Mr. Undercover
(Corky Romano)

USA, 86min
R:Rob Pritts
B:David Garrett, Jason Ward
D:Chris Kattan,
Vinessa Shaw,
Peter Falk,
Matthew Glave
L:IMDb
Inhalt
Weil der Familien-Boss Pops Romano kurz davor steht, den Rest seines Lebens hinter Gitter zu wandern, will er einen Spion beim FBI einschleusen, um Belastungsmaterial zu vernichten. Da man dort jedoch den ganzen Clan kennt, bleibt nur ein unbekanntes Gesicht: der verstoßene Sohn Romano (Chris Kattan), der nicht nur seine Berufung in der Veterinärmedizin sieht, sondern auch sonst ein recht tumber Tolpatsch ist. Und so steht die Undercover-Mission jede Sekunde auf Messers Schneide.
Kurzkommentar
Viel Gehampel, viele müde Pointen, zwischendurch ein paar gelungene Jokes - das ist die Bilanz von "Mr. Undercover". Insgesamt ist die Gag-Dichte jedoch nicht sonderlich hoch, und einmal mehr zeigt sich, dass der Schritt von "Saturday Night Live"-Stars auf die Kinoleinwand für manchen zu groß ist.
Kritik
Auch ein Rekord: Von allen Kinofilmen, in denen Chris Kattan mitspielte, schaffte es keiner, bei der Userwertung der Internet Movie Database mehr als 5.0 Punkte zu bekommen. Dazu braucht es schon eine gewisse Hartnäckigkeit, sowohl im Auswählen schlechter Scripts, als auch in der persönlichen Ausdauer. Belastbar ist Kattan jedenfalls, denn allein die zahlreichen Verrenkungen und Grimassen in "Mr. Undercover" dürften anstrengend genug gewesen sein. Doch das allein macht leider (oder zum Glück?) noch keinen guten Film, auch wenn es, denkt man an Jim Carrey, einer Karriere auch nicht zwangsläufig hinderlich zu sein scheint.

Aber Kattan erliegt dem Fehler, den vor ihm schon genug andere machten: Mit der Erfahrung zahlreicher Sketche aus dem US-Klassiker "Saturday Night Live" versucht er, einen ganzen Film mit Pointen zu füllen - diese bleiben jedoch, wie fast immer, zu zusammenhanglos, weil es dem Film an einer konsequenten Story oder an halbwegs durchdachten Charakteren mangelt. Der Film ist nur Transportvehikel für die Gags - sind die aber nicht über die volle Dauer erstklassig, so mißlingt der Film, wie bei "Mr. Undercover". Das einzig erstaunliche Gegenkonzept amerikanischer Filme sind Zoten-Filme wie die "America-Pie"-Reihe - auf sexuelle Anspielungen verzichtet Kattan bzw. Erstlings-Regisseur Pritts aber fast ganz.

So hangelt sich "Mr. Undercover" von Kalauer zu Kalauer, und nichtmal ein geradezu subtiler Scherz, wie etwa den Mafia-Boss ausgerechnet mit Peter Falk zu besetzen, kann genügend Charme entfalten, um den Film sehenswert zu machen - obwohl es auch schon wesentlich mißlungenere Komödien gab.

Insgesamt müde Ansammlung zu vieler lahmer Lacher


Wolfgang Huang