Der unglaubliche Hulk
(The Incredible Hulk)

USA, 110min
R:Louis Leterrier
B:Zak Penn
D:Edward Norton,
Tim Roth,
William Hurt,
Liv Tyler
L:IMDb
„Don't make me … hungry. You wouldn't like me when I'm … hungry.”
Inhalt
Durch biochemische Experimente verstrahlt, führt der Wissenschaftler Bruce Banner (Edward Norton) ein Leben im Abseits. In seinem Körper ruht eine unbändige Kraft, die nicht mehr zu kontrollieren ist: Bei jedem Anflug von Wut mutiert er zu Hulk, einem gewaltigen, grünen Monster. Jegliche Suche nach einem Gegenmittel verlief bis dato erfolglos. General "Thunderbolt" Ross (William Hurt) ist ihm mit seinem gesamten Militärapparat auf den Fersen, um diese Kräfte auszunutzen. Doch Banner gibt nicht auf, kämpft um ein Leben ohne Superkräfte und mit Ross' Tochter Betty (Liv Tyler), die sich unsterblich in den Wissenschaftler verliebt hat. Als die Heilung für Banner endlich zum Greifen nah ist, erscheint die alles zerstörende Bestie Abomination: Der mutierte Super-Soldat Emil Blonsky (Tim Roth) hat sich aus purer Machtgier ähnlichen Experimenten unterworfen wie Banner. Ist Hulk den Kräften dieses Gegners gewachsen?
Kurzkommentar
Na, ob das die Damen und Herren Produzenten zufriedener stellt als 2003? Der neue Hulk kommt recht zahm her: die Effekte nett, die Geschichte glanzlos und die Schauspieler unterfordert. Da kann man natürlich nur hoffen, dass mit dem neuen Punisher anders umgegangen wird.
Kritik
Glaubt man den Kollegen von metacritic.com, ist die unterschiedlich Ein- und Wertschätzung des grünen Monsters zwischen Kritik und Zuschauern recht auffällig. Während das zahlende Publikum noch überwiegend positiv reagierte, zeigt sich die US-Presse größtenteils enttäuscht. Das Wall Street Journal urteilt: „While Bruce is working on anger management, you may find yourself working on boredom management, and matching his rate of success.” Die New York Times bilanziert: “A middling superhero movie! I wish I could say that was incredible.” Und die New York Daily News fasst zusammen: “Roth and Hurt glower semi-engagingly, and while Norton's scrawniness works, he seems intellectually disengaged, despite his helping to craft Zak Penn's script.”

Echte Hulk-oholiker hatten sich gefreut; nach fünf Jahren schenken uns Marvel & Co einen neuen grünen Helden. Um es vorweg zu nehmen: „World War Hulk“ ist in Papierfassung momentan um einiges interessanter. Im Vorhinein hatte man bereits vielerorts lesen können, dass die digitalen Effekte eine einzige Enttäuschung seien. Dies kann klar verneint werden – auch bei Tageslicht, oftmals der CGI-Nemesis, wirken die Effekte recht organisch, harmonisch und kernig.

Die Probleme liegen nicht an dieser Stelle. Auch dem Vorwurf, dass der Film all zu langsam anlaufe, kann ich nicht zustimmen. Woran „Der unglaubliche Hulk“ hauptsächlich krankt, ist die gnadenlose Unterforderung der Schauspielergarde. Vor allem Edward Norton macht einen ganz kranken Eindruck – man möchte ihn aufheben und zu sich nehmen! Darsteller wie Tim Roth oder William Hurt werden ohne Sinn und Verstand derart verfeuert, dass man sich angewidert abwenden möchte. Liv „Die Unterlippe“ Tyler hat sich in ihrer Leistung seit „Armageddon“, seien wir doch mal ehrlich, sowie nicht verbessert.

Die Fortsetzung ist allerdings beschlossene Sache; die Weichen sind gestellt. Der Zuschauer kann sich nun nur noch auf die nächsten Superhelden einstellen. Den Anfang mach die Konkurrenz von DC: Vom Dunklen Ritter erwarte ich mir allerdings eine ganze Portion mehr.


Grüner Leerlauf mit netten Effekten, aber wenig Herausforderung für das Ensemble.


Rudolf Inderst