Erkan & Stefan gegen die Mächte der Finsternis

Deutschland, 85min
R:Axel Sand
B:Günter Knarr, Stefan Lust, Erkan Moosleitner
D:Erkan Moosleitner,
Stefan Lust,
Bettina Zimmermann,
Julia Thurnau
L:IMDb
„Jetzt verrate ich Euch große Geheimnis von Leben: nie Dönerspieß benütze, was nicht gehört Dir.”
Inhalt
Die Zeit ist gekommen. Viele tausend Jahre musste er warten, doch nun hat der Diener der Finsternis die einmalige Chance bekommen, sein blutiges Ritual zu vollenden und die Welt für immer seiner dunklen Herrschaft zu unterwerfen. Nur eine kann sich ihm entgegenstellen: Tana (Bettina Zimmermann), die wunderschöne und mörderscharfe "Bewahrerin des Guten". Doch alleine hat sie keine Chance, das Böse zu besiegen. Es gibt nur eine Rettung: Erkan & Stefan, zwei Männer von unbeschreiblichem Mut und unerschrockener Geisteskraft.
Kurzkommentar
So unlustig und nervtötend "Erkan & Stefan 2" für bekannte Hasser der beiden Prollimitatoren sein mag, so einfach lässt sich eine Empfehlung für ihre Fans aussprechen. Hier ist wirklich alles nach Schema E+S aufgebaut und so machen alle Kinogänger, die für "headnut.tv" etc. nichts übrig haben einen gaaanz großen Bogen um diesen Film.
Kritik
Ich werde ja nie verstehen, warum ausgerechnet Erkan Maria Moosleitner und Stefan Lust mit ihren Prollfiguren Erfolg hatten und nicht, sagen wir, Mundstuhl mit ihren ähnlichen Figuren Dragan & Alder. Die haben mimisch und linguistisch wenigstens noch was drauf, Erkan & Stefan hingegen können sich nicht besser verstellen als jeder x-beliebige Fan. Vermutlich ist ihr Erfolg und ihr Bekanntheitsgrad nicht zuletzt darin begründet, dass sie Michael "Bully" Herbig von der Bullyparade kennen und mit ihm ihren ersten Kinofilm realisieren konnten. Dieser war mit 1,23 Mio. Besuchern anno 2000 ein immenser Erfolg, der den beiden Freunden den Weg zur eigenen TV-Show "headnut.tv" ebnete. Die Erfolgskurve steigt für Erkan & Stefan also weiterhin nach oben und so lag ein zweiter Kinofilm nicht fern.

Da nun allerdings Bully Herbig mit "Der Schuh des Manitu" seinen eigenen, großen Kinoerfolg feiern konnte und sich folglich "größeren" Projekten widmet ("Unser Traumschiff" folgt in wenigen Monaten), stand er für die Regie eines zweiten "Erkan & Stefan" wohl nicht mehr zur Verfügung. Die "undankbare" Aufgabe übernahm deshalb der unbekannte Fernsehregisseur Axel Sand, dessen Inszenierung leider noch nicht mal der von Bully Herbig das Wasser reichen kann. Während dieser, halbwegs gekonnt, die üblichen Inszenierungskniffe Hollywoods ironisiert, stand Axel Sand wohl vollkommen einfallslos vor dem Drehbuch der beiden Plappermäuler. Dieses nun wieder ist so komödienschematisch wie es nur sein kann: man entleihe das Grundgerüst bekannten Blockbustern, baue weitere, kleinere Anspielungen ein und würze dieses Potpourri mit dem allseits bekannten "Prollhumor". So ist der mythische Story-Hintergrund eine Mischung aus "Indiana Jones", "Tomb Raider" und "Die Mumie", die Anspielungen kommen natürlich nicht ohne einen "Matrix"-Effekt aus (wie einfallsreich nach "Scary Movie", "Shrek" etc.) und der Prollhumor, naja, der war ja schon immer sehr gewöhnungsbedürftig.

Was hinzukommt, ist, dass der Humor neben seiner Pointenlosigkeit auch noch gähnend langweilig ist. Meist wollen Erkan & Stefan nämlich nicht durch gewitzte Einfälle und clevere Situationskomik unterhalten, sondern nur durch ihre Sprachvergewaltigung. Das mag hin und wieder ganz nett sein, ist aufgrund des angesprochenen Untalents der beiden "Komiker" aber meist nur enervierend - von den minimalst unterhaltenden Einschüben des "Bösewichts" ganz zu schweigen. Und so sucht man in dieser Aneinanderkettung von Belanglosigkeiten angestrengt nach Lichtblicken: das Handyrennen, manche Anspielungen auf Computerspiele (Stefans Anwendung des Medipack war ziemlich gelungen) und die Konfrontationen in der Selbsthilfegruppe. Dann wird man in seiner Niedrigsterwartung nochmal von Gastauftritten von Corinna Harfouch und Rick Kavanian überrascht, aber besonders Ricks Auftritt ist mindestens so lahm wie in "Der Schuh des Manitu".

Und doch kann man "Erkan & Stefan 2" nicht ganz verurteilen: sie sind sich ihrer geringen Ansprüche ja durchaus bewusst und peilen letzten Endes sowieso nur ihr Fernsehpublikum an. Das dürfte noch halbwegs unterhalten werden und so hätte der Film seinen Soll erfüllt. Die Fansicht kann ich aber leider nicht bieten und für alle anderen gerät Erkan & Stefans neuester Streifen leider zur reinsten Tortur.

Wohl nur für Fans erträgliche Komödie


Thomas Schlömer