Body Shots

USA, 105min
R:Michael Cristofer
B:David McKenna
D:Sean Patrick Flanery,
Jerry O'Connell,
Amanda Peet,
Ron Livingston
„Wenn wir allen Frauen, mit denen wir vögeln, näher kommen würden, dann wären wir nicht so einsam”
Inhalt
Acht junge Leute verabreden sich, um mal wieder einen richtig schönen Abend in Discos und Clubs zu verbringen - die Konstellation 4 Männlein und 4 Weiblein gibt die Richtung des Filmes dabei unmißverständlich vor. Im weiteren Verlauf werden dem Zuschauer Beispiele für "guten" und "schlechten" Sex gegeben - wenn auch eher durch eindeutige Worte, denn durch eindeutige Bilder.
Kurzkommentar
Soviel Gerede über Sex, und so wenig zu sehen. Am Ende bleibt nicht viel, ausser das Gefühl, dass einem die Ohren zugequasselt wurden. Und das schlimmste: Der inhaltliche Anspruch bewegt sich leider auf dem gleichen Level wie "Verbotene Badenixen IV".
Kritik
"There are movies that define every decade." So steht es auf dem Filmplakat, und das bringt mich doch etwas zum Gruseln. Wenn dieser langweilige Laberfilm das ganze Jahrzehnt definieren soll, na dann gute Nacht.
Das Hauptproblem: Das Thema des Films, und zwar das ausschliessliche, ist Sex. Nur: Da man den in einem Hollywood-Kinofilm nicht zeigen kann, muss man über ihn reden. Bereits an dieser Stelle hätte den Produzenten klar sein müssen, dass das nicht funktionieren kann. Es will niemand über Sex reden - und wenn doch, dann aber bitte nicht in aller Öffentlichkeit in Kinogrösse. An den doch recht armseligen Dialogen wird sich jedefalls niemand ergötzen können, sie haben nichts mit Verbalerotik zu tun, sondern sind bloss banales Sprüche-Austauschen.
Die Kamera jedenfalls zeigt ausser einem nackten Hintern nichts, blendet immer verschämt ab. Sicher, in einem solchen Film kann sie auch nicht anders, nichtsdestotrotz hätten sich die betreffenden Szenen auch reizvoller inszenieren lassen.

Der Inhalt mag zwar vielleicht gutgemeint sein, ist aber furchtbar banal. Wir erfahren, dass es verschiedenen Menschen gibt, die verschiedenen Arten von Sex bevorzugen, und das fast aller Sex gut ist, ausser dem schlechten. Höhepunkt der Erkenntis: Vergewaltigung ist böser Sex. Ganz Pfui. Der Versuch, die angebliche Vergewaltigung auf Missverständnisse und unterschiedliche Interpretationen der Geschlechter zurückzuführen, ist zwar interessant und durchaus bedenkenswert - aber langweilig und kraftlos umgesetzt. Die beiden Beteligten dürfen ihre Meinung abgeben, der Prozeß endet wegen widersprüchlicher Aussagen mit Freispruch, und das wars. Eine eingehendere Betrachtung hätte den Film hier durchaus interessant machen können, so teilt er uns nichts mit, was wir nicht schon längst wissen. Für die "Hedonisten", die einen Film am liebsten sehen, wenn er Spass macht: Hier ist der Film ebenfalls ungeeignet. Könnte man den ersten Teil noch als harmlose Sprüche- wahlweise Schenkelklopferei durchgehen lassen (wenn auch nur mit Mühe), so wirds ab der Vergewaltigung wenig lustig.

Formal versucht der Film, durch ein paar ungewohnte Schnitte und dynamische Kamerafahrten Aufmerksamkeit zu erheischen. Die entsprechenden Stellen sind ganz nett, aber das wars leider auch schon. Bemüht und erfolglos. Gleiches gilt auch für die Schauspieler, die hierzulande im Wesentlichen unbekannt sind. Besonders viel wird nicht von ihnen gefordert, und besonders viel bieten sie auch nicht.

Es bleibt ein Film, der keinen Spass macht, dessen Handlung und Dialoge schlecht und dessen Aussage banal ist, und der auf formaler Ebene nichts zu bieten hat. Naja, so gesehen sagt er vielleicht ja doch was über dieses Jahrzehnt aus...


Banalität in Reinform


Wolfgang Huang