Wild Wild West

USA, 107min
R:Barry Sonnenfeld
B:Jim Thomas, John Thomas, Brent Maddock
D:Will Smith,
Kevin Kline,
Kenneth Branagh,
Salma Hayek
L:IMDb
„It's a breath of fresh ass!”
Inhalt
Im Auftrag der US-Regierung setzt Special Agent James West (Will Smith) Charme und Köpfchen ein, um dem teuflischen Genie Dr. Arliss Loveless (Kenneth Branagh) das Handwerk zu legen. Dasselbe Ziel verfolgt auch Special Agent Artemus Gordon (Kevin Kline), seines Zeichens Meister der Verkleidung sowie unschlagbarer Erfinder winziger Wunderapparate und großer Maschinen. Dr. Loveless plant ein Attentat auf den Präsidenten, will er doch die Macht im Staate an sich reißen. Während Gordon und West am Anfang so einige Probleme mit sich haben, arbeiten beide bald zusammen um gegen Loveless zu ziehen. Unterstützt werden sie dabei von der schönen Rita Escobar (Salma Hayek).
Kritik
Fand ich Will Smith und dessen Coolness in 'Bad Boys' und 'ID4' noch passend und erheiternd, so offenbart sich mir seine Darstellung in 'Wild Wild West' als reine Selbstverherrlichung. Als einziger Schwarzer sondert es sich schon bewußt vom Rest der Riege ab, zudem das geschniegelste Outfit, die edelsten Kanonen und die lockerste Art die Situation zu meistern. Außerdem ist er der Frauenheld schlechthin, dem keine widerstehen kann und dann noch diese deplazierten rotgetönten Sonnenbrillen. Für reine Coolness ist das viel zu dick aufgetragen. Und vom dazugehörigen Rap möchte ich gar nicht erst anfangen (man stelle sich vor, ein deutscher Rapper würde '...im wilden wilden Westen' singen ... Aua). Auch Kevin Kline's Auftritte mochte ich nicht besonders ... seine gewitzten Erfindungen wußten zwar zu gefallen, er selber blieb jedoch recht blass. Irgendwie wirkte er mit seiner sonstigen Art von Humor deplaziert, von seiner verstellten Stimme als Präsident ganz zu schweigen. Selbst Salma Hayek wurde (zumindest in der deutschen Synchronisation) verschludert. Ihr naiver Akzent nervt und verhindert jeglichen Ansatz eines erotisierenden Dialogs. Ansonsten ist sie aber wieder mal ein echter Hingucker. Womit wir bei den netten Effekten und einfallsreichen Erfindungen wären. Die Tarantula, Dr. Loveless (gut geschauspielert von Kenneth Branagh) Zug, Gordon's Erfindungen und das sonstige altmetallische Styling gefiel mir ebenso gut wie einige Gags. Zudem präsentiert sich dem Zuschauer eine solide Story und ein nettes Finale.
Zu mehr als "nett" reißt es mich aber auch nicht hin ... für mich ein typischer Durchschnittsfilm : Gute Effekte, witzige Ideen, zwiespältige Schauspielerriege, schwache Dialoge und deplazierte Übertreibung in Form von Will Smith's leichter, aber nur gaaanz leichter Selbstverherrlichung.
Thomas Schlömer