Astronaut's Wife, The

USA, 109min
R:Rand Ravich
D:Charlize Theron,
Johnny Depp,
Joe Morton,
Clea Duvall,
Nick Cassavetes
„Er ist nicht ihr Mann...nicht mehr”
Inhalt
Während einer Routinemission im All kommt es zu einem Zwischenfall: Die Astronauten Spencer Armacoust (Johnny Depp) und Alex Streck (Nick Cassavetes) sind für 2 Minuten von jeglicher Ortung verschwunden. Als sie zurrückkehren, mehren sich die seltsamen Ereignisse: Streck stirbt unvermutet, und seine Frau nimmt sich das Leben. Und auch Jillian (Charlize Theron) ist verunsichert. Ihr Mann ist irgendwie nicht mehr derselbe...
Kurzkommentar
In 'The Astronaut's Wife' müssen mal wieder die Aliens als Böse herhalten. Auch die eigentliche Motivation der Ausserirdischen bleibt verworren -die gebotene Erklärung ist jedenfalls unterstes Akte-X-Niveau. Der Rest des Films ist anständig, durchaus spannend, und die Schauspieler auch ok. Kein Muss, aber in Ordnung.
Kritik
Wieviele Filme (ausgenommen TV-Serien) gibts es wohl, die sich ernsthaft mit dem Thema Ausserirdische befassen? Und in wievielen davon sind die Aliens nicht gleich sofort die Bösen? Mir fällt (von den halbwegs aktuellen) nur einer ein (Contact), 'The Astronaut's Wife' jedoch ist das genaue Gegenteil: Die Aliens sind nur irgendwie dumpf als das Böse zu erkennen, mehr als ein Energieband bekommt man nicht zu sehen, kein Hintergrund über ihre Motivation oder ihre Herkunft. Zum Teil arbeitet das durchaus für den Film, denn bis zur Hälfte kommt es kaum zu mehr als zarten Andeutungen, was eigentlich nicht stimmt, der Zuschauer ist alleingelassen -und gruselt sich. Zum Teil arbeitet es aber auch gegen ihn, denn die gebotene Erklärung für alle die Vorgänge (die nur von einer Person vermutet wird), ist mehr als dürftig, geradezu lächerlich.
Charlize Theron kann als geängstigte Frau des Astronauten Spencer durchaus überzeugen - sie spielt die Jillian einprägsam, wandelt gut zwischen Mutterliebe und Wahnsinn. Den leichteren Part hat Johnny Depp, der 3/4 des Film einfach nur grimmig guckt. Wenn auch schaupielerisch eher unauffällig, so bietet die Handlung doch durchaus noch sehr interessante Nebencharaktere: den entlassenen NASA-Psychologen(Joe Morton), der das Geheimnis zumindest teilweise enträtselt, die Ehefrau des skrupellosen Kampfjetfabrikanten (Donna Murphy, mit dem besten Filmsatz!), oder Charlize's Schwester Nan (Clea Duvall).
Die meiste Zeit -und hier befindet sich der Film auf einer Gratwanderung zwischen unerträglicher Spannung und zu langsamen Voranschreiten- folgt die Kamera Jillian, die selbst die Veränderung spürt, und so langsam ein Bild von dem Vorfall gewinnt, jenen 2 Minuten, über die ihr Mann partout nicht sprechen will. Wie genau es weitergeht, soll nicht verraten werden, auf jeden Fall nimmt die Spannung gegen Ende hin leider etwas ab, das Ende wird recht vorhersehbar, beim Showdown weiss man nach einer Minute, wie es enden wird.
Und dann, nur um den Zuschauer aus seiner selbstzufriedenen 'Hab-ichs-doch-gewusst'-Stimmung zu reissen, kommt das knüppelharte Ende, von dem ebenfalls nichts verraten werden soll. Nur so viel sei gesagt: Zum Glück zelebriert der Film kein einfaches HappyEnd.
Letztlich bleiben: Gute Schauspieler, eine brauchbare Handlung, wenn auch mit sehr dürftigem Hintergrund, viele unerklärte Szenen und Vorkommnisse, die die Spannung steigern, und ein unerwartetes Ende.

Solider Alienfilm ohne Aliens


Wolfgang Huang