Jurassic Park 3

USA, 92min
R:Joe Johnston
B:Peter Buchman, Alexander Payne
D:Sam Neill,
Téa Leoni,
William H. Macy,
Michael Jeter
L:IMDb
„Don´t move a muscle.”
Inhalt
Der berühmte Paläontologe Dr. Alan Grant (Sam Neill) brütet gerade über den Forschungen zu seiner neuesten Theorie über die Intelligenz von Velociraptoren, als ihn die Einladung erreicht, einen wohlhabenden Abenteurer (William H. Macy) und dessen Frau (Téa Leoni) auf einer Expedition über die Insel Sorna als Führer zu begleiten. Dieses abgelegene Eiland, dass sich im Besitz des Unternehmens InGen befindet, diente ursprünglich als Zuchtstation für John Hammonds erste Generation großartiger Saurierexemplare. Als ein tragischer Unfall die siebenköpfige Gruppe trifft, entdeckt Dr. Grant den wahren Grund, warum ihn seine trügerischen Gastgeber zu dieser Expedition eingeladen haben. Und bei dem Versuch, ihr Leben in Sicherheit zu bringen, begegnet die rapide kleiner werdende Gruppe immer neuen, Angst einflößenden Sauriern, die scheinbar alle etwas mit der mysteriösen Forschung des Unternehmens InGen zu tun haben. Dabei wird Dr. Alan Grant mit den schrecklichen Auswirkungen seiner eigenen Theorie konfrontiert.
Kurzkommentar
Spannende Unterhaltung tischt uns Joe Johnston mit "Jurassic Park 3" auf und es gelingt ihm sogar, dem Streifen einen gewisse, persönliche Note zu geben, die ihn von der Spielberg'schen Dinohatz distanziert. Trotzdem einige Nörgler gerade am dritten Teil einer Serie wieder genug Kritikpunkte finden dürften: besser als Teil 2 ist er allemal.
Kritik
Viele negative Berichte von den Dreharbeiten bei "Jurassic Park 3" sickerten in die Öffentlichkeit durch. Sam Neill, Téa Leoni und vor allem William H. Macy beschwerten sich über die Anstrengungen und beklagten sich bei Regisseur Joe Johnston er habe nichts unter Kontrolle. Das Drehbuch war unfertig und manche Szenen wurden zwei Tage vor Drehbeginn erst festgelegt - oder auch erst am Drehtag selber. William H. Macy nutzte die Gelegenheit spontan dazu, seinen eigenen Senf zu manchen Dialogen und dem Drehbuch abzugeben und vielleicht verdanken wir ja ihm, daß "Jurassic Park 3" auf dieser Ebene halbwegs klischeefrei und unpathetisch bleibt.

Auf jeden Fall muß man Joe Johnston zugestehen, daß er mit dem dritten "Jurassic Park" in die richtige Richtung gegangen ist. Statt die Faszination Gentechnik nämlich erneut wiederzubeleben und auch kritische Aspekte des Klonens einzubringen, setzt er beinahe konsequent auf Run-and-Scream. "Und das ist gut so". Die Synthese aus intelligenten Raptoren, massiven Großsauriern (Spinosaurus) und fliegenden Pteranodons stellt eine abwechslungsreiche Mischung für die kommenden Actionminuten dar, bei dem vor allem der Kampf zwischen dem Boss, dem T-Rex, und dessen Ablöser Spinosaurus hervorsticht. Die restlichen Sequenzen sind weniger spektakulär, aber auf jeden Fall gut inszeniert. Nehmen wir z.B. den Angriff der Flugsaurier: wenig innovativ und in keiner Weise bahnbrechend, aber spannend gemacht. Vor allem auch dank der sauberen Effekte, denn realistisch wirken die Saurier auch im dritten Teil ohne Frage.

Obwohl man "Jurassic Park 3" mit eher geringen Erwartungen besuchen dürfte, gibt es manche Szenen, die die Grenze zum Trash dennoch kurzzeitig überschreiten. Der erste Einsatz des kleinen Eric Kirby ist dank Tarzan-Verkleidung lächerlich geraten, ebenso der mammuthafte Auftritt des Militärs am Ende des Films. Nicht nur, daß hier auf plumpeste Weise der Mensch dem Tier als überlegen präsentiert wird, auch ist es in den USA scheinbar problemlos möglich, mal eben das Militär per Telefonat locker zu machen: Dr. Ellie Sattler ruft und die ganze Armee kommt. So muß es abgelaufen sein.
Aber wie Flemming schon angemerkt hat: der Film besitzt auch seine ironischen Passagen, die die dauerhafte Intensität gelungen auflockern: Dr. Grants Traum vom sprechenden Velociraptor oder das klingelnde Handy im Obersaurier beispielsweise. Das war ziemlich gelungen.

Wie dem auch sei: Johnston ist kurzweilige, spannende Unterhaltung gelungen ohne zu sehr in Theatralik und Pathos abzufallen und angesichts diverser Actionenttäuschungen in letzter Zeit ("Tomb Raider") lohnt sich der Besuch durchaus. Hauptsache die Leinwand ist groß und der Kinobesitzer dreht die Anlage ordentlich auf. Mensch gegen überlegene Bestie(n). Nach "Der weisse Hai", "Deep Blue Sea" und nicht zuletzt "Jurassic Park 1" funktioniert das immer noch.

Gute, spannende Unterhaltung mit kleineren Problemchen


Thomas Schlömer