Wild Christmas

USA, 105min
R:John Frankenheimer
B:Ehren Kruger
D:Ben Affleck,
Gary Sininse,
Charlize Theron,
Dennis Farina
L:IMDb
„Regel Nr.1: Setz nie einen Autoknacker ans Steuer!”
Inhalt
Wenige Tage bevor Randy und Nick aus dem Knast entlassen werden, wird Nick bei einer Schlägerei getötet. Daher gibt sich Randy Nicks Brieffreundin gegenüber nach der Freilassung als Nick aus. Doch von diesen Briefen weiss auch Ashleys Bruder, der kurzerhand Randy kidnappt, da er glaubt, Nick (und damit einen professionellen Einbrecher) vor sich zu haben. Und er will ihn zwingen, ihm mit Insiderinformationen bei einem Überfall auf ein Casino zu helfen - doch Randy hat von alledem keine Ahnung...
Kurzkommentar
"Wild Christmas" fehlt irgendwie das gewisse Etwas, genaugenommen fehlt ihm recht viel davon. Die Story ist ganz nett, wird gegen Ende hin sogar besser, die Darsteller gehen in Ordnung - aber Spass macht der Film dennoch keinen. Das ganze wirkt reichlich uninspiriert, und irgendwie passt die ironisch kein bisschen abgemilderte Gewalt eben doch nicht zur Weihnachtsstimmung. Insgesamt alles sehr mau.
Kritik
Pech für Ehren Kruger: Seine Drehbücher werden immer schlechter. Auf das nahezu geniale "Arlington Road" folgte mit "Scream 3" nurmehr Durchschnitt, und "Wild Christmas" ist leider deutlich unter Durchschnitt. Obwohl nicht sonderlich innovativ, klingt die Grundidee eigentlich recht vielversprechend: Man kreuze "The Long Kiss Goodnight" mit "Wild Things", verlege das ganze in den Winter und nehme die alljährliche weihnachtliche Harmonie-Tümelei auf die Schippe. So weit, so gut. Klappt nur leider nicht. Das Problem: Für einen Action-Thriller fehlt es an Action und Thrill. Ein bisschen Maschinengewehre, ein bisschen Dartpfeile, ein bisschen Verfolgungsjagd, ein bisschen explodierende Autos - das ist einfach nicht mehr genug, die Action-Maßlatte liegt inzwischen dank Schwarzenegger und den Wachowski-Brüdern weit höher. Und für ein Fun-Movie fehlt der Fun. Der Film ist eigentlich nie wirklich lustig. Keine lockeren Sprüche, keine witzigen Einfälle, nichts verblüffendes.
Was schade ist, denn die Rolle des Jung-Gangsters ist mit Ben Affleck eigentlich nicht schlecht besetzt, Gary Sinise mimt auch den Bösewicht ganz passabel. Aber das Drehbuch gönnt ihnen, wie auch Charlize Theron, einfach keine guten Szenen. Nichts, um sich ein bisschen herauszuspielen. Da das Budget (und auch die Namen) offensichtlich nicht zu einem grossen Actionfilm reichten, hätte man konsequenterweise den Humoranteil kräftig erhöhen müssen. Doch "Wild Christmas" ist völlig ernst, was vielleicht auch an Regisseur John Frankenheimer liegt. Der inszenierte bereits seinen letzten Film, Ronin, eher trocken. Wenig Gerede, wenig Aussschmuck, unterkühlte, aber rasante Action. Doch Ronin lebte von der pfiffigeren Ausgangsidee (Stichwort McGuffin), der kompromissloseren Action-Orientierung und vorallem natürlich von den Schauspielern, Robert de Niro und Jean Reno. Doch das allein die Präsenz zum Gelingen des Films ausreicht, soweit sind Sinise und Affleck noch lange nicht.

Und so scheitert "Wild Christmas" vor allem daran, dass er seinen aktuellen (und auch den nicht mehr ganz so aktuellen) Konkurrenten in jeder Hinsischt unterliegt. Alles, was "Wild Christmas" vorlegt, hat man woanders schon besser gesehen. Insofern ist "Wild Christmas" für den erfahrenen Kinogänger klar eine Enttäuschung.

Einfallslos, spassfrei, enttäuschend.


Wolfgang Huang