American Cuisine
(Cuisine américaine)

Frankreich, 92min
R:Jean-Yves Pitoun
D:Eddy Mitchell,
Jason Lee,
Irené Jacob,
Michel Muller
„Setz dich! Iss was!”
Inhalt
Loren hat das Kochen von Kindesbeinen an gelernt. Nachdem er seinen Rauswurf bei der Marine provoziert hat, erhält er die Chance, beim großen Louis Boyer zu kochen. Doch in Frankreich erwartet ihn eine neue Welt. Denn ausser ums Kochen muss er sich auch noch um kulturelle Differenzen, seinen extravaganten Chef sowie um dessen hübsche Tochter kümmern.
Kritik
Der Gedanke, die feine französische auf die barbarische amerikanische Kultur aufeinander treffen zu lassen, ist nicht unbedingt neu. Der 'clash of civilizations' ist aber gar nicht unbedingt das Hauptthema des Films, vielmehr geht es um die Absurditäten des Lebens, die nur teilweise aus dem Winkel der verschiedenen Kulturen betrachtet werden.
Denn Boyer hat Probleme: Nach der aufwendigen Restauration seines Luxusschlemmertempels steht er vor einem Berg voller Rechnungen und die Steuerprüfung ins Haus. Doch mit solch profanen Problemen ist es nicht getan, auch daß er am Liebhaber seiner Tochter, der ihm zu bieder ist, verzweifelt, und der langerwartetet Restauranttester auf sich warten läßt ist noch nicht alles, nein, es ist vielmehr eine generelle Lebensmüdigkeit, die ihn zu extravaganten Aktionen verleitet. Doch in Loren, dem Jungkoch aus der neuen Welt, findet er einen verwandten Geist, mit dem er seine Leidenschaft, das Kochen teilen kann.
Teilweise ist diese Männerfreundschaft etwas zu stilisiert, aber das tut dem ungemeinen Vergnügen, mit dem man dem Geschehen folgt, keinen Abbruch. Der Film bringt seine kleinen Helden in allerlei abstruse Situationen, jedoch ohne sie dabei lächerlich zumachen, den Zuschauer mit plumpen Problemem oder langweiligen Analysen zu langweilen, oder seine Kontinuität zu verlieren. Frische zeichnet diesen Film aus, Esprit würde der Franzose sagen.
Begeistern können auch die Schauspieler: Während Jason Lee als Loren seine Rolle allemal gut macht, spielt Eddy Mitchell als exzentrischer Starkoch Boyer fantastisch, auch Irené Jacob als Boyers Tochter Gabrielle gefällt. Dazu kommt Michel Muller als Steuerinspektor, der eine feine Nebenrolle hat.
Das große Verdienst von 'American Cusine' ist es, daß er trotz seiner witzigen Grundstimmung die Charaktere ernstnimmt, und ihre Probleme vermittelt, ohne den Zuschauer zu langweilen.

Leicht, locker, frisch und ungewöhnlich: Die Zutaten stimmen


Wolfgang Huang