Goodbye Lover

USA 1999, 102min
R:Roland Joffé
B:Ron Peer
D:Don Johnson,
Dermot Mulroney,
Patricia Arquette,
Ellen DeGeneres
L:IMDb
„Verwechseln Sie mich mit jemandem, den das interessiert?”
Inhalt
Die Produzenten haben die Kritiker angeblich gebeten, nicht zu verraten, wer in diesem Film wem was antut, um die Spannung zu erhalten. Deshalb nur soviel: Don Johnson, Patricia Arquette und Dermot Mulroney tun allen anderen und sich selbst ziemlich viel an, von Ehebruch bis Mord ist alle dabei.
Kritik
Vor einiger Zeit habe ich im Kino mal "WildThings" gesehen, und dabei meine Begeisterung allzu deutlich offenbart, wem auch immer. Seither werde ich jedenfalls von schwarzen Komödien verfolgt, und auch hier bin irgendwie immer ich es, der die Kritiken dazu schreiben muss. Also: "Goodbye Lover" ist eine schwarze Komödie. Gut, das ist keine weltbewegende Offenbarung, aber das macht nichts, der Film ist es auch nicht. Während ich "Wild Things" gut, "Very Bad Things" schlecht und "Clay Pigeons" wenigstens irgendwie anders fand, ist "Goodbye Lover" jetzt zuviel des Guten.
Aber es liegt nicht nur an meiner langsam immer grösser werdenden Abneigung, einen Großteil hat der Film auch selbst vermurkst. Dabei fängt er eigentlich nicht schlecht an, sehr 'stylish' gefilmt, edles Ambiente, und Don Johnson spielt auch mit. Der spielt zwar gut, bleibt aber insgesamt doch eher blass, zum John-Travolta-Style-Comeback gehört noch mehr Stil. Mich persönlich langweilt Patricia Arquette ('femme fatale wannabe') nur, was auch daran liegt, dass sie in diesem Film genauso aussieht wie die unsägliche Schlampe aus der noch viel unsäglicheren LaCrema-Werbung. Und dann beginnt der Film so langsam dahin zu plätschern, und spätestens, wenn man die Masche kapiert hat (was bei mir als unfreiwilligem Black-Comedy-Experten nicht allzu lange gedauert hat) wird der Film langweilig, denn man weiss genau, wer als nächstes um die Ecke gebracht wird. Man wartet gewissermassen nur auf die nächste Gelegenheit, und da die Story keine übermässige Raffinesse aufweist, kann man ganz erfolgreich Wetten anstellen, wie lange es zum nächsten Toten dauert. Wer es sein wird, ist eh schon klar. Eine Trumpfkarte kann "Goodbye Lover" allerdings noch vorweisen, gerade als man kurz davor steht, endgültig im dick gepolsterten Kinosessel einzuschlafen: Ellen DeGeneres. Zuletzt hat man sie in EdTV als Programmchefin gesehen, hier spielt sie eine zynische Kommissiarin, die mit wundervoll gemeinen Sprüchen, besonders gegen ihren Mormonen-Partner, dem ganzen wieder etwas Pfeffer gibt. Und so wird der Film gegen Ende hin, obwohl er leider sehr berechenbar bleibt, nochmal geradezu spassig.
Was bleibt, sind 9 Punkte für Ellen DeGeneres (die wir gerne öfter sehen möchten) und 6 (minus 3, weil wir alles schonmal gesehen haben) für den Film, was insgesamt irgendwie dann immernoch 6 gibt. Freunde des Genres oder Fast-Singles mit unbändiger Eifersucht können sich den Film ansehen, alle anderen sollten lieber "WildThings" aus der Videothek ausleihen. Ach ja, für F-Word-Zähler ist er auch ganz ergiebig:

"PROFANITY
At least 49 "f" words (6 used sexually, 1 used with "mother"), 14 "s" words, 4 slang terms for male genitals ("pr*ck" and "d*ck"), 11 hells, 3 asses (2 used with "hole"), 3 damns, 1 S.O.B., 1 crap, and 10 uses of "G-damn," 4 of "Jesus," 2 each of "Oh God" and "Oh my God," and 1 use each of "Jesus Christ," "Christ," "God" and "Oh Lordy" as exclamations." (aus SreenIt)


Bereits bekannt & konventionell...bis auf Ellen DeGeneres


Wolfgang Huang