Date zu dritt, Ein
(Three to Tango)

USA, 98min
R:Damon Santostefano
B:Rodney Vaccaro
D:Neve Campbell,
Matthew Perry,
Oliver Platt,
Dylan McDermott
„Champagner, Musik ... Amy in einem Kimono. Ich schwöre : wenn Du nicht schwul wärst, Oskar, müßte ich Dich glatt umbringen”
Inhalt
Der reiche Geschäftsmann Charles Newman (Dylan McDermott, "In the Line of Fire") glaubt fälschlicherweise, daß einer seiner potentiellen Architekten (Matthew Perry) homosexuell ist und beauftragt ihn, ein Auge auf seine Freundin Amy Post (Neve Campbell, "Scream") zu werfen, wenn sie mal ohne ihn irgendwo feiern ist. Es kommt, wie es kommen muß und Architekt Oscar verliebt sich in die hübsche Künstlerin, steht aber vor dem Problem, daß selbst Amy denkt, er sei vom anderen Ufer ...
Kurzkommentar
Trotz äußerst unspektakulärem Grundkonstrukt entpuppt sich "Ein Date zu Dritt" als sehr kurzweilige Liebeskomödie, die vor allem durch die wunderbaren Darsteller getragen wird. Lob auch an Regisseur Santostefano und Drehbuchautor Vaccaro, daß es ihnen gelungen ist, dem Genre mal wieder einen Film der Sorte "locker, leicht, spaßig" hinzufügen zu können.
Kritik
Die Credits zu Beginn des Films ließen Schlimmes befürchten : übertrieben jazziges Gedudel, das wohl diese typische Erwartungshaltung an eine Komödie aufbauen soll - der totale Fehlgriff.
Glücklicherweise stellten sich aber jegliche Befürchtungen als unbegründet heraus. Sicherlich zeugt eine erneute Aufwärmung der typischen Story um die sexuelle Neigung des Hauptdarstellers (Ist er nun homo oder hetero ?) wohl bei keinem der Zuschauer mehr für großes Schmunzeln. Jedoch tragen sowohl die Angebete Amy - gespielt von der screamenden Neve Campbell - als auch der mißverstandene Matthew Perry ihre Rollen derart gekonnt locker, daß der Spaß, den die Darsteller anscheinend bei den Dreharbeiten hatten, sofort auf den Zuschauer überspringt. Ihre Sympathie gepaart mit dem gewohnt souverän-ironischen Schauspiel Oliver Platt's (zuletzt in "Lake Placid") weiß immer wieder zu gefallen und trägt den ganzen Film. Da mögen die üblichen Figuren (Footballer Cartwright und Hygienefanatiker Newman) noch so klischeegeprägt sein, die gute Laune kommt immer rüber und sorgt mit den überraschend ausgefeilten und in keiner Situation peinlichen Dialogen zwar nicht für die ultimativen Brüller, aber immer für die richtige Mischung an Witz und Feingefühl.

So ist beispielsweise das (vorhersehbare) Verhältnis zwischen der wahrlich bezaubernden Neve Campbell und dem bekannt tolpatschigen, aber sympathischen Matthew Perry (z.Z. in "Keine halben Sachen") souverän inszeniert und gerade für einen abend zu Zweit genau das Richtige. Die Energie und Lebensfreude, die in Campbell's Charakter Amy steckt, wird perfekt vermittelt und so wirkt selbst das unvermeidbare Happy-End weder sonderlich kitschig oder ausgelutscht. Wenn auch "Ein Date zu Dritt" nicht um die übliche Menge an Klamauk herumkommt (z.B. das ach so neue "vor Gegenstände laufen"), so muß sich der Film wenigstens nicht auf diese Art von "Humor" stützen, um das Publikum auf seine Seite zu ziehen.

Den Zuschauer erwartet also lockere Abendunterhaltung mit durchdachten Dialogen, einer unspektakulären, aber soliden Liebesgeschichte, getragen von sympathischen bis bezaubernden Darstellern.

Locker-leichte Liebeskomödie mit sympathischen Darstellern


Thomas Schlömer