Königs, die Lehrerin abzuhalten. Der König brauche ihre Unterstützung, denn es drohe ein Putsch. Der König sei bereits mit seinen Kindern (welche allesamt einen Anspruch auf den Thron besitzen) auf der Flucht, unter einem Vorwand, um zum einen die Bevölkerung zu beschwichtigen und andererseits die Gegner zu verwirren. Anna folgt dem König auf dem Weg in das Kloster, in dem er viele Jahre gelebt hat. Doch bereits auf dem Weg dorthin wird er von der gegnerischen Armee eingeholt. Es scheint unmöglich, dass ein Mann, eine Frau und 58 Kinder sich gegen eine Armee stellen könnten. Doch letztendlich schafft es die Familie, zusammen mit den wenigen Wächtern des Königs, die Armee mit ein paar Feuerwerkskörpern, Rauchschwaden und einer Fanfare in die Flucht zu schlagen.

Am Ende des Films bittet der König Anna um einen letzten Tanz, der abschließend die enge Beziehung, die zwischen den beiden entstanden ist, widerspiegelt. Beobachtet werden sie dabei vom ältesten Sohn des Königs, Prinz Chulalongkorn, der zugleich die Rolle des Erzählers innehat. Er schildert, dass dies das letzte Mal gewesen sei, dass sein Vater die Frau, die er liebte, in Armen gehalten hat. Der darauffolgende Epilog bezieht sich auf die weitere Geschichte von Siam, das sich dank seines Herrschers zu einem vorbildlichen Rechtsstaat entwickelte.

Kritik

Kenneth Turan bezeichnete den Film in der Los Angeles Times vom 17. Dezember 1999 als „flach“ und „enttäuschend“. Der Film bleibe auf dem halben Weg zwischen der historischen Darstellung und der Modernität. Turan lobte das Produktionsdesign, die Kostüme und die Kameraarbeit. Die Darstellung von Jodie Foster sei durch die negativen Eigenschaften der von Foster gespielten zunächst sehr chauvinistischen Figur belastet.[2]

„Ein exotisches Kinomärchen mit großem Ausstattungspomp und von altmodischem Zuschnitt, woran auch der aufgesetzte Emanzipationskonflikt nichts ändert.“

– Lexikon des internationalen Films[3]