Wehrlos - Die Tochter des Generals
(General´s Daughter, The)

USA, 117min
R:Simon West
B:Nelson DeMille,Christopher Bertolini, William Goldman
D:John Travolta,
James Cronwell,
Madeleine Stowe,
james Woods
L:IMDb
„Ich bin eigentlich nur hier, um Arschtritte zu verteilen!”
Inhalt
Captain Elisabeth Campbell (Leslie Stefanson), Tochter des berühmten Generals 'Fightin Joe' Campell und Spezialistin für psychologische Kriegsführung, wird brutal ermordet aufgefunden. Niemand möchte sich mit dem Fall befassen, bis der Offizier Paul Brenner (John Travolta), ein Top- Ermittler der Criminal Investigation Division (CID) den Auftrag erhält, den Mörder dingfest zu machen. Zusammen mit Sara Sunhill (Madelaine Stowe), einer CID-Veteranin, bleiben ihm nur 36 Stunden, den Fall zu klären, dann greift das FBI ein. Sie suchen in einer Welt, in der niemand Fragen stellt und niemand Auskunft gibt, nach Antworten und finden schließlich mehr heraus, als sie wissen wollten
Kurzkommentar
Wirklich gut an dem Film sind eigentlich nur James Woods und die Idee, die den Ausgangspunkt für dem Plot bildet. Alles andere kann wenig überzeugen: Travolta und Stowe sind fade, die Story konfus, die Charaktere wirr, die Handlung wenig spannend und die Bilder teilweise geschmacklos-brutal.
Kritik
Flemmings Kommentar umfasst eigentlich schon alle wesentlichen Punkte. Hinzuzufügen sind nur noch zwei Aspekte:

Obwohl die Grundlage des Filmes eine gute und interessante Vorgabe darstellt, wird sie wenig ernsthaft behandelt. Die Vergewaltigung, die Verdrängung, die Folgen, all das hätte man sowohl mit genug Pathos (dem Film entsprechend) als auch sensibel darstellen können. Stattdessen wirken die Bilder der gefesselten, nackten, misshandelten Psychologin, die man mehr als einmal video-clip-like vorgeführt bekommt, doch sehr befremdlich. Dass dieses Geschehniss sowohl handlungsleitend als auch als Faszinosum eingesetzt wird, ist ja für den Film noch legitim, aber dennoch, hier wirken die Bilder doch ziemlich effekthaschend. Dass es auch subtiler geht, zeigt James Woods, der als Psychologie-Experte just jene schmerzlich vermisste feine Darstellung gekonnt verwirklicht. Travolta dagegen das genau Gegenteil: Indem er mal als rüpelnder Prolet, mal als patriotischer Held auftritt, zerstört er jede Konsistenz, nimmt seiner Rolle jede Glaubwürdigkeit...eine Festlegung hätte hier gut getan: auf eine feinere, genauere, beleuchtendere Darstellung, nicht auf platte Sprüche und plumpe Bilder baut.
Damit in Verbindung steht die zweite Ergänzung: Mehr Action hätte dem Film sicher nicht gut getan, dazu ist das Thema zu brisant. Die Mischung aus Gewalt und Sex in einer nicht harmlosen Form gelingt in seriösen Filmen sehr selten -in diesem wäre es eine Katastrophe.

Durch verworrene Handlung und Inszenierung gehen die guten Ansätze leider verloren


Wolfgang Huang