Coyote Ugly

USA, 94min
R:David McNally
B:Gina Wendkos
D:Piper Perabo,
Maria Bello,
Adam Garcia,
Izabella Miko
„Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt”
Inhalt
Die junge Violet Sanford (Piper Berabo) hält es in der Provinz nicht mehr aus: Sie geht nach Manhattan, entschlossen, es ganz allein zu schaffen. Doch der einzige Job, den sie bekommt, ist der einer Bardame im Coyote Ugly Saloon, dem wildesten Lokal der Stadt. Mit Hilfe von Lil (Maria Bello), der resoluten Chefin, wird Violet zur Sensation des Schuppens. Doch sie träumt von einer Karriere als Songwriterin.
Kurzkommentar
Unter der niveaufreien Schirmherrschaft Jerry Bruckheimers verantwortet David McNelly in seinem Erstling jede Menge Thekenschlampen und Modelschönheiten, die in einer nichtigen Aschenbrödelversion des amerikanischen Traumes, der Einige unterhalten mag, so richtig einheizen.
Kritik
Es scheint, als könne Krawallmacher Jerry Bruckheimer, Produzent von solch subtilen Perlen wie "Con Air" und zuletzt "Nur noch 60 Sekunden", keine Sekunde ruhen. Er weiß oder vielmehr er meint zu wissen, wonach das junge Publikum dürstet und gibt unablässig Nachschlag, wenn es heißt, intellektfreie Plattheiten zu servieren. Nun versucht er, mit identischem Konzept ein zweites "Flashdance" zu realisieren.Dass der Masse aber dennoch ein Rest an Anspruch geblieben ist, demonstrieren die miesen Kassnergebnisse der neuesten Bruckheimer-Geburten. Während "Nur noch 60 Sekunden" wenigstens am Startwochenende an der Kasse durchstartete, schmierte "Coyote Ugly", das Debüt des Werbefilmers David McNally direkt ab, und das völlig verdient.
Vielleicht hätte jemand Bruckheimer und seinem Sprößling McNally einbläuen sollen, bitte keinen Girlie- und Supermodeloverkill zu präsentieren, eingepackt in eine reichlich nervende Aschenputtelvariante. So geht es kläglicherweise in "Coyote Ugly" um den hoffnungslos zerfledderten Hollywoodtraum von Ruhm, Schönheit und Reichtum. So dachte man wohl im Hause Bruckheimer, dass alles, was zum Locken des vorwiegend männlichen Publikums notwendig wäre, ordentlich Fleisch und animalisches Treiben sei. So kommt das Niveau dieser Gaffershow dem verdächtig üblen Titel verdammt nahe, wenn sich der überwiegende Teil des Streifens darauf konzentriert, leicht bekleidete Frauen, die den geilen Mop animieren, tanzend auf der Bartheke abzulichten. Unterbrochen wird diese Schwachsinnsshow nur von Sequenzen, die das schüchterne Kleinstadtmädel auf dem Weg zum erfolgreichen Superbitch zeigen. Dieses leidet unter überflüssigen Hemmnissen und Schranken, die natürlich mit vereinter Kraft niedergemacht werden.

Aber was zählt schon die nichtige Story, wenn man sich hier nur mit unvorstellbaren Wohlgestalten konfrontiert sieht. Deren Weg ist natürlich vorgezeichnet und so absehbar wie das Ende, denn unser Aschenbrödel ist ja so anmutig, dass ihre Äußeres allein im Erfolg münden kann. Die moralischen Dünkel des Vaters sind plötzlich weggefegt, als seine kleine Provinzgöre endlich über ihren Schatten gesprungen und zur lasziven Rockbraut mutiert und der hübsche Prinz auch gefunden ist. Dann tanzen nämlich alle vereint den Triebtanz auf der Theke der Geilen und lassen ordentlich die Sau raus. Und man staunt über soviel redundantes Gehüpfe, das wohl nur für den Produzenten einen unterhaltenden Sinn macht. Nach diesem Appell an die niederen Instinkte ist klar, dass Bruckheimer nach den vielen Autos in "Nur noch 60 Sekunden" noch vieles mehr tieferlegen kann.


Verruchte Girliepower für banale Aufsteiger-Geschichte


Flemming Schock