Miss Undercover
(Ms. Congeniality)

USA, 109min
R:Donald Petrie
B:Marc Lawrence, Katie Ford
D:Sandra Bullock,
Michael Caine,
Benjamin Bratt,
William Shatner
L:IMDb
„F.B.I. You might want to stay out of this.”
Inhalt
Gracie Hart (Sandra Bullock) ist FBI-Agentin. Und zwar mit Leib und Seele. An Männern hat sie kein Interesse, und die Männer auch nicht an ihr. Von weiblicher Eleganz hält sie nichts, ebensowenig von Manieren. Doch dann verlangt ein Undercover-Einsatz von ihr, an einer Miss-Wahl teilzunehmen, um auch hinter den Kulissen einen vermeintlichen Attentäter im Auge behalten zu können. Der geplante Anschlag ist nicht das Problem für Gracie - aber die Miss-Wahl bis zur Endrunde durchzustehen.
Kurzkommentar
Das Story-Konzept von "Miss Undercover" ist derart grandios dämlich, dass der Film nur scheitern kann. Tut er dann auch. Die einzigen Lichtblicke sind die Darsteller Bullock, Caine und Kirk...äh...Shatner.
Kritik
Man muss kein besonderer Fan von Sandra Bullock sein, um zu erkennen, dass eine Story, die darauf aufbaut, dass sich Sandra Bullock von einer unattraktiven grauen Maus zu einer Sexbombe wandelt, misslingen muss. Auch wenn das minimale Intelligenz-Level für Komödien gerade noch erreicht wird: Aus Sandra Bullock kann man einfach kein hässliches Entlein machen. Als angeblich unattraktive FBI-Agentin sieht sie sogar fast noch besser aus denn als Miss Jersey. Das fiel wohl auch Regisseur Donald Petri auf, der durch Filme wie "Mein Onkel vom Mars" und "Richie Rich" schon Erfahrung mit mittelmässiger Unterhaltung sammeln konnte. Und so versucht er bzw. sein Drehbuchschreiber Marc Lawrence ("Forces of Nature"), den Zuschauer mit Brachial-Gewalt davon zu überzeugen, dass Gracie Hart unattraktiv ist. Deswegen muss Sandra Bullock grunzen statt zu lachen, abgedroschene Witze erzählen und über jede kleinste Bodenunebenheit stolpern - unglaublich witzig.

Dabei hätten die Schauspieler durchaus mehr hergegeben: Von Michael Caine hat man schon weit besseres gesehen, obwohl er seine Rolle als abgehobener Model-Modellierer auch hier sehr pointiert spielt. Mit Sandra Bullock hätte man zumindest einen Kassenmagneten, und mit William Shatner eine jener wunderbaren Reaktivierungen, in denen alte Helden sich selbst auf die Schippe nehmen, in dem sie abgehalfterte Charaktere spielen. Aber neben der dämlichen Ausgangskonstruktion kann die Story auch im restlichen Teil nicht überzeugen. Wer mir nach dem Film schlüssig erklären kann, wieso der Terrorist denn nun tut, was er tut (was hier aber nicht verraten werden soll), gewinnt ein Filmspiegel-T-Shirt. Und so schleppt sich "Miss Undercover" mühsam von einer lahmen Pointe zur nächsten, und das durch zähe 109 Minuten. Ein paar gelungene Gags sind dabei, aber die lassen sich ungelogen wirklich an einer Hand abzählen.
Somit eignet sich "Miss Undercover" nur für hartgesottene Sandra-Bullock-Fans oder William-Shatner-Verehrer- alle anderen sollten besser hochwertigen Alternativen wie etwa Eine Nacht bei McCools den Vorrang geben.

Selten langweilige, dämliche Komödie, die nur durch die Darsteller halbwegs erträglich bleibt


Wolfgang Huang