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Borat – Kulturelle Lernung von Amerika, um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen (meist einfach Borat) ist eine US-amerikanische Mockumentary aus dem Jahr 2006. Für Sacha Baron Cohen ist es die zweite Hauptrolle in einem Kinofilm nach Ali G in da House. Auch hier arbeitete Cohen am Drehbuch mit und übernahm die Hauptrolle des Borat Sagdiyev, eines kasachischen Fernsehreporters. Der Film feierte seine Premiere am 8. September 2006 beim Filmfestival in Toronto.

Die Deutschland-Premiere, bei der auch der Drehbuchautor und Hauptdarsteller Sacha Baron Cohen anwesend war, fand am 11. Oktober in Köln statt. In 13 Städten wurde am 25. Oktober zu einer Vorschau eingeladen. Der allgemeine deutsche Kinostart war am 2. November 2006. Am 15. Januar 2007 wurde Sacha Baron Cohen für seine Rolle in Borat in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller − Komödie oder Musical“ mit dem Golden Globe Award ausgezeichnet.

Die Fortsetzung Borat Anschluss Moviefilm wurde am 23. Oktober 2020 veröffentlicht.

Inhalt

Handlung

Borat Sagdiyev, ein kasachischer Fernsehreporter und Antiziganist mit offen antisemitischer und frauenfeindlicher Grundhaltung, wird vom Innenministerium Kasachstans beauftragt, in die USA zu reisen, um die dortigen Gebräuche und Gewohnheiten der Menschen zu studieren. Die kasachische Regierung hofft, von den Informationen zu profitieren.

Nachdem Borat sich von seiner Frau, seiner Schwester sowie dem idyllischen Dorfleben verabschiedet hat, fliegt er mit seinem Produzenten Azamat Bagatov nach New York City. Kaum angekommen, versucht er die Einheimischen zu erforschen, indem er sich ihnen vorstellt und ihnen – nach kasachischer Tradition – einen Bruderkuss gibt. Nachdem er bereits die U-Bahn New Yorks kennengelernt hat, mietet er sich ein Hotelzimmer, wo er sich spätabends das hiesige Fernsehprogramm ansieht. Hier entdeckt er seine Traumfrau, die blonde, wohlproportionierte kalifornische Rettungsschwimmerin C. J. – alias Pamela Anderson – der Serie Baywatch, in die er sich sofort verliebt.

Am nächsten Tag erreicht ihn ein Telegramm über den Tod seiner Ehefrau durch einen Bärenangriff, sodass er voll Vorfreude beschließt, mit seinem Produzenten nach Kalifornien zu reisen, um seine Pamela Anderson kennenzulernen. Da Azamat nicht gewillt ist, erneut zu fliegen, kaufen sich die beiden ein Auto und fahren Richtung Westküste. Auf seiner Reise begegnet Borat echten Menschen in ihrem echten Leben und bringt diese nicht selten in Verlegenheit oder peinliche Situationen. So singt er beispielsweise während einer Rodeo-Veranstaltung seine eigene kasachische Version der US-amerikanischen Nationalhymne im Salem Civic Center (Virginia).[3][4][5] Auch die Politiker Bob Barr und Alan Keyes müssen ihn während eines Interviews ertragen.

Auf ihrer weiteren Tour Richtung Malibu quartieren sich die beiden auch in einer Pension bei Juden ein, die Borat für die Verkörperung allen Übels ansieht, so dass er sich kurzerhand einen echten Bären zulegt, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Diesen nehmen sie fortan mit auf ihre Reise. Bei einem weiteren Zwischenhalt in einer anderen Stadt ertappt Borat seinen Produzenten splitternackt beim Masturbieren mit seinem Baywatch-Heft in der Hand, als er gerade aus dem Bad kommt. Daraufhin kommt es zu einem offenen Streit und Azamat verlässt Borat.

Ohne Geld, ohne Ausweis und ohne seinen Produzenten setzt Borat seine Reise zu Pamela fort. Nach einer Autopanne wird er als Anhalter von einer Gruppe männlicher Verbindungsstudenten ein Stück mitgenommen, die einige seiner Einstellungen über Frauen und Minderheiten teilen. Hier erfährt er, dass seine angebliche Jungfrau Pamela nicht die unberührte Person ist, für die er sie immer hielt – sie zeigen ihm Pornofilme, in denen sie mitspielte. Er stürzt in eine schwere Krise, die er jedoch durch einen Besuch in einem Gottesdienst der United Pentecostal Church überwindet.[6]

In Hollywood angekommen trifft er wieder auf Azamat, es kommt zu einer Aussöhnung. Bei einer Autogrammstunde trifft er endlich auf Pamela Anderson, der er seine Liebe gesteht und ihr einen Heiratsantrag macht. Ehe sie überhaupt antworten kann, stülpt er in angeblich kasachischer Tradition einen mit ihrem Namen bestickten Sack über sie, um sie zu verschleppen. Doch Pamela gelingt die Flucht vor Borat, der kurze Zeit später gestellt wird.

In der Schlusssequenz sieht man Borat, der mit einem Bus wieder Richtung Ostküste fährt, um seinen Heimflug anzutreten. Zwischendurch hält er bei Luenell, einer afroamerikanischen Prostituierten, die er auf dem Weg durch die USA kennengelernt hat. Er nimmt sie als Ehefrau nach Kasachstan mit.

Kritik

Laut Filmstarts „trifft er genau die richtige Mischung aus bissiger Gesellschaftssatire und purem Schwachsinn“. Die Redaktion warnt vor „absoluter Kultfilmgefahr“ und scheut keine Vergleiche mit der „politischen Schlagfertigkeit eines Michael Moore“ sowie „einer gehörigen Portion Jackass“.[40] Jürg Tschirren geht noch einen Schritt weiter und konkretisiert, dass es sich weniger um „körperliche Wagnisse, sondern um soziale – Social-Jackass sozusagen“ – handele.[7] Nicht zuletzt bedient sich der Focus desselben Vergleichs und schreibt: „Hätte Michael Moore Humor und wäre ‚Jackass‘ politisch, dann könnte man sagen, Moore meets Jackass.“[8] In einem weiteren Punkt scheinen sich ebenfalls alle einig zu sein, der Humor geht unter die Haut: „Wenn Humor schmerzhaft wird“,[7] denn „der Film ist so böse, dass einem der Atem stockt, und die Figur ist so lustig, dass es wehtut.“[8] Die Süddeutsche Zeitung nannte ihn in der Wochenendausgabe vom 21./22. Oktober den „lustigsten Mann der Welt“. Auch in den USA überschlagen sich die Kritiken, die Filmseite Rotten Tomatoes zählt 91 % positive Reviews.[41] Das Lexikon des internationalen Films meinte, der Film mache es so gut wie unmöglich, „eine Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion zu ziehen“, und irritiere außerdem „durch einen mitunter sehr platten und derben Humor“.[42] Spiegel Online meldete, dass der Film in Russland keine Vorführgenehmigung erhalten hätte und ein kasachischer Diplomat der Meinung sei, dass der Film ein falsches Bild von den Kasachen vermittelt und vollkommen realitätsfern sei.[43]

 

 

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