Mission to Mars

USA, 113min
R:Brian DePalma
B:Lowell Cannon
D:Gary Sinise,
Don Cheadle,
Connie Nielsen,
Tim Robbins
L:IMDb
„Jims Reise hat ein anderes Ziel...”
Inhalt
Die erste Mars-Mission gerät zum Desaster. Bei der Untersuchung eines unidentifizierten ausserirdischen Artefakts kommt fast die gesamte Crew ums Leben. Flugs wird also eine Bergungsmission organisiert - die findet nicht nur einen Überlebenden, sondern macht sich auch daran, das Rätsel zu lösen.
Kurzkommentar
"Mission to Mars" sieht billig aus, hat billig agierende Schauspieler, billige Effekte, billigen Humor und, was am schlimmsten ist, leider auch ein mehr als billiges Drehbuch. Nur der Eintrittspreis ist so hoch wie immer - weshalb man auf diesen Film wunderbar verzichten kann.
Kritik
Manche Verschwörungsfanatiker glauben ja, dass die Mondlandung von den Amerikanern nur vorgetäuscht worden sei, und in Wirklichkeit in der Wüste in der Nähe von Las vegas gedreht wurde. Als Beweise werden diverse physikalische Ungereimtheiten angeführt.
Bei "Mission to Mars" ist zwar offensichtlich, dass er nicht auf dem Mars gedreht wurde, dennoch ist es erstaunlich (immerhin betreibt Silicon Graphics unübersehbares Product Placement), wie schlecht dieser Film aussieht, alle Szenen wirken, als hätte man sie hier auf Erden gedreht, und dann hinterher kräftig mit einem Rot-Filter bearbeitet. Wahrscheinlich war es sogar so, aber auf jeden Fall gelingt das den Machern so miserabel, dass absolut keine Mars-Atmosspähre aufkommt...man hat irgendwie bloss das Gefühl, die Schauspieler liefen in einer trockenen Gegend bei Sonnenuntergang herum.
Man mag das für einen weniger bedeutenden Mangel halten, aber es sei nochmals betont: Für einen Film, der die erste Mars-Landung beschreibt, gibt sich "Mission to Mars" schon rein optisch völlig schmuck- und charmelos. Auch der Rest der grafischen Effekte scheint geradewegs aus einer der alten StarTrek-Folgen entnommen zu sein, als man noch kleine Plastikmodelle vor runden Scheiben herzog, was dann später mehr oder weniger wie ein Raumschiff im Planetenorbit aussah. Bei "Mission to Mars" jedenfalls gibt es in dieser Hinsicht nur Enttäuschendes zu sehen: Die entsprechenden Sequenzen sind technisch Jahre zurück, und vorallem todlangweilig - keine spektakulären Kamerapositionen, keine Explosionen, nichts. Allein der Versuch der Astronauten, sich eine längere Distanz nur per Steuerdüsen der Raumanzüge durchs All zu bewegen verdient Aufmerksamtkeit - aufgrund seiner absoluten grotesken Lächerlichkeit. Dass dabei die elementarsten Grundgesetze der Physik verletzt werden, ist man aus SciFi-Filmen ja gewohnt, aber so auffällig dämlich wie hier wurde es noch nie in Szene gesetzt.

Aha, denkt sich der geneigte Leser, dem Film geht es nicht um optische Effekte, nicht um Explosionen oder ausgefeiltes Design, der hat eine Botschaft, will uns etwas Wichtiges mitteilen, immerhin deutet die Tagline ja an, dass es um den Ursprung des menschlichen Lebens geht. Weit gefehlt. Das Ende soll hier nicht verraten werden, aber -abgesehen davon, dass man vorher 1 Stunde langweiligster Handlung ertragen muss- ist es unvorstellbar langweilig, banal und blödsinnig. Einen solchen Krampf musste ich schon lange nicht mehr sehen. Abgesehen davon bietet auch der Rest der Handlung absolut nichts, was tatsächlich von Interesse sein könnte. Das ganze übliche Abschiedstratra, Startbrimborium und "Houston, we have a Problem"-Gesarche ist derart langweilig und undramatisch inszeniert, dass das Sandmännchen locker mithalten kann.
Wer nun glaubt, wenigstens die Schauspieler (immerhin: Tim Robbins, Gary Sinise, Armin Müller-Stahl) seien den Besuch wert: Keine Chance. Tim Robbins als alternder Astronaut mit Frühlingsgefühlen ist allenfalls ein mitleidiges Lächeln wert, Gary Sinise spielt weit unter seinen Möglichkeiten, und Armin Müller-Stahl hat eine völlig unbedeutende Rolle, die noch dazu durch die deutsche Synchronisation (oder sollte das etwa seine Originalstimme sein?) völlig verhunzt wird. Die restliche Mannschaft ist zum Kanonenfutter bzw. Stichwortgeber degradiert.

Was bleibt? Äh...nichts. An diesem Film ist einfach nichts gut. Kleiner Tip: Wie man's richtig macht, können Sie stattdessen bei StarWars1 (Effekte) oder Contact (Aussage) bewundern, gibts beide in einer Videothek Ihres Vertrauens. Oder Sie warten auf "Red Planet", den zweiten Mars-Film des Jahres mit Val Kilmer. Der KANN eigentlich nur besser sein.

100 Millionen Budget, aber 10-Cent-Ergebnis


Wolfgang Huang