Doppelmord
(Double Jeopardy)

USA, 104min
R:Bruce Beresford
D:Ashley Judd,
Tommy Lee Jones,
Bruce Greenwood
„Ich könnte dich mitten in MardiGras erschiessen”
Inhalt
Weil sie auf raffinierte Weise von ihrem Ehemann hintergangen wurde, muss die hübsche Libby wegen Mordes ins Gefängnis. Als sie Jahre später wieder frei kommt, beschliesst sie, ihren Sohn wieder zu finden, und das Rätsel um ihren angeblich ermordeten Mann aufzuklären.
Kurzkommentar
Mehr als ein durchschnittlicher Thriller, der in ein paar Jahren sein Dasein in einer alljährlichen Wiederholung im Abendprogramm der ARD fristen wird, ist "Doppelmord" nicht. Story, Schauspieler und Spannung sind mittelmässig. Alles schon dagewesen, alles schon gesehen.
Kritik
"Doppelmord" ist einer von den Filmen, bei denen ein grosser Star das Aushängeschild machen muss, ein kleiner aber den wesentlichen Part bestreitet: Ashley Judd. Ihre wesentliche Funktion besteht wohl darin, hübsch zu sein. Ihr Schauspiel ist zwar solide, aber mehr auch nicht. In den USA gilt Ashley Judd als einer der kommenden Stars - warum auch immer. Auch Tommy Lee Jones sieht man an, dass dieser Film nicht gerade sein Herzensprojekt war. Zwar guckt er gewohnt bärbeissig, rennt ein bisschen in der Gegend rum und darf ein, zwei starke Sprüche verlieren, aber das wars auch schon.
Auch die Handlung ist nur durchschnittlich, wobei die Konzeption des Double Jeopardy eigentlich einiges erwarten liesse: Dieser Begriff bezieht sich nämlich auf die Tatsache, dass diesselbe Person für dasselbe Verbrechen nicht zweimal bestraft werden kann:

No person (shall) be subject for the same offense to be twice put in jeopardy of life or limb...

Nun hat Libby die Strafe für die inszenierte Ermordung ihres Mannes bereits abgesessen, und als sie von dieser Regelung hört, beschliesst sie, ihren Mann bezahlen zu lassen. Dass sie sich dann allerdings die ganze Zeit Sarah-O'Connor-like fit halten muss, hätte man sich sparen können - billige Kopie. Nach erstaunlich kurzen 6 Jahren wird sie dann nun wieder entlassen, und dem Bewährungshelfer Travis Lehmann (Tommy Lee Jones) unterstellt, der eine klare Regel vorgibt: Ein Vergehen, und es geht zurück in den Knast. Dass es bei nur einem Vergehen natürlich nicht bleibt, kann man sich ausmalen, und nun beginnt die zu erwartende Suche nach dem Ehemann - mal lustig, meistens eher weniger.
Enttäuschend dagegen das Ende, bei dem das Potential der Anfangskonstruktion völlig vergeudet wird - mehr sei hier nicht verraten. Ebenfalls ziemlich berechenbar: Die tränenreiche Wiedervereinigung von Mutter und Sohn.
Was bleibt, ist ein durchschnittlicher Thriller, bei dem man trotz der üblichen Wendungen am Anfang schon weiss, wie es ausgeht. Echte Überraschungen fehlen. Insgesamt ganz nett, mehr nicht.


Thriller ohne Thrill


Wolfgang Huang
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Eine vielversprechende Grundidee und ein gelunger Filmtitel machen noch lange keine gehobene Kinounterhaltung. Für belanglos dargebrachte Gefühle, passagenweise interessant gestaltete Spannung, sowie durchschnittliche Darstellerleistungen brauche ich nicht ins Kino zu gehen : da kann man ruhig auf den Video-Release warten. ...