Whipped

USA, 85min
R:Peter Cohen
B:Peter Cohen
D:Amanda Peet,
Brian van Holt,
Judah Domke,
Zorie Barber
L:IMDb
„Hast du nicht auch schon mal jemanden kennengelernt, den du nie verlieren willst? - Äh...nein...ich bin verheiratet.”
Inhalt
Brad (Brian van Holt), Zeke (Zorie Barber) und Jonathan (Jonathan Abramhams) treffen sich jeden Sonntag zum Brunch und erzählen sich von ihren Sexerlebnissen am Wochenende - wobei keine Details verschwiegen werden. Und so werden die Geschichten immer unglaubwürdiger und abgedrehter. Wirkliche Probleme bekommen die drei aber, als sie sich (zunächst unwissend) alle drei in die gleiche Frau (Amanda Peet) verlieben...
Kurzkommentar
"Whipped" ist einer dieser typischen Sex-Talk-Filme. Viel Rauch um Sex, aber sonst nichts gewesen. Doch zum Glück hebt sich "Whipped" durch viel Selbstironie von den mitunter bierernste Sexwahrheiten verkünden wollenden Vorgängern ab - das rettet den Film gerade noch so, auch wenn die Witze, natürlich allesamt unter der Gürtellinie, nicht immer treffsicher sind.
Kritik
Zum Glück gibt es wenig genug Filme dieser Kategorie, als dass man ein eigenes Genre draus machen müsste, und wer etwa "200 Cigarettes" oder "Body Shots" gesehen hat, will eigentlich auch keinen weiteren solchen Film sehen. Junge Männer und Frauen reden über ihren Sex, über ihre gesammelten Weisheiten dazu, tauschen derbe Geschichten und Episoden aus, und dürfen dann auch noch, in im Interview-Stil gefilmten Passagen, den Zuschauen so bemerkenswerte Ratschläge wie etwa "Aber letztlich fickt doch jeder jeden." erteilen. Grossartig. Dessen war man sich vorher zwar vielleicht nicht so richtig bewusst, aber eigentlich hatte man auch keinen Bedarf, es zu erfahren. Und so sitzt man zumeist unendlich gelangweilt im Kinosessel, lernt eventuell das eine oder andere unanständige Wort dazu, und wundert sich, warum just jene Filme optisch prüder sind als jede Disney-Komödie. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Drehbuchschreiber und Regisseure auf die Seriosität und Aussagekraft ihrer Texte und Inszenierung vertrauen - weit gefehlt.
"Whipped" hebt sich da zum Glück etwas ab: der Film nimmt sich, Gott sei dank, nicht sonderlich ernst. Und so bekommen die derben Geschichten meist einen derart absurden Touch, dass man schon wieder grinsen muss. Wenn man dann auch noch die eingangs zitierten, bierernsten Vorbilder kennt, wird der Film geradezu lustig. Natürlich ist die Handlung minimal, baut im wesentlichen auf Situations- und Peinlichkeits-Komik auf, aber auch das fast schon unbeschwert abgedreht.
Nicht gerade zimperlich ging der Drehbuchschreiber beim verwendeten Vokabular vor. Nichts für zart besaitete Gemüter. Zu sehen gibt's dagegen, wie bereits erwähnt, so gut wie nichts, was dem Film in diesem Fall eher zugute kommt. Schauspielerisch ist der Film bestenfalls un-bemerkenswert. In Deutschland weitgehend unbekannte Darsteller, die ihre Sache ordentlich machen, und ansonsten ziemlich austauschbar agieren. Etwas auffälliger wenigstens Amanda Peet, manchen vielleicht bekannt als Killerin an der Seite von Bruce Willis in "The Whole Nine Yards".
Was bleibt, ist ein Film, der schnell genug wieder in Vergessenheit geraten wird, weil ihn niemand braucht. Wer aber die mit allzu deutlichen Worten gespickten Dialoge nicht scheut, endlich über die grundlegenden Wahrheiten über Männer, Frauen und Sex (keinesfalls Liebe) aufgeklärt werden will und zudem hinter die (für guten Sex unerlässlichen) Geheimnisse von Toastern und Ananassaft kommen möchte, kann mit "Whipped" einen netten Abend verbingen. Ein letztes Wort: Vielleicht wäre mal eine ernste Auseinandersetzung mit der Frage angebracht, was für ein Rollenverständnis solche Filme transportieren, wie das Thema Liebe dem Thema Sex untergeordnet wird, und welches Verständnis menschlicher Psychologie dem Ganzen zu Grunde liegt. Aber wahrscheinlich wollte das keiner lesen, und es wäre angesichts des intellektuellen Gehalts des Drehbuchs auch etwas übertrieben.

Nicht ganz treffsichere, enorm derbe Verbalerotik-Parodie


Wolfgang Huang