Highlander: Endgame

USA 2000, 88min
R:Douglas Aarniokoski
B:Gregory Widen
D:Adrian Paul,
Christopher Lambert,
Bruce Payne,
Lisa Barbuscia
L:IMDb
„Dich werde ich nicht töten, Connor. Aber ich werde alle töten, die du liebst!”
Inhalt
Seit Jahrhunderten schon verfolgt Jakob Kell, ein Highlander, Connor MacLeod, und tötet alle, die ihm etwas bedeuten. Grund dafür ist, dass vor langen Zeiten Connor den Ziehvater Kells tötete, und dieser ewige Rache geschworen hat. Und was ist für einen Unsterblichen schlimmer als der Tod? Ewiges Leid. Doch Kell ist für Connor alleine zu stark, und so sucht er Hilfe bei seinem Verbündeten Duncan MacLeod, um Kell endgültig zur Strecke zu bringen. Wenn da nur nicht ein Problem wäre: Ein alter Ehrenkodex verbietet es, dass zwei gegen einen kämpfen...
Kurzkommentar
"Highlander Endgame" ist wie alle Highlander-Fortsetzungen: von zweifelhafter Qualität. Genaugenommen ist er Trash pur, aber leider keiner von der amüsanten Sorte, auch wenn es zu Beginn noch den Anschein hat - am Schluss geht es massiv bergab. "Highlander Endgame" ist somit nur für Hardcore-Highlander-Fans zu empfehlen.
Kritik
So ganz hat man sich wohl nicht getraut, den neuen Film Highlander IV zu nennen: Immerhin spielt er in einem anderen "Universum". Basierend auf der Fernsehserie ist Connor MacLeod nicht der einzige Highlander ("Es kann nur einen geben!"), sondern es tummeln sich noch zahllose Unsterbliche auf der Erde. Und genau das ist das Problem: Weil man beim Töten eines Unsterblichen seine Essenz in sich aufnimmt, sind die ganzen bösen Unsterblichen wie wild darauf aus, alle anderen zu töten, um so langsam aber sich unbesiegbar und damit wirklich unsterblich zu werden. Denn die Unsterblichkeit ist heutzutage auch nix mehr wert - die Sterblichkeitsrate der Unsterblichen dürfte bedeutend höher liegen als die der Sterblichen, zumindest in diesem Film. Was den ganzen Schwachsinn ziemlich deutlich offenbart - der ganze Film ist im wesentliche eine trashige Keilerei mit nicht wenigen Enthauptungen.

Und da führt der Bösewicht ziemlich deutlich: Was Enthauptungen angeht, liegt er mit 611 deutlich vor MacLeod mit nur zweitklassigen 252 (alle Angaben wie immer ohne Gewähr) Kopf-Ab-Aktionen. Das ist schlimm, ganz ehrlich, denn so wird der Böse Kell, der unter erheblichen Rachegelüsten leidet, weil Connor mal einen Priester, zu dem Kell wohl ein inniges Verhältnis hatte (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind unbeabsichtigt), gekillt hat, immer mächtiger und mächtiger. Traurige Sache das, vor allem für Connor, denn fortan hat Kell nichts anderes mehr im Sinne, als all jene Menschen umzubringen, die Connor etwas bedeuten, und er kann nichts dagegen tun. Sinnigerweise beschliesst Connor daraufhin, einfach keinen Umgang mehr mit Menschen zu haben, auf dass sie fortan nichts mehr für ihn bedeuten, und Kell ihn nicht mehr quälen kann, weshalb er sich in einer Gruft einsperrt. Das ist eine geniale Idee - aber leider keine tragfähige Story für einen 90-minütigen Film.

Zumindest das fiel dann auch den Drehbuchautoren auf, weshalb sie Connor in einer eher dubiosen Handlungswendung wieder in den Film zurückkehren lassen. Damit ist zwar das Problem immer noch nicht gelöst, aber es gibt ja noch Duncan, noch einen Unsterblichen, Held der Fernsehserie. Und schon ist klar, dass das ganze eine Art Generationen-Film wird, die alte Generation übergibt an die neue. Und weil das schon immer so war, wird der Vertreter der alten Generation sterben (zu sehen etwa bei Obi-Wan Kenobi oder bei Jim Kirk), und der junge, Unerfahrene gewinnt gegen den übermächtigen Bösewicht (siehe Darth Vader oder Soran [übermächtig? naja....]). Da der Zuschauer dies nun bereits weiss, harrt er eigentlich kein bisschen der Dinge, die da kommen mögen. Da der Bösewicht sich ja, wie bereits erwähnt, partout weigert, den Helden zu killen, muss es eben ein anderer tun. Das gibt mal wieder Gelegenheit zu viel Palaver zwischen den einzelnen Kämpfen, und wirft die Frage auf, die mich schon lange beschäftigt: Warum zielen alle Schwertkämpfer, die allesamt ihr Leben nichts anderes getan haben, als tolle Tricks zu trainieren, immer auf den Kopf des Gegners? Irgendwann könnten sie eigentlich mal merken, dass es dem Gegner immer gelingt, sich zu ducken. Würden sie tiefer zielen, träfen sie höchstwahrscheinlich den geduckten Kopf, und wenn nicht, dann immerhin die Schulter. Sage keiner, bei einem Highlander nütze das nichts: Mit nur noch einem Arm kämpft sich allemal nur halb so gut. Aber auf mich hört ja keiner.

Unter "ganz nett" laufen die diversen Rückblenden, die sich der Regisseur mit dem unausprechlichen Namen hat einfallen lassen, um uns die Charakatere näher zu bringen - die sind gar nicht mal schlecht gelungen. Alles andere dagegen schon. Da wäre etwa der chinesische Highlander. Aus welchem Highland der nun kommt, bleibt unklar, aber sonnenklar dagegen ist, dass die Drehbuchautoren krampfhaft versuchten, den momentan so schicken asiatischen Kampfstil irgendwie einzubauen. Also muss eben ein chinesischer Unsterblicher her, warum nicht, die Truppe des Bösewichtes ist sowieso eine einzige rassendiskriminierende Freakshow, da fällt das auch nicht mehr ins Gewicht.

Bis zu Beginn des zweiten Drittels ist der Film fast schon auf lustige Weise schlecht. Meine Lieblingsszene ist die, wo die sakralen Mönche die Maschinengewehre rausholen und die Faschings-Motorrads-Highlander niedermähen. Echt, die gibts wirklich. Gegen Ende wirds dann leider immer weniger lustig, der Film ergeht sich in ewigen Schwertkämpfen. Nebenher gefragt, ist das nicht ein bisschen unpraktisch, immer so ein meterlanges Schwert mit sich rumzutragen? Also, in modernen Zeiten gibts doch viel schickere Enthauptungsmöglichkeiten, ich persönlich empfehle Monofilament-Draht. Aber nein, Highlander kämpfen traditionell, und so lassen wir am Schluss eben eine halbe Stunde mittelprächtig inszenierter Kampf-Action an uns vorüberziehen. Wer gerade welchen Schlag erfolgreich führt, ist zwar ziemlich schwer zu verfolgen, aber letztlich auch ziemlich unerheblich, weil ja doch der Gute gewinnt.
Prickelfaktor Null, Trashfaktor 100%, Spassfaktor leider reziprok zur Dauer des Filmes - kurz und gut, Highlander Endgame ist richtig unnötig.

Traurig-trashiger Hoffentlich-Abschluss der Serie


Wolfgang Huang