Otto - der Katastrofenfilm

Deutschland, 87min
R:Edzard Onneken
B:Otto Waalkes
D:Otto Waalkes,
Eva Haßmann
L:IMDb
„Damn, who's responsible for this whole bullshit? - Otto.”
Inhalt
Seinem sterbenden Grossvater (der in Wirklichkeit gar nicht sein Grossvater ist, aber lassen wir das...) nimmt Otto das Versprechen ab, einmal als Kapitän die "Queen Henry" zu führen und mit ihr in den Hafen von New York einzulaufen. Doch das gestaltet sich schwieriger als erwartet, denn immerhin sind da auch noch die Japaner, die das Schiff sprengen wollen, ein notgeiler Kapitän, deutsche Geheimagenten, und eben Otto selbst.
Kurzkommentar
"Otto - Der Katastrofenfilm" ist in weiten teilen ein Roulettespiel: Zündet der nächste Gag, oder nicht. Die Chancen sind dafür sind zwar etwas besser als beim Roulette, aber nur geringfügig. Wenns mal klappt, erwartet einen der typische Otto-Humor, wie man ihn bereits aus den Vorgängern kennt, diesmal aufgemotzt mit Unmengen Spezialeffekten.
Kritik
Während die Amerikaner als spezielle Eigenart ihren Dumpfbacken-Humor ala Adam Sandler (Waterboy) haben, haben wir Werner und Otto. Und erstaunlicherweise sind diese Filme hier auch jedesmal ziemlich erfolgreich - obwohl es nicht immer direkt an ihren Qualitäten liegen kann.
Nun erwartet uns also die neueste Otto-Reinkarnation in "Otto - Der Katastrofenfilm". Die Story dient, wie fast immer in solchen Filmen nur zur Beförderung der Gags, ihr Eigenwert ist nicht vorhanden bzw. vernachlässigbar. Die schauspielerische Leistung - naja. Weder Otto noch seine Lebens- und Filmpartnerin Eva Haßmann können darstellerisch wirklich überzeugen; aber wer hätte auch anderes erwartet. Erstaunlich dagegen sind die Photographie und die digitalen Effekte. Immerhin ein bisschen hat man sich in Sachen Inszenierung, Schnitt und Kameraführung bei den grossen Vorbildern abgeguckt: Schnelle Kamerafahrten, unerwartete Schnitte, digitale Nachbearbeitung. Teilweise wirken diese Stilelemente aufgesetzt, teilweise fördern sie aber auch witzige Szenen - Roulette eben. Ein Wort sei zu den Spezialeffekten gesagt: Die sind alle sehr sauber geraten, und treten in einer Menge auf, wie man sie noch nie in einem deutschen Film gesehen hat. Natürlich weiss man bei jeder nachbearbeiteten Szene, dass es eine solche ist - das liegt aber nicht an mangelnder Qualität, sondern an deren Einsatz. Ich für meinen Teil fand den Einsatz im grossen und ganzen gelungen, manchmal vielleicht ein klein wenig zu übertrieben.
Kernstück des Films ist der typische Otto-Humor. Und da scheiden sich wohl die Geister. Wer Otto mag, für den ist dieser Film genau das richtige, wer ihn nicht ausstehen kann, sollte lieber die Finger davon lassen. Keine erstaunliche Erkenntnis, aber viel mehr lässt sich nicht sagen - eben alles Geschmackssache. Ich fand die Gags zu etwa 2/3 gelungen, konnte ganz gut mit den versackten Witzen leben, hab' mich stellenweise wirklich köstlich amüsiert, besonders bei der Forrest-Gump-Verarsche und den Kapitän-Szenen. Wer da aufgrund (mangelnder) Otto-Sympathie anderes befürchtet, sollte den Film aber besser meiden.

Otto ohne Ende - Wem's gefällt...


Wolfgang Huang