Diamonds

USA, 91min
R:John Mallory Asher
B:Allen Aaron Katz
D:Kirk Douglas,
Dan Aykroyd,
Lauren Bacall,
Jenny McCarthy,
Corbin Allred
„Dad, dein Hosenstall ist offen. - Keine Angst, es fällt schon nichts raus.”
Inhalt
Der ehemalige Boxer Harry "The Polish Prince" Agensky (Kirk Douglas) erleidet im hohen Alter einen Schlaganfall. Im Rahmen der Rehabilitation unternimmt er mit seinem geschiedenen Sohn Lance (Dan Aykroyd) und seinem Enkel Michael (Corbin Allred) einen Ausflug nach Reno, Nevada. Dort suchen sie nach Diamanten, die Harry einst als Bezahlung für einen abgesprochenen Boxkampf erhalten hat. Der Ausflug wird für die beiden jüngeren Agenskys zum Selbstfindungstrip, während der "Polish Prince" versucht, trotz seiner schweren Krankheit, Spaß zu haben.
Kurzkommentar
"Diamonds" scheitert an den zu künstlichen Charakteren, der lahmen Handlung und den schlechten Witzen. Die ernsten Themen wurden von anderen Filmen schon wesentlich besser abgehandelt. Einzig die überwiegend schönen Aufnahmen retten vor einem Totalausfall des Kirk Douglas Vehikels.
Kritik
Filme über schwere Krankheiten gibt es nur wenige. Von Hollywood wird das Thema weitgehend ignoriert, da sich Krankheiten nunmal schlecht vermarkten lassen und wenig Leute in die Kinos ziehen. Einzig in Paul Thomas Andersons "Magnolia" wurden in letzter Zeit alte, kranke Menschen intensiver gezeigt, auch wenn sie dort nicht direkt im Mittelpunkt standen. In "Diamonds" ist das anders, dort dreht sich alles nur um Kirk Douglas. Ohne ihn wäre der Film wohl nicht realisiert worden, weil für so ein Projekt von den großen (und alten) Schauspielern Amerikas eigentlich nur einer in Frage kommt. Douglas erlitt Mitte der Neunziger selbst einen Schlaganfall und machte somit die komplette Rehabilitation durch. Seine Rückkehr ins Filmgeschäft kam demnach auch eher überraschend, einen besser geeigneten Film hätte er allerdings kaum finden können.

Am Anfang des Films darf Douglas munter zeigen, was nach dem Schlaganfall auf ihn zu kam, nämlich das mühsame Wiedererlernen des Sprechens. Und da "Diamonds" im Grunde eine Komödie ist, wurde aus der Zungenübung sogleich ein mäßiger Running Gag gemacht. Ein weiteres eigentlich ernsthaftes Thema wird von "Diamonds" berührt: Die Probleme von Lance mit seinem Sohn Michael, der bei seiner Mutter lebt. Diese werden allerdings immer nur kurz angesprochen, da der Film versucht unbeschwert zu sein, was ihm aber nie so recht gelingen mag. Er ist einfach eine schlechte Komödie. Die paar enthaltenen Lacher werden stets ausgewalzt bis sie richtig platt sind. So hält sich der Spaß auch während der an "American Pie" angelehnten, knapp halbstündigen Bordellszene eher in Grenzen.

Die Handlung selbst ist an Nichtigkeit nur schwer zu überbieten. Das Geschehen plätschert 90 Minuten lang vor sich hin, was bei einem Film über einen alten Mann nicht unbedingt schlecht sein muss. David Lynch hat mit "Straight Story" gezeigt, wie so etwas auszusehen hat, damit es authentisch wirkt. Kirk Douglas' Sprechübungen mögen originalgetreu sein, aber die Figuren selbst haben kein Leben, besonders sein Sohn und sein Enkel sind zu stereotyp geraten. "Diamonds" bringt einen nicht zum Lachen, man kann nicht mit den Figuren mitfühlen und die Hollywood-Klischee Handlung verdirbt einem vollends den Spaß. Da fragt man sich doch wirklich, wann endlich wieder eine Komödie mit Dan Aykroyd herauskommt, über die man lachen kann. Schade auch, dass Kirk Douglas scheinbar nicht akzeptieren kann, dass seine große Kinozeit vorüber ist. Auf Filme wie diesen kann man nämlich sehr gut verzichten.

Null-Handlung und langweilige Charaktere verderben guten Ansatz


David Hiltscher