Evolution

USA, 92min
R:Ivan Reitman
B:Don Jakoby
D:David Duchovny,
Julianne Moore,
Orlando Jones,
Seann William Scott
„Let´s shampoo some Aliens!”
Inhalt
Eine Sensation! Der Lehrer Ira Kane (David Duchovny) und sein Kollege Harry Block (Orlando Jones) entdecken außerirdisches Leben auf der Erde! In einem Meteoriten, der in der Wüste von Arizona aufschlägt, tummeln sich Einzeller, die nicht irdischen Ursprungs sind. Doch die Freude über diesen spektakulären Fund - und die Aussicht auf den nächsten Nobelpreis - trübt sich, als Ira bemerkt, wie schnell sich die Organismen entwickeln. Im Gegensatz zur Jahrmillionen andauernden Evolution des Menschen brauchen diese Lebensformen nur Tage, um vom Einzeller zur Amphibie zum Säugetier zum Primaten zu gelangen.
Kurzkommentar
Lieber Herr Reitman, sollten Sie in Zukunft mal wieder eine Alien-Komödie planen, von denen Sie ja durchaus bewiesen haben, daß Sie sie, zumindest im Team mit Harold Ramis ("Ghostbusters"), beherrschen, lesen Sie sich vor Drehbeginn doch nochmal besagtes Drehbuch durch. Dann dürfte es unübersehbar sein, daß Ihr Film vom halbwegs prächtigen Mittelpunkt nur noch bergabgeht und gelungene Einfälle sowie wesentlich mehr Action vermissen läßt. Ich danke Ihnen.
Kritik
Es hätte ja durchaus was werden können: Julianne Moore, Seann William Scott, Orlando Jones und vor allem der ironische Auftritt David Duchovnys versprachen in "Evolution" flotten Alien-Spaß und auch Ivan Reitman konnte nach seinen durchschnittlichen, letzten Filmen ("Sechs Tage, Sieben Nächte") eigentlich nur noch besser werden. Doch nichts dergleichen. Die Story reicht für eine Actionkomödie sicherlich aus, aber das Drehbuch gönnt dem Zuschauer viel zu wenige wirklich amüsante und vor allem zu actionlose Momente. Ist es denn so schwer, mal die ein oder andere ordentliche Verfolgungsjagd mit diversen Alien-Kreaturen einzubauen? Ist es zu viel verlangt, mal einen coolen Showdown mit krachendem Geballer zu inszenieren? Mal die Waffen sprechen lassen? Hemmungslos, splatternd, ironisch?

"Ghostbusters" machte das seinerzeit mustergültig vor, ebenso wie der gelungene Auftritt der "Men in Black", aber in "Evolution" kann allenfalls noch die Hatz hinter dem Flugsaurier in der Mall überzeugen. Mehr von so rasanten, lockeren Einlagen hätte ich mir gewünscht. Stattdessen dauert es ewig bis sich die Aliens überhaupt voll entwickelt haben, dann sterben sie sofort ab, wenn sie nur einmal an die frische Luft kommen und am Ende gibt's nur das dicke Schleimmonster nach Schema F - äußerst originell. Über Wasser hält sich "Evolution" dank der größtenteils gelungenen Animationen, einiger, netter Gags und dank Orlando Jones, der zwar den klischeehaften Part des dunkelhäutigen Plappermauls übernimmt, aber deswegen nicht minder witzig ist. Schade ist, daß Dan Aykroyd nach "Pearl Harbor" wieder nur in einer kleinen, aber dafür umso gefälligeren Nebenrolle zu sehen ist - warum er nicht mehr zu größeren Rollen greift bzw. greifen kann, ist mir persönlich vollkommen schleierhaft. Auch, daß Julianne Moore, der man durchaus Komödientalent zusprechen kann, nur die undankbare Rolle der tolpatschigen Wissenschaftlerin hat, bleibt mir verborgen. Daß der Mini-Subplot mit der Romanze zwischen ihr und Duchovny total überflüssig ist, stört in dieser formelhaften Komödie eigentlich weniger, aber wenn schon formelhaft, dann bitte ideenreicher, gewitzter und vor allem: actionreicher.

Lahmer "Ghostbusters"-Aufguß


Thomas Schlömer