Bounce - Eine Chance für die Liebe
(Bounce)

USA, 106min
R:Don Roos
B:Don Roos
D:Ben Affleck,
Gwyneth Paltrow,
Tony Goldwyn,
Natasha Henstridge
„Man kann nicht mutig sein ohne Angst”
Inhalt
Buddy Amaral (Ben Affleck) steckt aufgrund von heftigen Schneefällen auf dem New Yorker Flughafen fest. Dabei lernt er die attraktive Mimi (Natasha Henstridge) kennen. Als sein Flug doch noch angesetzt wird, entscheidet er sich, lieber die Nacht mit Mimi zu verbringen als schon nach LA zurückzufliegen. Seine Bordkarte schenkt er Greg Janello (Tony Goldwyn), damit dieser zu schneller zu seiner Familie zurückkehren kann. Doch das Flugzeug stürzt ab. Buddy plagen Schuldgefühle bis er nach einem Jahr Gregs Witwe Abby (Gwyneth Paltrow) besucht, in die er sich prompt verliebt.
Kurzkommentar
Schade, da hatte Regisseur Don Roos so tolle Schauspieler, und der Film ist trotzdem misslungen. Der dynamiklose Handlungsstrang zieht sich auf fast 2 Stunden Länge, ohne nennenswerte Ereignisse. Einige wenige gute Szenen retten den Film vor den tiefsten Abgründen der Filmhölle, Romantik oder Atmosphäre sucht man hier jedoch vergeblich.
Kritik
Es ist ein trauriger Film, den Don Roos mit "Bounce" abliefert. Der Inhalt erzählt von einer Trauergeschichte umhüllt mit Ansätzen eines klassischen Liebesfilms. Trauriger als der Inhalt ist der Film selbst. Er reiht sich in eine lange Reihe ähnlich gelagerter Machwerke aus Hollywood-Massenproduktion ein. Die Tatsache, dass man zwei Oscar-Preisträger verpflichten konnte, gekoppelt mit den üblichen Zutaten für Filme dieses Genres, sorgte in den USA für einen unerwartet großen Erfolg. Somit steht dieser Film als weiterer Beweis dafür, dass erfolgreiche Liebesfilme aus Hollywood zumeist nichts mehr sind als billige Schablonenpodukte, die ohne ihre zugkräftigen Stars keine Chance an der Kinokasse hätten.

Das Drehbuch, das sich Regisseur Don Roos ("The Opposite of Sex") selbst erarbeitet hat, fängt gar nicht schlecht an. Am Anfang hat der Film eine gewisse Dynamik, die aber nach nicht mal einer halben Stunde schon wieder gänzlich verflogen ist. Der Film tritt auf der Stelle. Vor allem mangelt es am wichtigsten Element eines Liebesfilms, nämlich romantischen Szenen und Herzschmerz. Mit Gwyneth Paltrow und Ben Affleck standen zwei hervorragende Schauspieler zur Verfügung, die nur an wenigen Stellen wirklich zeigen dürfen, was sie können. Auch schadet die blanke Berechenbarkeit des Plots.

Wenn man akzeptiert und kein Problem damit hat, dass man anspruchsloses American Fast Food vorgesetzt bekommt, kann man dem Film vielleicht etwas abgewinnen. An der Nichtigkeit des Gezeigten insgesamt und vor allem den beiden stinklangweiligen Schlußdritteln ändert das aber nichts. Ben Affleck und Gwyneth Paltrow haben beide schon deutlich bessere Rollen gespielt, wobei Ben Affleck immer wieder solche üblen Ausrutscher wie "Bounce" oder "Auf die stürmische Art" hatte.

Langweiliger Hollywood-Schablonenfilm mit unterforderten Darstellern


David Hiltscher