Ghosts of Mars

USA 2001, 98min
R:John Carpenter
B:John Carpenter
D:Natasha Henstridge,
Ice Cube,
Pam Grier,
Jason Statham
L:IMDb
„Ich war es. Ich habe die Büchse der Pandora geöffnet.”
Inhalt
Aus dem eigentlich einfachen Auftrag, einen Gefangenen zu überführen, wird ein Horrortrip für die Gruppe Polizisten, als sie feststellen müssen, dass das Gefängnis einem Schlachthof gleicht. Und auch in der restlichen Kolonie sind so ziemlich alle Einwohner tot. Doch nicht alle - einige haben sich in besessene Zombies verwandelt, die mordend durch die Straßen ziehen. Und als ob der Kampf gegen diese Horden nicht schon schwer genug wäre, entkommt dann auch noch der wegen mehrfachen Mordes angeklagte Gefangene.
Kurzkommentar
Ein Satz bringt es auf den Punkt: Carpenter war auch schon mal besser. "Ghosts of Mars" ist zwar einmal mehr Trash, aber reichlich uninspirierter. Trotz einer (für Genre-Verhältnisse) recht ansehnlichen Darstellerriege ist aus dem tumben Plot nichts herauszuholen. Die plumpen Horroreffekte bringen's da auch nicht mehr.
Kritik
Das gute alte Pandora-Prinzip, gemischt mit der Andeutung von Zivilisationskritik: Eigentlich kein schlechter Ansatz. Die Idee, dass die rücksichtslosen Menschen bei der Ausbeutung des Mars auf eine bisher unentdeckte, heimische Lebensform stoßen, gewinnt zwar keinen Originalitätspreis, böte aber eine gute Basis. Dazu ein bisschen düstere Mars-Athmosspähre, ein futuristisch-morbider Touch, und eine eigentlich spannende, weil schön fatalistische Idee: Tötet man eines der besessenen Zombies, so löst sich der ausserirdische Geist und geht auf das nächste Opfer über - Ballern sinnlos.

Allein, die beklemmenden, ausweglosen, adrenalinfördernden Szenen, die man damit hätte verwirklichen können - sie tauchen leider in Carpenters Film nicht auf. Stattdessen eineinhalb Stunden Wiederholung des ewig Gleichen: Ein bisschen das Gelände erforschen, rein in den sicheren Bunker, wieder raus, um ein Zombies zu killen, wieder rein, wieder raus, wieder rein. Dazu haben mal die Cops, mal die Gangster die Oberhand, was aber nicht so schlimm ist, weil es ganz liebe Gangster sind. Das alles ist wenig prickelnd, dazu kommen die üblichen Logikbrüche: Wenn von den notwendigen Atemmasken die Rede ist, wieso setzen dann alle Sonnenbrillen auf? Wenn die bösen Geister den Körper wechseln, sobald dieser stirbt - wieso tun sie das dann ausschließlich in dramaturgisch wertvollen Momenten? Wenn man eine geheime Aktion plant, wieso stellt man dann einen Späher mitten in die Landschaft, der sofort entdeckt wird? Und: Wenn das Alien durch die dunklen Winkel schleicht, wieso trennen sich dann alle, statt zusammen zu bleiben?

Doch all das wäre nebensächlich, könnte der Film einen in gepflegten Grusel versetzen. Mitunter hat Carpenter auch Filme mit ganz eigenem Humor gedreht - "Die Klapperschlange" etwa, oder zuletzt "Vampires". Doch von alledem nichts in "Ghosts of Mars". Wie die Cinema richtig bemerkt: Stünde nicht "John Carpenter" im Titel, der Film hätte es nicht über einen Videostart hinausgebracht. Zu platt die Story, und vor allem zu billig die Effekte. Dazu die miesen Gruseleffekte, die nicht mal das Beinahe-Prädikat "trashig" verdienen - sie sind nur noch schlecht.

Es mangelt also an der Story, an Spannung, an Grusel, an Witz, und, eigentlich unnötig zu erwähnen, an Anspruch sowieso. Auch wenn mit Ice Cube, Natasha Henstridge und Pam Grier "einschlägig vorbelastete" Schauspieler die Hauptparts übernommen haben: das haben sie wahrlich nicht verdient. Und so kommt noch eines hinzu, woran es "Ghosts of Mars" vollkommen zurecht mangeln wird: Zuschauerinteresse und Erfolg.


Horror-Trauerspiel aus der untersten Schublade


Wolfgang Huang