Bourne Identität, Die
(Bourne Identity, The)

USA, 118min
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Doug Liman
B:Robert Ludlum,Tony Gilroy, Blake Herron
D:Matt Damon,
Franka Potente,
Chris Cooper,
Clive Owen
L:IMDb
„How could I forget about you? You're the only person I know!”
Inhalt
Eines Tages wird ein scheinbar Toter von ein paar Seeleuten aus dem Mittelmeer gefischt. Doch der Unbekannte (Matt Damon), der sein Bewußtsein wiedererlangt, hat keine Ahnung über sein vorheriges Leben. Dennoch versucht er anhand spärlicher Hinweise herauszufinden, wer er eigentlich ist - dabei behilflich ist ihm die Zufallsbekanntschaft Marie (Franka Potente). Doch die Wahrheit, die sich nach und nach enthüllt, ist nicht leicht zu ertragen...
Kurzkommentar
"The Bourne Identity" will eigentlich nicht mehr als ein unterhaltsamer Actionthriller für zwei kurzweilige Stunden sein - und dieses Ziel erreicht er auch perfekt. Andauernde Spannung, Glaubwürdigkeit der Story und solide Darstellerleistung helfen ihm dabei.
Kritik
Ein bisschen "nationaler Stolz" kommt schon auf, wenn man "unsere" Franka Potente in einem Hollywood-Streifen sieht. Und vielleicht beeinflusst das die Wertung positiv, in dem es einen an sich nicht spektakulären Streifen sympathischer macht.

Wie auch immer, "The Bourne Identity" zeichnte sich vorallem durch eine sehr solide, durchdachte Inszenierung aus. Kein Experimente, aber alles richtig gemacht (was man angesichts der vorherigen Gurken des Regisseurs nicht als sicher annehmen durfte). So verzichtet der Film auf formale Spielereien und technische Mätzchen und konzentriert sich ganz auf die Story, die ungewöhnlich logisch und glaubwürdig ausfällt, gerade im Vergleich zu James Bond, XXX oder ähnlichen Agentenfilmen. Mit ein bisschen Vorstellungskraft könnte all das durchaus so stattgefunden haben - und dieser Bezug zur Wirklichkeit erzeugt Spannung, denn man muss nicht mit höchst unglaubwürdigen Lösungen für Konflikt- und Gefahrensituationen rechnen. Das Fiebern mit Jason, wie er seinen Häschern entkommt, ist geradezu fesselnd, ebenso wie seine Suche nach der eigenen Identität. Dass Bourne eine Art Geheimagent ist, ist sehr bald klar - nur weshalb trotz all der Pefektion sein Auftrag fehlschlug, und wie er seinen Verfolgern schlußendlich entkommen will, diese Fragen halten die Spannung konstant aufrecht.

Sehr vorteilhaft auch die gleichbleibend hohe Geschwindigkeit, die jedoch nicht in hektische Schnitte oder konfuse Action ausartet. Man bekommt kaum Zeit zum Ausruhen, und dennoch bleibt alles verständlich. Oft genug täuschen Action und rasche Schnitte über Storylücken hinweg - nicht so jedoch bei Limans Film. Auch wenn "The Bourne Identity" das Genre wahrlich nicht revolutioniert sondern eher konventionell erscheint, so ist es gerade diese Bodenständigkeit, die überzeugt.

Dieses Muster zieht sich auch in der Schauspielleistung von Damon und Potente fort: Oscarverdächtig sind sie nicht, aber glaubwürdig und zweckmäßig. Übrigens hat Clive Owen, manchen bekannt aus den aufwendigen BMW-Werbefilmen, hier einen verlängerten Auftritt. "The Bourne Identity" eignet sich perfekt für einen gemütlichen Popcorn-Kinoabend - weder regt der Film zum Nachdenken an, noch sorgt er für ekstatische Jubelstürme, aber er ist ein sehr, sehr solider Actionthriller. Und unsere Franka spielt auch mit.

Solider, sehr spannender Actionthriller mit Franka Potente


Wolfgang Huang