Freunde

Deutschland 2000, 103min
R:Martin Eigler
B:Martin Eigler, Sönke Lars Neuwöhner
D:Benno Fürmann,
Erdal Yildiz,
Christiane Paul,
Irene Kugler
L:IMDb
„Ich glaube, er hat sich sofort in mich verliebt, als ich so leblos da lag.”
Inhalt
Seit ihrer Kindheit hat sich für die drei Freunde Nils (Benno Fürmann), Caro (Christiane Paul) und Tayfun (Erdal Yildiz) einiges geändert. Tayfun ist in dubiose Machenschaften verwickelt, an denen Nils früher auch beteiligt war, bevor er sich entschloss, Polizist zu werden. Vor allem die Liebe zu Caro verbindet die beiden, auch wenn Nils nie überwunden hat, dass sich Caro für Tayfun von ihm getrennt hat.
Kurzkommentar
Wenn die Charaktere durch ihr offenbar selbstauferlegtes Schweigegelübde nicht in der Lage sind, ihre Gefühle richtig zu artikulieren, hat der Zuschauer keine Chance, ihnen näherzukommen. Die schöne Atmosphäre des Films wird durch eine an allen Enden offene Handlung getrübt. Die Schauspieler machen ihre Sache überwiegend gut, können aber auch nicht über das mäßige Drehbuch hinauswachsen. Schade um die an sich interessante Geschichte.
Kritik
Einen interessanten Film hat Martin Eigler mit "Freunde" auf die Leinwand gebracht. Er setzt den Fokus auf drei eng befreundete Hauptcharaktere, die sich durch äußerst widrige Umstände immer mehr entfremden. Das Ganze spielt aber nicht irgendwo sondern in der Multikulti-Metropole Berlin. Er könnte allerdings auch in jeder anderen deutschen Großstadt spielen, denn von Berlin selbst sieht man deutlich zu wenig. Berlin wurde als Handlungsort gewählt, da Regisseur und Drehbuchautor Martin Eigler selbst Berliner ist, und der noch junge Filmverleih Zoomfilm in Berlin ansässig ist.

Es ist sehr schwer, "Freunde" in ein bestimmtes Film-Genre einzuordnen. Der Film läßt wenig klare Konturen erkennen, die Handlung läuft vor sich hin. Action wird zwar keine geboten, was aber niemanden an der Einstreuung sporadischer brutaler Szenen gehindert hat. Ansonsten pendelt der Film beständig zwischen Männerfreundschafts-Drama, Thriller-Elementen und zwei undurchsichtigen Liebesgeschichten. Gut getan hätte dem Film die Konzentration auf entweder die Thriller-Elemente oder die interessant beginnende Beziehungskiste.

Was "Freunde" von ähnlich gelagerten Produktionen abhebt, ist die Ruhe der Darstellung, die Martin Eigler entwickelt hat. Die Hauptcharaktere sind sehr schweigsam, ein Großteil der Handlung wird nur mit Bildern fortgeführt. Dies schafft einerseits eine sehr dichte Atmosphäre, verhindert andererseits aber auch ein Annähern an die Charaktere. Ihre Motive bleiben dem Zuschauer verborgen, sie scheinen seltsam entrückt. So entstehen mit der Zeit immer mehr offene Fragen, die der Film nicht beantworten will. Sehr negativ ist auch, dass Handlungsstränge gegen Ende einfach kommentarlos fallengelassen werden. Dass der Film trotz allem auf eine beachtliche Länge von über 100 Minuten kommt, ist auch nicht unbedingt positiv zu werten.

All den Kritikpunkten an Handlung und Drehbuch stehen sehr gute Darstellerleistungen gegenüber. Auch das stimmungsvolle Setting kann begeistern, verhindert aber nicht die gepflegte Langeweile, die einen beim Betrachten der "Freunde" überfällt. Für ein Erstlingswerk ist der Film in Ordnung, der Unterhaltungswert hält sich jedoch stark in Grenzen. Schade um die guten Ansätze.

Langatmiges Feundschaftsdrama mit guten Darstellern


David Hiltscher
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Dieser Film ist eine einzige Unerträglichkeit! Ohne auch nur einen kritischen Blick auf seinen von rassistischen Klischees nur so durchzogenes und zudem reichlich konfuses Drehbuch zu werfen inszeniert Eigler bilderverliebt vor sich hin, ohne Ziel, ohne Zweck, aber voll in alle Peinlichkeiten. Zu diesen gehört auch Dumpfbacke Benno Fürmann, der ein...