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Léon – Der Profi ist ein Thriller-Drama aus dem Jahr 1994 von Luc Besson.

Im Zentrum des Films steht die Beziehung zwischen der zwölfjährigen Mathilda und dem Auftragskiller Léon, während sich nebenbei ein Konflikt zuspitzt.

Inhalt

Handlung

Léon ist ein Auftragsmörder, der in New York in Diensten der Italo-Mafia steht. Er erledigt schwierige Aufträge, die ihm der ältere, berechnende Tony gibt. So schaltet er alleine, prompt und zuverlässig eine im Drogenhandel konkurrierende Bande aus, wobei er mehrere Kriminelle umbringt. Doch auch für einen Auftragsmörder wie ihn existieren Regeln, die er als ungeschriebene Gesetze seines Berufsethos versteht: „Keine Frauen, keine Kinder“. Privat ist Léon ein einsamer Mensch, ohne Freunde und Familie, mit einer traurigen Vergangenheit. Sein einziger „Freund“, abgesehen von der Vaterfigur Tony, mit dem ihn aber mehr das Geschäftliche verbindet, ist eine Topfpflanze, eine Aglaonema, die wie er „keine Wurzeln hat“.

Im selben Haus wohnt die zwölfjährige Mathilda, die von ihrem Vater misshandelt und von ihrer Familie kaum beachtet wird. Als Mathildas Familie von korrupten Polizisten des Drogendezernates DEA ermordet wird, rettet Léon sie und versteckt sie in seiner Wohnung. Mathilda schwört den Mördern ihres kleinen Bruders Rache und will ebenfalls Auftragsmörderin werden, nachdem sie Léons Waffenkoffer entdeckt und so von seiner Tätigkeit erfahren hat. Sie schlägt Léon einen Handel vor: Er soll sie ausbilden, sie hilft im Haushalt und bringt dem Analphabeten Léon Lesen und Schreiben bei. Widerwillig geht er auf den Handel ein, denn zunächst sieht er in Mathilda ein Risiko. Er betrachtet sie als seine Schülerin, der er den Umgang mit Waffen, nicht aber das Töten beibringt. Die Zwölfjährige entwickelt mit der Zeit Gefühle für ihren seltsam unreifen Mentor, ihre Annäherungsversuche werden jedoch von Léon zurückgewiesen.

Mathilda versucht Norman Stansfield, den drogensüchtigen Chef der drogendealenden DEA-Einheit, auf eigene Faust zu töten. Das schlägt fehl, und sie wird festgenommen. Léon hat ebenfalls den Kampf gegen die Mörder von Mathildas Familie aufgenommen, als er Malky, Stansfields zweiten Mann, in Chinatown mit den Worten „keine Frauen, keine Kinder“ exekutiert. Anschließend findet er daheim die Nachricht von Mathilda, sie werde nun selbst auf der Polizeiwache Rache üben. Er begibt sich dorthin, befreit sie und erschießt dabei zwei der Mittäter. Die Polizei beginnt, Léon und Mathilda zu jagen. Unter Druck gesetzt gibt Tony – der viele Exekutierungsaufträge von der DEA-Gruppe erhielt – Léons Adresse preis, woraufhin die Polizisten das Haus stürmen, in dem sich Léon und Mathilda aufhalten. Léon ermöglicht Mathilda die Flucht durch einen engen Installationsschacht und kann selbst der Übermacht der Polizisten entkommen, indem er den Kampfanzug eines getöteten Polizisten anzieht und sich als vermeintlich angeschossener Polizist aus der Wohnung retten lässt. Allerdings hat Stansfield ihn erkannt und folgt ihm. Als Léon das Gebäude durch die Toreinfahrt verlassen will, schießt er ihm in den Rücken. Bevor Léon stirbt, hat er noch die Kraft, ihm im Namen von Mathilda ein Geschenk zu übergeben – den gezogenen Sicherungssplint einer Handgranate aus seinem Gürtel. Stansfield und Léon kommen bei der folgenden Explosion um.

