Todesmelodie
(Giù la testa)

Italien, 158min
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Sergio Leone
B:Sergio Leone, Sergio Donati
D:James Coburn,
Rod Steiger,
Maria Monti,
Romolo Valli,
Rik Battaglia
L:IMDb
„Duck dich, du Trottel”
Inhalt
Mexiko, 1913: Juan Miranda (Rod Steiger), mexikanischer Bandit, formt mit seinen sechs Söhnen einen Bande, deren Traum es ist, die Bank von Mesa Verde auszurauben. Als sie bei einem Überfall den irischen Sprengstoffexperten Sean Mallory (James Coburn) kennenlernen, scheint sich die Chance für einen erfolgreichen Coup zu bieten. Nach mühseliger Überzeugungsarbeit erklärt sich Sean zur Zusammenarbeit bereit. Gemeinsam mit Dr. Villega (Romulo Valli), einem Bannerträger von Pancho Villas Revolution, wird die Attacke von Mesa Verde durch Guerilla-Truppen geplant. Als Juan und Sean jedoch dabei den Weg in die Bank freisprengen, müssen sie feststellen, daß hier anstelle von Geld nur politische Gefangene zu finden sind. Unfreiwillig zu Helden der Revolution geworden, beteiligen sie sich am Kampf um die Freiheit.
Kurzkommentar
Leones Übergangsfilm vom Western ("Spiel mir das Lied vom Tod") zum Prohibitionsepos ("Es war einmal in Amerika") leidet unter der zwiespältigen Mischung aus offenherziger Komödie und anklagendem Kriegsdrama von wenig zimperlicher Brutalität. Trotzdem James Coburn kein Clint Eastwood ist und Rod Steiger schon gar kein Eli Wallach, vermag "Todesmelodie" doch ebenso zu faszinieren wie die restlichen Filme in Leones Schaffen. Detailaufnahmen, Rückblenden, die nur von Morricones Musik kommentiert werden, karge Dialoge, große Gesten, zum Ende hin überwältigende Melancholie, Leone bündelt seine Lieblingsthemen und mischt sie mit etwas plumpem Actionkino. Dennoch ein Film, der sich nicht vor zwiespältigen Charakteren scheut, der die Brutalität des Krieges nicht nur zynisch kommentiert, sondern auch in aller Härte anprangert und im ganzen Revolutionstrubel nur eine Erkenntnis zulässt: Gewalt ist nichts, Freundschaft ist alles.
(Thomas Schlömer)