Nacht bei McCool's, Eine
(One Night at McCool's)

USA, 93min
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Harald Zwart
B:Stan Seidel
D:Liv Tyler,
Matt Dillon,
John Goodman,
Paul Reiser,
Michael Douglas
L:IMDb
„Das ist mörderscharfes Material!”
Inhalt
Es begann in einer Nacht bei McCool´s. Randys (Matt Dillon) Leben war gut. Er hatte Freunde, ein Job und ein Haus. Nur eine Frau fehlte in seinem Dasein. Auch an dem verhängnisvollen Abend, an dem er Jewel (Liv Tyler) kennenlernt. Randy hat seine Bar gerade geschlossen, da wird er Zeuge einer Auseinandersetzung. Im letzten Moment kann Randy eingreifen und Jewel vor einem scheinbaren Vergewaltigungsversuch retten. Sie weicht Randy, der sein Glück erst kaum fassen kann, aus Dankbarkeit nicht mehr von der Seite und es kommt zum Sex. Danach kommt jedoch heraus, das Jewel ein abgekartertes Spiel treibt, das nicht nur Randy zur Verzweifelung bringt.
Kurzkommentar
Sowohl der Titel als auch der Trailer zu "Eine Nacht bei McCool's" wirken eher abschreckend - der Film selbst ist das genaue Gegenteil, wunderbar besetzt und erfrischend lustig, mit vielen gekonnten Seitenhieben. Sehr sehenswert!
Kritik
Für den Titel und den Trailer sollte man die Verantwortlichen im Verleih zwingen, 3 Tage lang ohne Unterbrechung "Battlefield Earth" anzusehen. Während der Titel genau so unprickelnd ist wie der Film gut, verrät der deutsche Trailer die besten Pointen schon vorab. Sollten Sie also den Film noch nicht gesehen haben, halten Sie sich Augen und Ohren zu, sobald der Trailer beginnt, denn es wäre schade um den Film. Selbst die grossartige Schlusspointe nimmt der Trailer vorweg - 3 Wochen "Battlefield Earth"!

Flemming konnte Liv Tyler als Femme Fatale begeistern - mir gefiel sie mit langen roten Haaren nicht sonderlich, aber ihre Rolle spielt sie dennoch sehr gekonnt. Teilweise gleitete der Drang nach Heimeligkeit fast schon vom Humoristischen ins Realistische ab - beängstigend. Beginn und Schluss von "Eine Nacht bei McCool's" sind rasant und wunderbar komisch, der Mittelteil hat ein paar Längen, über die man aber gerne hinwegsieht, zumal alleine schon die Figuren zum Brüllen sind. Gegen die wunderbaren Paul Reiser, John Goodman und den die Lachmuskeln allein durch sein Äusseres strapazierenden Michael Douglas wirkt Matt Dillon fast schon etwas blass - aber die Kombination ist dennoch grossartig. Das Finale des Films ist wirklich bemerkenswert furios und witzig: Hier laufen alle Fäden zusammen, die vielen kleinen Abstrusitäten zuvor (Stichwort Utah und die Village People) ergeben ein komplettes Bild. Die hohe Kunst, ein Drehbuch so zu schreiben, dass am Ende jedes Mosaiksteinchen an seinen Platz fällt, demonstriert Stan Seidel in Perfektion.

Zu den ganz grossen Komödien gehört "Eine Nacht bei McCool's" zwar nicht, unter anderem wegen den Mittel-Längen, aber ein Kino-Besuch lohnt sich definitiv!

Excellent besetzte Komödie mit erfrischendem Drehbuch


Wolfgang Huang