Rush Hour 2

USA, 90min
R:Brett Ratner
B:Jeff Nathanson, Ross LaManna
D:Jackie Chan,
Chris Tucker,
John Lone,
Zhang Ziyi
L:IMDb
„2 Milliarden Chinesen wimmeln hier rum, da wirst Du doch wohl einen Partner finden.”
Inhalt
Eigentlich wollte James Carter (Chris Tucker) nur seinen Urlaub in HongKong verbringen, doch sein pflichtbewusster Freund und Kollege Inspector Lee (Jackie Chan) kann einfach nicht davon ab, sich um Verbrecher zu kümmern. Und als sich die beiden schließlich mit den Triaden anlegen, stecken sie in ernsten Schwierigkeiten...was bleibt also, als HongKong mal kräftig aufzumischen.
Kurzkommentar
Business as usual: Chris Tucker plappert um sein Leben, und Jackie Chan zeigt seine Kampfkunst. Allerdings wirkt Tucker etwas gequält und Chan irgendwie ermüdet, weshalb dem Film (neben jedem Ansatz einer sinnvollen Story) die Rasanz früherer Chan-Filme fehlt. Da die aber den wichtigsten Part darstellt, kann "Rush Hour 2" nicht so recht überzeugen.
Kritik
Nun, es gibt nicht viel zu sagen - jeder Versuch einer Diskussion über Story, Botschaft, Aussage oder auch inszenatorische Raffinesse wäre vollkommen müßig, also ersparen wir sie uns. Chan/Tucker Filme haben genau eines, was sie sehenswert machen könnte: Die Rasanz. Und zwar sowohl die von Jackie Chan, dessen Kampfakrobatik mitunter atemberaubend ist, als auch die von Tucker, dessen Redefluss eher ohrenbetäubend ausfällt.

Nur leider, wie bereits angedeutet: Chan wird sichtlich älter, oder er hatte einfach keine sonderliche Lust - jedenfalls gab es schon deutlich bessere Action von ihm zu sehen. Natürlich, seine Stunts sind noch immer beeindruckend, besonders da sie mehr oder weniger hausgemacht sind. In Zeiten, in denen sogar ein Schmalhans wie Keanu Reeves zum Martial-Arts-Star werden kann, wenn auch nur dank aufwendigster Computereffekte, ist man dankbar für solide Hausmannskost ala Chan. Doch die Ansprüche steigen, und auch aus den eigenen Reihen kommt Nachwuchs. Jet Li beispielsweise, der ähnlich arbeitet, dürfte Chan bereits übertroffen haben, was den Staun-Faktor angeht. Was Dauer-Plapperer Tucker angeht: Auch der schien mir schon witziger. Viele seiner Gags wirken doch arg inszeniert, und gerade die Übersetzungs-Lacher sind bald abgenutzt, ebenso wie die Macho-Sprüche.

Auch die Handlung lässt den nötigen Schwung vermissen. Gerade für einen Film, der sich selbst kaum ernst nimmt, fällt etwa der Bösewicht ziemlich lasch aus, und auch die zusammengereimte Vater-Story überzeugt kaum. Und über den jenseits jeder Toleranzgrenze liegenden Logikbruch bezüglich Tans Tod schweigen wir lieber gleich. Den faden Bösewicht soll Zhang Ziyi wettmachen, neuentdeckte Wunderwaffe Hollywoods, vielen bekannt als junge Diebin in "Tiger & Dragon". Doch auch für sie gilt: Die gezeigte Action ist nur Durschschnittskost, und ansonsten ist ihre Figur reichlich unmotiviert. Weshalb sie, obwohl angeblich so unglaublich gefährlich, und auch mit reichlich Chancen ausgestattet, jede Möglichkeit verstreichen lässt, die Protagonisten umzubringen, dürfte wohl nur der Abspann klären - da wird offen auf die Fortsetzung angespielt. Den Film selbst macht das aber kaum befriedigender. Für den nächsten Teil sei den Machern, was den Bereich stupide, aber coole Frauenrollen angeht, ein Blick zur Bond-Reihe empfohlen.

Natürlich hat "Rush Hour 2" auch seine spassigen Momente, und Chan ist trotz allem immer noch ein Meister seines Faches - für einen Popcorn-Movie-Abend reicht es also allemal. Doch so richtig sättigend oder befriedigend ist der Film nicht - Popcorn eben.

Zu routinierter, kaum befriedigender Action-Klamauk


Wolfgang Huang