Boys, Girls and a Kiss
(Boys and Girls)

USA, 94min
R:Robert Iscove
B:Andrew Lowery, Andrew Miller
D:Freddie Prinze Jr.,
Claire Forlani,
Jason Biggs,
Heather Donahue
„Ich möchte meine schmutzige Wäsche mit dir waschen, Ryan.”
Inhalt
Ryan (Freddie Prinze Jr.) ist ein Streber, dessen Leben perfekt durchorganisiert ist. Seit seinem dreizehnten Lebensjahr begegnet ihm immer wieder die atemberaubende Jennifer (Claire Forlani). Im College werden sie zu besten Freunden und durchleben mit Hilfe ihrer jeweiligen Zimmerkollegen Amy (Amanda Detmar) und Hunter (Jason Biggs) diverse Beziehungskisten, ohne zu merken, wen sie wirklich lieben.
Kurzkommentar
Warum nur müssen romantische Komödien immer so zwanghaft unkomisch und unromantisch sein? An schlechte Darstellerleistungen ist man ja mittlerweile gewöhnt, aber ein so mieses und durchkonstruiertes Drehbuch mit so einer schlechten Auswahl an Schauspielern und einer derartigen Pointenarmut wurde schon lange nicht mehr verfilmt. Eine mehr als grauenhafte Eindeutschung des Films setzt dem Festival der Abscheulichkeiten noch die Krone auf.
Kritik
Die Auswahl der Schauspieler sagt bereits alles über diesen Film. Vier junge Nobodies, deren Namen man aber schon mal irgendwo gehört hat, wurden für die Hauptrollen zusammengetrommelt. Alle haben bereits in zugkräftigen Jugendfilmen mitgespielt, allen voran Freddie Prinze Jr., sozusagen der Prinz des modernen Trashkinos. Seine ersten beiden Kinoauftritte hatte er in den miesen "I know what you did last summer"-Filmen. Sein daraus resultierendes Image als Unterhemd-tragender Mädchenschwarm brachte ihm sogleich die Hauptrolle in Robert Iscoves erstem Kinofilm "Eine wie keine", eine "Boys and Girls" sehr ähnliche RomKom. Danach spielte er den Computerspielehelden Blair in "Wing Commander". Erst kürzlich musste man ihn in der RomKom "Den einen oder keinen" ertragen. Er hat keinen einzigen guten Film gemacht und spielt mehr oder weniger stets die gleiche Rolle.

Wenig besser ist die Auswahl der anderen Akteure. Claire Forlani könnte das weibliche Pendant zu Prinze werden. Sie hatte erst zwei größere Auftritte, und zwar in "The Rock" und "Rendezvous mit Joe Black". Ein gewisses schauspielerisches Potential kann man ihr nicht absprechen, mal sehen, was von ihr noch so kommt. Die beiden unterstützenden Rollen werden von Heather Donahue und Jason Biggs übernommen, die beide bisher nur eine echte Filmrolle hatten. Donahue krisch sich durch das "Blair Witch Project", Biggs sorgte für ausgelassene Schadenfreude bei "American Pie" Besuchern. Biggs braucht sich um seine Zukunft nicht zu sorgen, er hat bereits für "American Pie 2" unterschrieben.

Jason Biggs Rolle in "Boys, Girls & a Kiss" ist eigentlich vollkommen überflüssig. Seine Figur besitzt keinerlei Relevanz für die Story und hat einen riesig hohen Nervfaktor. In billigster Slapstick-Manier muss er seine erfolglosen Anmachversuche aus "American Pie" wiederholen. Diese Szenen haben nicht den geringsten Bezug zur Handlung und sollen wohl den Komödien-Part dieses kleinen Teenie-Machwerks darstellen. Die romantischen Bedürfnisse sollen ja durch Prinze und Forlani befriedigt werden, die sozusagen die Prototypen des jungen Amerikaners und seines weiblichen Counterparts darstellen. Prinze soll anfangs ein hässliches Entlein darstellen und eine ebenso hässliche Freundin haben. Was macht der Regisseur? Er nimmt zwei gut aussehende Teenies und setzt ihnen dicke Hornbrillen auf. Fertig ist das hässliche Entlein. Kaum nimmt Prinze die entstellende Brille ab, wird er zum wirklich gutaussehenden jungen Mann. Forlani trägt natürlich von Haus aus keine Brille, sie muss ja auch gut aussehen. Amerikanische Jugendliche bekommen ihr gewohntes Schönheitsideal vorgesetzt, nach exakt dem selben Prinzip wie in "Eine wie keine". Romantik ist da wenig dabei, wenn aufgedonnerte junge Amerikaner durch diverse Beziehungen stolpern und am Ende, wie ja wohl jedem klar sein sollte, im jeweils anderen die große Liebe finden, von der sie die ganze Zeit faseln.

Jegliche Struktur des Filmes wird durch die beständigen, scheinbar vollkommen wilkürlich gewählten Zeitsprünge zunichte gemacht. Der eigentliche Handlungsstrang ist an Banalität und Konstruiertheit schwer zu übertreffen. Das Handlungsende ist von Anfang an offensichtlich, der anderthalbstündige Weg dorthin eine Qual. Daran hat einen guten Anteil auch der deutsche Verleih, Herrn Kölmels Kinowelt, die sich auf schwachsinnig-beknackte High-School und College Filmchen mit den ewig gleichen Darstellern spezialisiert hat. Allein schon die übliche Karikierung des Original-Titels mit einem sinnlosen und stereotypen deutschen Titel ließ eine katastrophale Eindeutschung erahnen. Die miserable Synchronisation wird an Peinlichkeit höchstens noch von der erbärmlichen Arbeit des Übersetzungsbüros übertroffen. Die Sprecher schludern gelangweilt sinnentleerte Dialoge vor sich hin, bei denen jedwede Logik oder Pointen irgendwo in den Weiten des Langenscheidt-Wörterbuchs der Übersetzer verloren gegangen sind.

Katastrophal unlustiges Billig-Machwerk ohne Sinn und Verstand


David Hiltscher