Full Metal Jacket

USA, 116min
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Stanley Kubrick
B:Gustav Hasford,Michael Herr, Stanley Kubrick
D:Matthew Modine,
Lee R. Ermey,
Vincent D'Onofrio,
Adam Baldwin,
Dorian Harewood
L:IMDb
„Tote wissen nur eines: es ist besser, am leben zu sein.”
Inhalt
Im Camp von Passish Island, South Carolina, wird 1967 eine Gruppe junger Amerikaner auf den Einsatz im Vietnamkrieg vorbereitet. Das Programm ist hart und wird von dem sadistischen Ausbilder Sergeant Hartman (R. Lee Ermey) mit großer Härte durchgeführt und überwacht. Ein Lieblingsopfer Hartmans ist der geistig zurückgebliebene Leonard (Vincent D`Onofrio), der vor seinen Kameraden auf brutalste Weise gedemütigt wird. Kurz vor Beendigung der Ausbildung rächt Leonard sich an seinem Peiniger. In einer dramatischen Nachtaktion erschießt Leonard zunächst Hartman und dann sich selbst. Leonards Trupp, dem unter anderem der Kriegsreporter Joker (Matthew Modine) angehört, wird trotzdem nach Vietnam geschickt. Dort lernen die Männer die schonungslose Härte des Krieges kennen, auf die sie ihre Ausbildung nicht vorbereitet hat. Auch entdecken Sie schnell die schwarzen Stelle ihrer Seele.
Kurzkommentar
Kubricks Beitrag zum Vietnamkrieg lebt gerade im ersten Drittel von seiner gewohnt-radikalen, unverblümten Inszenierung (und beißendem Witz). Die Ausbildung wird mit harten Schnitte, ohne ruhige, zum Durchschnaufen einladende Momente, aneinandergereiht, die Musik beschränkt sich auf ein sich wiederholendes Stück. Mit dieser handwerklich üblich-kongenialen Vorstellung ist Kubrick in seinem Element. Danach verliert der Film jedoch an Drive, zeigt zwar treffend die Diskrepanz zwischen Ausbildung und Kriegsrealität, bringt seine Message jedoch nicht straff genug auf den Punkt. Letztlich hebt er sich dadurch nicht von "konventionellen" Antikriegsfilmen wie etwa "Platoon" ab. Sein erster Antikriegsfilm "Wege zum Ruhm" ist da der wesentlich pointiertere Beitrag.
(Thomas Schlömer)