Wedding Planner
(Wedding Planner, The)

USA, 106min
R:Adam Shankman
B:Pamela Falk, Michael Ellis
D:Jennifer Lopez,
Matthew McConaughey,
Bridgette Wilson,
Justin Chambers
L:IMDb
„Sie haben meinen Schuh gerettet...äh, mein Leben.”
Inhalt
Hochzeitsplanerin Mary Fiore (Jennifer Lopez, zuletzt "The Cell") gilt als beste ihres Fachs, leidet aber auch nach Jahren immer noch unter der Trennung von ihrem ehemaligen Verlobten. Mit einem buchstäblichen Knall lernt sie den Kinderarzt Steve Edison (Matthew McConaughey, zuletzt "U-571") kennen, der ihr auf der Straße des Leben rettet. Mary ist sofort hin und weg, muss jedoch feststellen, dass ausgerechnet Steve der Zukünftige ihrer neuesten Kundin ist.
Kurzkommentar
"The Wedding Planner" ist eine Romanze auf Kitschromanniveau und in seinen Dialogen teilweise so schmerzhaft übersüß, daß es kaum zu glauben ist. Manche Zuschauer sehnen sich ja nach solch vorhersehbaren Filmchen und lassen sich gerne märchenhaft berieseln, aber "Wedding Planner" dürfte selbst für diese Zuschauergruppen etwas zuviel des Guten sein.
Kritik
Es ist doch immer wieder erstaunlich, welche "Regisseure" mit welchen Stoff doch glatt ihren ersten Kinofilm abliefern dürfen und von den Studios munter finanziert werden. Antony Hoffman durfte mit "Red Planet" locker um 75 Mio.$ in den Sand setzen und Adam Shankman bekommt ohne Murren namhafte Darsteller wie Jennifer Lopez und Matthew McConaughey ("Contact", "Die Jury", "U-571") zugesprochen. Weiterhin verwundert bei dem wirklich schändlichen Drehbuch zu "The Wedding Planner", daß sich McConaughey und Lopez ohne Rücksicht auf die eigene Filmographie und scheinbar nur des Geldes wegen für so einen Schund hergegeben haben. Man wollte (unübersehbar) dem "großen" Filmpaar Grant/Kerr nacheifern, vergaß bei der Modernisierung aber das Auffrischen der Charaktere und Story - sofern man jene überhaupt so bezeichnen sollte. Der einzige Kniff des Films besteht nämlich darin, daß McConaughey den Charakter spielt, in den sich "Wedding Planner" Fiore alias Jennifer Lopez verliebt, der aber genau ihr nächster Kunde ist. Wer den Trailer kennt oder die (offizielle) Inhaltsangabe kann den Kinoabend somit frei von jedweden (und damit meine ich jedweden) Überraschungen geniessen.

Der Titel läßt ja schon übersüßen Filmstoff vermuten, aber was uns Shankman hier auftischt, ist wirklich von der tödlichsten Sorte. Ungelogen: auf Kitschromanniveau (die, die man immer am Ständer im Bahnhofskiosk findet) spult Shankman hier ein viel zu romantisch anmutendes Filmchen ab, das sich von Sekunde zu Sekunde mit immer geschmackswidrigeren "Dialogen" übertrifft. Von Sternen, die den Augen der Traumfrau gleichen bis hin zu der Tatsache, daß McConaughey natürlich Kinderarzt ist, ist wirklich alles dabei, was das Pseudo-romantische Herz begehrt. Selbstverständlich auch, daß Lopez atemberaubend hübsch aussieht, aber trotzdem jahrelang kein Date hatte. Wann begreifen die Studios eigentlich, daß das einer Story jegliche Glaubwürdigkeit nimmt (siehe "Miss Undercover", "Eine wie keine", "Hals über Kopf")? Wie wäre es stattdessen mal mit einer ansehnlichen Jungdarstellerin? Ok, das ziemt sich für einen Film, der derart nach Hollywood riecht, natürlich nicht - da bliebe die erhoffte Kasse natürlich aus. Und so lebt der Film, wenn überhaupt, nur von seinen Darstellern, die allerdings beide nicht überzeugen können. Lopez ist nicht wirklich schlecht, wird von den Dialogen aber zunehmend erstickt. McConaughey konnte ich schon immer leiden, aber ein grandioser Schauspieler ist er nicht.

Leider mangelt es dann auch an sympathischen Nebencharakteren, was z.B. "Notting Hill" mit Julia Roberts und Hugh Grant gehörig aufgewertet hat. Fiores Vater bleibt blass, ihr Verehrer kann kaum Mitleid erregen und Kevin Pollak ("Die üblichen Verdächtigen") bekommt wieder eine undankbare Minimalrolle. Zwei Wertungsrollen gibt es dennoch, denn es dürfte genau zwei Zuschauergruppen geben, denen der Film trotzdem gefallen wird: ganz junge und ganz alte Frauen.

Überkitschige Love-Story jenseits der Toleranzgrenze


Thomas Schlömer