James Bond - Stirb an einem anderen Tag
(Die Another Day)

USA / England, 123min
R:Lee Tamahori
B:Ian Fleming,Neal Purvis, Robert Wade
D:Pierce Brosnan,
Halle Berry,
Toby Stephens,
Rick Yune
L:IMDb
„What happened to you? - Bond!”
Inhalt
Nach mehrmonatiger Gefangenschaft in Nordkorea sinnt James Bond (Pierce Brosnan) auf Rache. Doch auf der Suche nach dem Verräter gerät auf die Spur eines viel größeren Bösewichtes (Toby Stephens), der zur Strecke gebracht werden will. Tatkräftig unterstützt wird Bond dabei von der mysteriösen Jinx (Halle Berry), die ihr Handwerk ebenso gut versteht wie Bond selbst.
Kurzkommentar
Bond ist heute nur noch ein Versprechen des Seriellen. Eingelöst wird es durch die entwicklungslose Wiederkehr des Machomythos. Der hat aber zusammen mit dem Rest des Streifens originelles, britisches Flair schon längst an die routinierte Beliebigkeit einer rein amerikanischen Produktion abgetreten. Als Rest vom wortgewandten Kult bleibt dann allein möglichst aufgeblasene Action. Aber Sinnlosigkeit macht ja Spaß und in der wuchtigen Einleitung kann sie noch fesseln. Dann jedoch lässt Regisseur Lee Tamahori jeden Akzent vermissen, beschränkt sich auf wenig amüsante Zitate der Bond-Historie und verliert sich in einem unvermeidlich typischen, oft unfreiwillig komischen Plot um blasse Bösewichter und deren lächerliche Killersatelliten. Das schwache dramaturgische Gerüst sorgt für Spannungs- und vor allem Stimmungshänger. Bond wirkt abgelebt, weil er selbst nach vierzig Jahren noch immer den Fehler macht, sich viel zu ernst zu nehmen. Mit Wortwitz und Selbstironie hätten wir einen zeitgemäßen Bond gehabt, so allerdings bleibt nur eine leidlich unterhaltsame, entleerte Protzshow. Deren Wiedererkennungswert liegt dann vor allem darin, dass "Stirb an einem anderen Tag" genauso verzichtbar ist wie etliche vorige "007".
(Flemming Schock)