Big Daddy

USA, 93min
R:Dennis Dugan
D:Adam Sandler,
Cole Sprouse,
Dylan Sprouse,
Joey Lauren Adams
„Oh Gott, das ist ja scheisse viel Pisse!”
Inhalt
Der 32-jährige Sonny ist ein ziemlicher Versager. Er lebt von dem Geld, dass er bekommen hat, weil ihm ein Taxi über den Fuß gefahren ist. Als seine Beziehung sich dem Ende zuneigt, weil seine Freundin (Kristy Swanson) ihn für unreif hält, kommt ihm vermeintlich der Zufall zu Hilfe. Der fünf Jahre alte Julian (Cole und Dylan Sprouse) wurde von seiner Mutter mit Hilfe einer sozialen Einrichtung zu seinem echten Vater geschickt, nämlich Sonnys Mitbewohner. Der muß jedoch geschäftlich just in diesem Moment nach China reisen. Sonny sieht in dem Jungen die Chance seiner Freundin zu beweisen, dass er doch Verantwortung übernehmen kann, diese zeigt sich jedoch gar nicht begeistert und verlässt ihn für einen wirklich alten Mann. Nun steht Sonny allein mit dem Jungen da, und es ergeben sich all die Probleme, die kleine Kinder so mit sich bringen können. Noch dazu verliebt er sich in Layla (Joey Lauren Adams), die Schwester der Freundin seines Mitbewohners.
Kurzkommentar
Für einen Familienfilm ist 'Big Daddy' zu anarchisch. Wer einfach nur gut unterhalten werden möchte, wird sich an der stark konstruierten Story und der Zentrierung des ganzen Films auf Adam Sandlers sowie dessen oft mäßig lustigen Gags stören.
Kritik
Eins ist 'Big Daddy' auf jeden Fall: familienkompatibel. Einige Gags sind gar nicht mal schlecht und ein paar sind sogar richtig gut. Die meisten sind aber eher im Bereich unlustig einzordnen. Das Hauptproblem des Films ist aber eindeutig die verworrene Geschichte. An manchen Stellen blickt man ob der reinen Masse der handelnden Personen nicht mehr durch wer jetzt wer ist. In der Schlussszene zieht sich der Film in dieser Hinsicht dann auch noch selber durch den Kakao, was einem in dem Eindruck bestätigt, dass man sich auf etwas weniger Nebenrollen hätte beschränken sollen. Die meisten sind schlicht überflüssig, wie z.B. die von Steve Buscemi als für Story und Gags vollkommen unbedeutenden Penner. Auffällig ist, dass das Geschehen voll und ganz auf die Selbstdarstellung Adam Sandlers ausgerichtet ist. Es gibt keine Szene in der er nicht auftaucht. Das wäre ja nicht mal schlimm, wenn sein Humor nicht nach spätestens einer Stunde gewaltig zu nerven anfangen würde. Die angesprochene Zielgruppe Kinder wird das indes nicht stören. Dass Kinderdarsteller Kassenmagneten sind, weiss man spätestens seit 'Home Alone' mit Macauly Culkin. Die beiden Brüder machen mit ihrer gemeinsamen Figur ihre Arbeit gar nicht schlecht, auch wenn Julian fast immer nur als Vehikel für Sandlers Späße gebraucht wird. Ist der Film am Anfang noch halbwegs amüsant, fällt er familienfilmtypisch gegen Ende ab und bewegt sich mit rasenden Schritten auf ein Happy End zu. Wäre der Film wirklich durchgehend im Stile der Szenen, die man im Trailer zu sehen bekam, könnten sich den Film eventuell auch normale Kinogänger ansehen. So verliert er allerdings das Flair, das Filme wie 'Verrückt nach Mary' zu guten Komödien gemacht hat. Das macht den Film natürlich noch nicht schlecht, aber die Zahl der Gags, die wirklich ankommen, ist eher gering. Die meisten rufen allerhöchstens eine leichtes Grinsen hervor.

Wer sich 'Big Daddy' anschauen möchte, sollte sich bewusst sein, dass der Anlauftermin in der Vorweihnachtszeit nicht unbewusst gewählt wurde. Es ist ein Familienfilm und zwar ein eher Durchschnittlicher. Auf Kitschelemente wird größtenteils verzichtet. Adam Sandlers Humor ist allerdings für einen Familienfilm schon fast zu rebellisch. Da wird gekotzt, uriniert und Rollerbladern Stöcke zwischen die Beine geworfen. Sandler bringt seine Rolle aber immer mit einem Augenzwinkern rüber und wirkt recht sympathisch, was ja für diese Sparte Film auch nicht unwichtig ist. Wer sich im Moment einen lustigen Film mit Anspruch ansehen möchte, dem sei eher 'Bowfinger' ans Herz gelegt. 'Big Daddy' ist für Familien mit Kindern bedingt gut geeignet, wird den regelmäßigen Kinogänger aber nicht im Geringsten beeindrucken.


Selbstdarstellung Sandlers in mäßig lustigem Beinahe-Familienfilm


David Hiltscher
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Adam Sandler ist Spezialist für grenzdebile Humorexzesse und spätestens seit dem saublöden 'Waterboy' in den USA schwer angesagt. Bleib zu hoffen, dass das gewaltige Kassenergebnis von 'Big Daddy' ein rein amerikanisches (Kultur)Phänomen bleibt. Durch ein idiotisch sentimentales Storykonstrukt, derben Schenkelklopferhumor und diverse körperliche Se...