Mathilda begibt sich zu Tony, dem vereinbarten Treffpunkt. Tony, der vom Verhör durch Stansfield und dessen Leuten noch sichtlich gezeichnet ist, teilt ihr mit, dass Léon bei ihm Geld für sie auf die Seite gelegt habe. Mathilda bietet Tony an, als Auftragskillerin für ihn zu arbeiten, da sie von Léon ausgebildet wurde. Tony wird daraufhin wütend und verweigert ihr diesen Wunsch; er besteht darauf, dass sie ein normales Leben anfängt. Mathilda kehrt daraufhin zur Spencer School zurück und wird dort wieder aufgenommen. Anschließend pflanzt sie Léons „Freund“ auf einer Wiese vor der Schule ein und beendet den Film mit den Worten: „Hier wird es uns gut gehen, Léon.“

Kritik

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Webseite Rotten Tomatoes verzeichnete 74 Prozent positive Kritiken und konnte 95 Prozent der Zuschauer positiv beeindrucken.[2]

„Gefühlvolle Inszenierung, exzellenter Schnitt, packende Story – ein Meisterwerk.“

– Thomas Schlömer: filmspiegel.de[3]

„[Besson] bewegt sich als Action-Virtuose, als Action-Purist auf der Stilhöhe von Melville oder Kubrick, cool bis ans Herz hinan, und ist doch ein unbeirrbarer letzter Romantiker […]“

– Der Spiegel[4]

„Satt an Stil, Witz, Selbstsicherheit durch und durch, bietet dieser Film eine atemberaubende frische Perspektive auf den Big Apple, die so nur Besson fabrizieren konnte, in einem Wort: wundervoll.“

– Empire[5]

„Bessons Autorenschaft und seine Regie sind besser geworden […] mit einer amerikanischen Note daran […] Und dann ist da noch Jean Reno, ein Schauspieler zu gut, um wahr zu sein.“

– Montreal Film Journal[6]

„Ein furios geschnittener und stimmungsvoll fotografierter Gangsterfilm, dessen atemberaubender Inszenierungsstil eine geradezu soghafte Spannung erzeugt. Leider halten Charakterzeichnung und Wahrscheinlichkeitsgehalt nicht mit der technischen Aufbereitung Schritt, so daß die Geschichte am Ende allzu selbstverliebt in ein zwiespältiges, martialisches Showdown mündet.“

– Lexikon des internationalen Films[7]

“Besson is not an action director. He is a violence director, probably the best in the business right now. He discomfits a lot of people because he is always on the dangerous edge of aestheticizing psychopathically murderous behavior. It’s a subject we prefer to see treated cartoonishly […]”

„Besson ist kein Action-Regisseur. Er ist ein Gewalt-Regisseur, vermutlich der beste gegenwärtig aktive. Auf so einem schmalen Grat zu wandeln, nämlich psychopathisches, mörderisches Verhalten zu ästhetisieren, kann durchaus einige Leute beunruhigen. Das ist ein Gegenstand, den wir lieber cartoonhaft behandelt sehen möchten […]“

– Richard Schickel: Time[8]

„Besson gelingt es in seinem besten Film innerhalb einer spannenden Actionstory eine sehr ungewöhnliche und einfühlsame Beziehungsgeschichte zu erzählen. Dafür hat er einfache und klare Bilder gefunden.“

– Nana A. T. Rebhan: ARTE[9]

„Vielleicht Luc Bessons bester Film: Eine faszinierende Gratwanderung zwischen Gefühl und Action.“

– Cinema[10] Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielte über 45 Millionen US-Dollar ein, allein in den USA rund 19,5 Millionen US-Dollar.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde 1995 für den César unter anderem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller nominiert, erhielt jedoch in den Kategorien keinen Preis.[12]